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Berliner Zeitung 22.06.2019

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Wiedas Leben spielt: Wassechs Abiturienten in einem Jahr erlebten – Berlin Seiten 10 und 11 Anzeige Anzeige Altpapierrecycling kostengünstig und zuverlässig Entsorgungslösungen für Gewerbe und Industrie www.bartscherer-recycling.de www.bartscherer-recycling.de 15°/23° Sonne und Wolken Wetter Seite 16 AM WOCHENENDE www.berliner-zeitung.de Heute mit Service und Immobilien Sonnabend/Sonntag,22./23. Juni 2019 Nr.142 HA -75. Jahrgang Auswärts/D**: 2.00 € Berlin/Brandenburg: 1.80 € Im Magazin: Sang und Klang Andreas Scholl über den Zauber der Oper Seiten 2und 3 Lesen und Hören DieSommerempfehlungen der Redaktion Seiten 4und 5 Kreuchen und Fleuchen Schädlinge bekämpfen ganz ohne Gift Seite 6 Anzeige Sommerfrische Expeditionen in Orte, deren Namen nach Urlaub klingen –die Sommerserie der Berliner Zeitung, heute Teil 1: Herzsprung. Report Seiten 2und 3 BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK www.atala.de Wietickt Union, Herr Zingler? SportSeiten 22 und 23 Mamma Mia! Meryl Streep wird 70 Feuilleton Seite 25 Die amerikanischen Kampfflugzeuge am Golf waren schon in der Luft. Der Vergeltungsschlag für den iranischen Abschuss einer US-Überwachungsdrohne sollte in der Nacht zum Freitag drei iranische Raketenstellungen und Radarstationen treffen. Doch dann kam plötzlich der Befehl zum Abbruch der Aktion. „Zehn Minuten vor dem Militärschlag habe ich ihn gestoppt“, twitterte US-Präsident Donald Trump am Freitagmorgen und bestätigte damit amerikanische Medienberichte. So dicht war die Welt lange nicht mehr an einer großen kriegerischen Auseinandersetzung. Die von Trump zunächst genehmigte und dann abgebrochene Attacke illustriert nicht nur die hochexplosiveLage im Nahen Osten. Sieverdeutlicht auch die dramatische Kopflosigkeit der von Richtungskämpfen aufgewühlten amerikanischen Regierung. Ein General habe ihn informiert, dass es 150 Tote geben könnte, schrieb Trump am Freitag, das sei unangemessen, daher Abbruch. Davor hatte Trump widersprüchliche Signale ausgesandt. Erst drohte er am Donnerstagmorgen auf Twitter:„Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht.“ Stunden später erklärte er dann: „Ich kann nicht glauben, dass das absichtlich geschah.“ Möglicherweise, soTrump, habe ein iranischer General „etwas gemacht, was er nicht hätte tun sollen“. Zwischen den beiden Äußerungen lagen stundenlange Beratungen im Weißen Haus, andenen auch Außenminister Mike Pompeo, Sicherheitsberater John Bolton, CIA-Chefin Gina Haspel sowie der scheidende geschäftsführende Verteidigungsminister Patrick Shanahan teilnahmen. Pompeo und Bolton gelten als Hardliner in der Iran-Krise. Bolton hatte mehrfach die Bombardierung des Landes und einen Regimewechsel in Teheran gefordert. Trump hingegen hat sich im Wahlkampf als Isolationist präsentiert, der die USA aus internationalen Konflikten heraushalten und die Truppen im Nahen Osten reduzieren will. Er glaube, dass Trump „keinen Krieg wolle“, berichtete Chuck Schumer, der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, am Donnerstag nach einer Unterrichtung der Kongressführer im Weißen Haus: „Aber wir sind besorgt, dass die Regierung in einen Krieg hineinstolpert.“ Die Demokraten verlangen, dass jede militärische Aktion vom Kongress gebilligt werden muss.Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, warnte: „Das ist eine gefährliche, höchst angespannte Lage, die keinen draufgängerischen, sondern einen starken, klugen und strategischen Ansatz erfordert.“ Die Regierung, forderte sie, müsse „alles tun, um die Lage zu deeskalieren“. Doch an einer Strategie scheint es im Weißen Haus zu mangeln. Trump hat über Monate gehofft, den Iran mit maximalem Druck, auch mit wirtschaftlichen Sanktionen, zur Ab- Der Nervenkrieg US-Präsident Donald Trump hat einen Militärschlag gegen den Iran im letzten Moment gestoppt. Die Sorge vor einem Krieg nimmt zu VonKarlDoemens, Marina Kormbaki und Daniela Vates „Durch Eskalation wird niemand etwas gewinnen, schon gar nicht durch eine militärische.“ Emmanuel Macron, Frankreichs Staatspräsident, in Brüssel nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs kehr von seinen Atomplänen und der Destabilisierung der Region zu bewegen. DasGegenteil ist eingetreten. „UnsereRegierung hat weder einen Plan Anoch einen Plan B“, kritisiert der demokratische Senator Gary Peters: „Das ist unverantwortlich.“ Während Trump von seinem Sicherheitsberater Bolton zu einem Iran-Krieg gedrängt wird, rät ihm sein Vertrauter Tucker Carlson, ein Propagandist der „America first“- Ideologie,davon eindringlich ab. DieEskalation der Iran-Krise versetzt die Berliner Politik in große Sorge. Es handele sich um eine „sehr angespannte Situation“, die auf diplomatische und politische Weise gelöst werden müsse, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel. Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron forderte alle Seiten zur Deeskalation auf. Unddie Stimmung im Iran? Omid Nouripour ist erst wenige Stunden zuvor aus dem Iran nach Berlin zurückgekehrt. Waserinden Gesprächen mit iranischen Regierungsvertretern vernommen hat, stimmt ihn besorgt. Von der Bereitschaft zum Widerstand sei oft die Rede gewesen, sagt der Grünen-Politiker mit iranischen Wurzeln am Freitagmittag in Berlin. Davon, dass der Iran sich keineswegs dem Druckder USA beugen wolle. „Wir müssen jetzt alles tun, um zu verhindern, dass aus einem Missverständnis ein Krieg wird“, sagt Nouripour.Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Johann Wadephul sieht da die Bundesregierung in der Pflicht. Sie müsse rasch deeskalierend im Konflikt zwischen den USA und Iran tätig werden. „Deutschland sollte als Mitglied im UN-Sicherheitsrat die Initiative zu einer Seeraumüberwachung in der Straße von Hormus ergreifen“, sagte der CDU-Politiker der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland, RND) mit Blick auf die wichtige Route für den internationalen Öltransport. Im Fall eines Krieges ist der in Gefahr.Das hätte sehr schnelle und unmittelbareAuswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. „China und Russland wären für solch eine Mission sicherlich zu gewinnen“, glaubt Wadephul. Deutschland ist zurzeit als nicht-ständiges Mitglied im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen vertreten. Laut Wadephul könnte die Bundeswehr zum Schutz und zur Überwachung des zivilen Schifffahrtsverkehrs eingesetzt werden. Sollte es zum Krieg kommen, warnt derVorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich (SPD), vor einer Unterstützung eines möglichen US- Militärschlags durch Deutschland. „Die explosive Lage kann durch den kleinsten Funken gezündet werden. Die UNsollte den Drohnenabschuss untersuchen. Eine militärische Lösung gibt es auch hier nicht. Deshalb keinerlei Beteiligung an militärischen Aktionen“, fordertHellmich. Leitartikel Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499 Leser-blz@dumont.de; Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501801 61025

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