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Berliner Zeitung 22.01.2019

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Kleiner Knall: Berlin und das Böllerverbot – Seiten 8und 10 Zoff um Zucker,Fett und Salz Seite 16 -3°/0° Viel Wintersonne Wetter Seite 2 Brexit: May will noch einmal verhandeln Tagesthema Seite 2 www.berliner-zeitung.de Grüne für Tempo 120 auf den Autobahnen Politik Seite 4, Leitartikel Seite 8 Dienstag,22. Januar 2019 Nr.18HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Abschuss oder Notwehr? Ein toter Wolf im Wald Brandenburg Seite 15 Bürgermeister auf die harte Tour VonStefan Strauß Erhat mal wieder durchgegriffen. Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel, hat vor wenigen Tagen ein Obdachlosencamp nahe des Hauptbahnhofs räumen lassen. Polizei, Ordnungsamt und die Stadtreinigung haben das Zeltlager in seinem Auftrag beseitigt. Ein Video der Räumung sorgt seitdem für heftigen Protest gegen den Grünen-Mann aus Mitte. Denn Polizisten hatten einer obdachlosen Frau bei der Räumung ein Tuch über den Stephan v. Dassel, Bezirksbürgermeister in Berlin-Mitte Obdachlosigkeit Kopf gezogen. AusSicht der Polizei war das ein hygienischer Selbstschutz, denn die Frau soll Polizisten angespuckt und Läuse gehabt haben. Aus Sicht mancher Politiker ist die Räumung und der gewaltsame Abtransport der Frau erneut ein Grund, von Dassel zu kritisieren. Es ist nicht das erste Mal. Der 52-jährige Politiker ist bekannt für provokante Thesen. Als er 2016 Bürgermeister von Mitte wurde, hatte der Mann mit der markanten schwarzenBrille seinen politischen Kurs klar definiert. Bevor ihm der öffentliche Raum entgleite, werde er hart durchgreifen. Bloß kein „Laisser-faire“! Von Dassel ist kein Kuschel-Grüner, der nur reden will. Er ist ein kluger Stratege. VorzweiJahren hatte er gefordert, auffällige Obdachlose aus Osteuropa, die im Tiergarten campen, in ihre Herkunftsländer abzuschieben. Die Empörung war groß, von Dassel sei fremdenfeindlich und populistisch, hieß es. Eine Diskussion begann. Der Senat bildete eine Task Force. Der Kommunalpolitiker sagt von sich selbst, er habe den Mut, Probleme schonungslos und im Klartext zu benennen. Er weiß längst: Wergehörtwerden will, muss laut sein. Seit über 20 Jahren ist er im Politikgeschäft, er war Verordneter und Stadtrat. Als Bürgermeister kritisiert er gern den Senat, sei es im Umgang mit Airbnb oder,wie er jetzt schreibt, wegen der „vielfach vomSenat angekündigten Richtlinien zum einheitlichen bezirklichen Umgang mit Obdachlosencamps“, auf die er seit mehr als einem Jahr vergeblich warte. Endlich bekommt der Mann die Aufmerksamkeit, die er sonst vergeblich sucht. Berlin Seite 11 Bayern oder Berlin: Werhat mehr Zukunft? DieHauptstadt möchte VorreiterbeimThema Künstliche Intelligenz sein. Jetzt bekommt sie Konkurrenz VonJörg Hunke Es ist erst ein paar Tage her, da erklärte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), dass er den Freistaat zum Spitzenreiter für Künstliche Intelligenz machen wolle. Und das nicht nur national, sonderngleich in ganz Europa. Wie bitte? Bisher war doch immer klar,dass Berlin zumindest in Deutschland die Nummer eins ist, wenn es um digitale Innovationen geht. Es deutet sich also ein Wettstreit zwischen München und Berlin um die Führungsposition in einem der wichtigsten Zukunftsbereiche an. Dazu passt, dass am Sonntag auch noch Facebook-Chefin Sheryl Sandberg bekannt gab, dass der Social- Media-Gigant aus dem Silicon Valley ein Forschungsprojekt der TU München mit 7,5 Millionen Dollar finanzieren wird. Als es darum ging, kleine Startups zu gründen, die mit genialen Geschäftsideen groß rauskommen, da war Berlin, die internationale Hauptstadt mit ihrem coolen Image, ganz weit vorne. Ausprobieren, scheitern, wieder neu anfangen – das passte Halbfinale! In einem atemberaubend spannenden Spiel besiegt die Handball-Nationalmannschaft Kroatien –und ist dem Traum vom Titel so nah wie seit Jahren nicht. Sport Seite 18 auch zur Stadt. BeiKünstlicher Intelligenz aber geht es weniger ums Experimentieren, sondern darum, Algorithmen präzise zu schreiben und große Datenmengen exakt auszuwerten. So können Computer und Maschinen sehr effektiv zusammenarbeiten. Für Dax-Konzerne, die eher im Süden der Republik beheimatet sind, ist das eine große Sache. Schnittstellen und Datenauswertung – das braucht BMW für das selbstfahrende Auto und die Allianz, um neue Versicherungspolicen zu kreieren. Die Konzerne haben ihren Firmensitz in München. In einer Studie stellte die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, vormals Ernst &Young, fest, dass die Verbindung von Spitzenforschung, enormer Wirtschaftskraft und einer hohen Dichte von Risikokapitalinvestoren in Bayern eine enorme Dynamik entwickelt habe und München aufhole. „Berlin muss in den kommenden Jahren in KI investieren, um seinen Spitzenplatz zu behaupten.“ Ramona Pop (Grüne), Berlins Wirtschaftssenatorin zu den Herausforderungen im Bereich Künstliche Intelligenz Und was passiert in Berlin? Da war vor einiger Zeit von einem KI- Park die Rede, Wirtschaft und Forschung wollten dort kooperieren. Ein Standort ist bisher nicht gefunden. Eine Meldung, wonach Google bei diesem Projekt ausgestiegen sei, wurde vom Unternehmen dementiert. Es habe nur erste Gespräche gegeben, hieß es. Allerdings macht das Unternehmen jetzt sein eigenes Ding in Sachen Künstlicher Intelligenz. KI werde amneuen Google- Standort im Forum an der Museumsinsel eine wichtige Rolle spielen, hieß es aus Unternehmenskreisen. Googles Geschäftsführer Sundar Pichai wird aus dem Silicon Valley anreisen, um die Strategie an diesem Dienstag zu skizzieren. Ramona Pop (Grüne), Berlins Wirtschaftssenatorin, freut sich über die Eröffnung des Google-Büros. Sie verspricht weitereInvestitionen, um den Spitzenplatz zu halten. Leuten aus der Branche ist das aber zu wenig: In vertraulichen Gesprächen wünschenWissenschaftler große Lösungen, mehr Engagement und Initiativeaus der Berliner Politik. Der Wettbewerb um die Zukunftskonzepte ist auch deshalb so brisant, weil es um sehr viel Geld geht. Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr drei Milliarden Euro für die KI-Forschung bewilligt, Unternehmen wollen eine ähnliche Summe zur Verfügung stellen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte der Berliner Zeitung: „Künstliche Intelligenz wirdein neues Zeitalter einläuten –wie die Dampfmaschine vor über 200 Jahren.“ Er hat dabei nicht nur Berlin oder Bayern im Sinn. Ihm geht es darum, dass KI„Made in Germany“ eine große Rolle spielt im weltweiten Wettbewerb. DPA/FEDERICO GAMBARINI Brandanschlag auf Neuköllner Ordnungsamt Flammen zerstören den gesamten Fuhrpark VonMikeWilms Mit Empörung hat die frühere Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, Franziska Giffey (SPD), auf den Brandanschlag auf Autos des Ordnungsamts reagiert. „Ich bin fassungslos,wieder einmal sind die angegriffen worden, die sich für Sicherheit und Ordnung in der Stadt einsetzen“, schrieb die Bundesfamilienministerin am Montag auf ihrer Facebook-Seite. Neun Fahrzeuge waren bei dem Anschlag in einem Hof in der Juliusstraße am späten Sonntagabend ausgebrannt. Damit ist der vollständige Fuhrpark des Neuköllner Ordnungsamts zerstört. Die Polizei hat noch keine konkreten Hinweise zu möglichen Tätern und ihrem Motiv. Allerdings ermittelt der Staatsschutz, der für politisch motivierte Taten von Extremisten zuständig ist. Giffeys Nachfolger als Bezirksbürgermeister,Martin Hikel (SPD), teilte am Montag mit, er wolle sich nicht an Spekulationen über mögliche Urheber beteiligen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger,sagte dagegen, es könne sich um einen Racheakt krimineller Clans handeln. Am Freitag hatten Polizei, Ordnungsamt und Steuerfahnder Neuköllner Wettbüros und Shisha- Bars kontrolliert. Beider Razzia wurden Spielautomaten, Drogen und unversteuerter Tabak sichergestellt. Der Brandanschlag stellt den Bezirk nun vor die Herausforderung, den Betrieb seines Ordnungsamts aufrechtzuerhalten. Bezirkssprecher Christian Berg sagte am Montag, man führebereits Gespräche mit anderen Bezirken über mögliche Fahrzeugleihgaben. Zwei Ersatzwagen seien schon im Dienst. (mit dpa) Berlin Seite9 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 21004 15. &16. BERLIN MESSEN Februar 2019 Dein Marktfür Ausbildung &Jobs, 9–16Uhr Weiterbildung &Qualifizierung Freier Eintritt Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Attraktive Ausbildungs- undJobangebote Checkder Bewerbungsmappen Kostenlose Bewerbungsbildervom Profi Interessante Arbeitgeber undPräsentationen WeitereInformationen: www.berlinmessen.de SCHIRMHERRSCHAFT Frau ElkeBreitenbach Senatorin für Integration,Arbeit undSoziales

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