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Berliner Zeitung 22.03.2019

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In der Nachspielzeit: Europa und der Brexit – Tagesthema Seite 2 Markthalle Neun ohne Aldi Seite 10 7°/18° Sonne und Wolken Wetter Seite 2 Schöner schaukeln: Berlins beste Spielplätze Berlin Seite 12 www.berliner-zeitung.de Weniger Geld vom Staat für Schröder,Wulff und Gauck Politik Seite 4 Freitag,22. März 2019 Nr.68HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Mit links: CDU-Chef Ingo Senftleben im Interview Brandenburg Seite 16 DFB-Elf Der Stolz auf die Kapitänsbinde VonPatrick Berger Esgibt dann doch diese Wendungen im Leben, mit denen man nicht gerechnet hätte.AmMittwochabend rieben sich einige Fans in Wolfsburg in der zweiten Halbzeit verdutzt die Augen, als plötzlich Ilkay Gündogan die deutsche Fußball- Nationalelf beim 1:1 im Test gegen Serbien als Kapitän aufs Feld führen durfte.Essei unerwartet und überraschend gewesen, „nach dem, was in den letzten Monaten alles so passiert ist“, gestand der 28- Jährige hinterher ergriffen. Im Juni 2018, IlkayGündogan, ein gereifter und glücklicher Fußballer wenige Tage vor der WM in Russland, hatte Gündogan mit Mesut Özil eine Staatsaffäreausgelöst, als er sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten ließ. Dafür wurde er im Länderspiel in Leverkusen gegen Saudi-Arabien vom Publikum gnadenlos ausgepfiffen. Gündogan stellte sich, sagte, für ihn sei es nie ein Thema gewesen, ein politisches Statement zu setzen. In seinem 30. Länderspiel durfte der Profi von Manchester City nun die schwarz-rot-gelbe Armbinde tragen. Er habe das Stück Stoff „mit großem Respekt und Stolz entgegengenommen“. Gündogan gab einen Einblick in sein Seelenleben: „Ich glaube,dass die Menschen anerkennen, wenn man demütig bleibt und versucht, sich einzubringen. Ich bin froh, dass es so Tage wie diese gibt.“ Abseits des Rasens zeigt sich der gebürtige Gelsenkirchener, der in England unter Pep Guardiola zum Ausnahmekönner reifte,höflich und bodenständig. Im Flugzeug von Manchester nach Wolfsburg saß er zwischen zwei Fans. Bretterklasse, nicht Business. Zwei Stunden unterhielt er sich ausgelassen über Fußball. Hinterher schrieb er auf Twitter: „Nur das Beste für Euch, Jungs. Es war ein netter Trip zwischen einem City-und einem Liverpool-Fan.“ Gündogan möchte die Vergangenheit abschütteln. Die Fans rechnen ihm das hoch an. In Wolfsburg gab es keine Pfiffe gegen ihn. Dass ausgerechnet er, der Kicker mit türkischen Wurzeln, das deutsche Nationalteam als Spielführer repräsentieren durfte, ist auch mit Blick auf politisch schwierige Zeiten, auf Rassismus und Fremdenhass in Stadien ein wichtiges Zeichen. SportSeite 20 Das Rätsel Seit mehr als einem Monat gibt es kein Lebenszeichen von der 15-jährigen Rebecca Reusch. Und nicht nur ihr Verschwinden wirft viele Fragen auf. Seite3 Enteignen oder bauen? Wenn die Fragesoeinfachwäre: DieBerlinerDebatte zeigt,dass der Senatumkonkrete Antwortenverlegenist VonMelanie Reinsch Hätte die umstrittene Wohnungsbaugesellschaft Deutsche Wohnen am Donnerstag den Debatten im Berliner Abgeordnetenhaus gelauscht, sie wäre wohl nicht sonderlich erfreut gewesen. Denn nach einer Abstimmung im Plenum ist weiter offen, wie sich die rot-rotgrüne Koalition zum geplanten Volksbegehren der Initiative „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ positioniert. DerGrund: SPD,Linke und Grüne lehnten einen Antrag der oppositionellen FDP „Berlins Zukunft nicht verspielen – Neubau statt Enteignung“ geschlossen ab. Ebenso erwartbar stimmte die gesamte Opposition für den Antrag. Die Liberalen hatten den Senat aufgefordert, sämtliche Pläne zur Enteignung von Privatunternehmen vehement zurückzuweisen und das Vertrauen auf Berlin als Wirtschaftsstandortnicht weiter zu gefährden. „Wenn die Linkskoalition mit ihren Enteignungsfantasien in einer globalisierten Welt versucht, Revolution zu spielen, dann richtet sie für unsere Stadt einen historischen Schaden an“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Sebastian Czaja. Er sprach von „Enteignungsorgien“. Doch die Deutsche Wohnen muss keineswegs fürchten, demnächst enteignet zu werden. Denn der abgelehnte Antrag ist zunächst einmal nicht mehr als ein Signal an die FDP: So einfach lassen wir uns nicht vorführen. Denn von einem Entweder- Oder ist keine Rede. Zumal das Thema Enteignung auch innerhalb der Koalition mehr als kontrovers diskutiert wird. Nur die Linken haben sich bisher eindeutig hinter die Initiative gestellt. Der Regierende Bürgermeister lehnt Enteignungen dagegen ab. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Torsten Schneider, erklärte am Donnerstag, im Hinblick auf Enteignungen seien komplizierte verfassungsrechtliche Fragen zu klären –auch mit Verweis „Der Senat veröffentlicht in diesem Jahr einen neuen Mietspiegel. Und eswäre gut, wenn die Deutsche Wohnen sich künftig auch daran hält.“ Matthias Kollatz, Berlins Finanzsenator (SPD) auf die BerlinerVerfassung, da es dort keine Regelung zur Vergesellschaftung gebe.„Das ist eine sehr schwierige,ernstzunehmende Rechtsfrage“, betonte Schneider. Noch entscheidender als die Abstimmung war indes ein Satz des Finanzsenators Matthias Kollatz (SPD) im Abgeordnetenhaus. Denn dieser appellierte an die Deutsche Wohnen: „Der Senat veröffentlicht in diesem Jahr einen neuen Mietspiegel. Undes wäregut, wenn die DeutscheWohnen sich künftig auch daran hält.“ Immer wieder stellt die Deutsche Wohnen den Mietspiegel infrage. Interessant ist der Satz des Finanzsenators vor dem Hintergrund, dass der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sich erst vergangeneWoche mit Michael Zahn, dem Vorstandschef der Deutsche Wohnen, zu einem vertraulichen Gespräch getroffen hatte. Man kann davon ausgehen, dass Müller und Kollatz danach über das Treffen gesprochen haben. WasKollatz nun an die Adresse der Deutsche Wohnen gerichtet sagte, wird von Müller sicherlich geteilt. Sympathie für den Vergesellschaftungskurs zeigen die Grünen. Das geplante Volksbegehren gehöre zum Dreiklang aus Neubau, Ankauf und Bestandsschutz, erklärte die Grünen-Abgeordnete Katrin Schmidberger. Die Initiative „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ will die Unterkünftevon Immobilienunternehmen mit mehr als 3000Wohnungen vergesellschaften. Ob dies geht, ist rechtlich umstritten. Die Unterschriftensammlung der Initiative soll am 6. Aprilbeginnen. Leitartikel Seite8 DPA/CHRISTOPH SOEDER Leipziger Buchpreis für Harald Jähner Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 Berliner Autorin Stelling erhält Belletristikpreis 194050 VonHarry Nutt Harald Jähner, bis 2015 Feuilletonchef der Berliner Zeitung, erhält den mit 15 000 Euro dotierten Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Sachbuch. Er bekommt den Preis für seine Studie „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955“. Jähner schreibt mit genauem Gespür für die historischen Prozesse und einem besonderen Blick für die kulturelle Wiederbelebung des von Krieg und den Verheerungen des Nationalsozialismus zerstörten Landes. Erbürstet die Lesart einer bloß dunkel EDINGER gefärbten Vergangenheit gegen den Strich. Mit einer nie nachlassenden Lust fürs Detail berichtet Jähner von Menschen, die auf dem Schwarzmarkt ihr Überleben organisieren, aber auch die Zeit finden, wieder ins Theater zu gehen. Harald Jähner schildert dies alles in souveräner Nüchternheit, ohne dabei Gefahr zu laufen, das Vergangene zu verklären. Der Literaturpreis geht an die Berliner Schriftstellerin Anke Stelling für den Roman „Schäfchen im Trockenen“, in dem sie von einer Mittvierzigerin erzählt, die mit ihrer Freundesclique nicht mithalten kann und sich angesichts einerWohnungskündigung mit der harten Wirklichkeit konfrontiert sieht. Eva Ruth Wemme erhält den Übersetzerpreis für ihreÜbertragung des Werks „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu aus dem Rumänischen. Feuilleton Seite23 501603 Buchpreisträger Harald Jähner 51012 Besser hier.Besser wir. Joachimsthaler Str. 5–6 ·Friedrichstr.150 ·Schlossstr.18 Wilmersdorfer Str.125 ·Bayreuther Str.37–38 Jetztden hohenGoldpreis nutzen – Direktbeim Testsieger verkaufen! 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