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Berliner Zeitung 22.10.2018

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In Tagen wie diesen: Angela Merkel und ihre Optionen – Seite 3 Dem Diesel (fast) keine Chance Seite 9 8°/12° Es soll regnen! Wetter Seite 2 Alles neu: Die Wende in der Oranienburger Straße Berlin Seiten 12 und 13 www.berliner-zeitung.de Spanische Grippe 1918: 40 000 Tote in Berlin Stadtgeschichte Seite 10 Montag,22. Oktober 2018 Nr.246 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Hertha –Freiburg 1:1 Union –Paderborn 0:0 Sport Seiten 18 bis 20 Ermittlungen Jäger der schweren Jungs VonKatrin Bischoff Carsten Pfohl ist in Berlin nicht so sehr bekannt. Dabei sollten sich seinen Namen vor allem Verbrecher merken: Kunstdiebe, dreiste Räuber oder Kriminelle, deren Taten mit der Organisierten Kriminalität in Verbindung stehen. Der 55-jährige Pfohl ist Kriminaldirektor. Erleitet die Abteilung„Qualifizierte Eigentumsdelikte“ im Landeskriminalamt. Seine Abteilung hat nach dem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter in Mitte am Freitagmorgen die Ermitt- Carsten Pfohl sucht die Berliner Panzerknacker. lungen übernommen. Seit fünf Jahren schon haben er und seine Mitarbeiter bei der Aufklärung von derartigen Überfällen keinen Erfolg feiernkönnen. Eine Berliner Boulevardzeitung titelte deswegen am Sonntag: Es stehe elf zu null für die Räuber. Dabei ist Carsten Pfohl erfolgreich. Er und seine Mitarbeiter klärten den spektakulären Raub einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Bodemuseum vom März vorigen Jahres auf und nahmen nach viermonatiger Fahndung Tatverdächtige aus dem Umfeld eines arabischen Clans fest. Undals im November gestohlene Gegenstände John Lennons in Berlin auftauchten –darunter Tagebücher des 1980 erschossenen Musikers –ermittelten Pfohls Leute den Hehler des Diebesguts. Der Kriminaldirektor mit der krausen Stirn will nun auch Erfolge bei den Geldtransporter-Ermittlungen sehen. Die Ermittlungen sind schwierig, weil die Täter stets vermummt und schnell vorgehen, ohne viele Spuren zu hinterlassen. Nicht selten zündeten sie nach der Tatihre Fluchtfahrzeuge einfach an, um Spuren zu beseitigen. Im aktuellen Fall hat Carsten Pfohl gute Chancen. Am Sonntag wurde der zweite Fluchtwagen der Täter in Kreuzberg gefunden. Das erste Auto mussten die Räuber auf ihrer Flucht stehenlassen, nachdem ein Reifen geplatzt war. Pech für die Täter: Sie hatten einen Teil des Geldes noch am Tatortverloren, den anderen im defekten Wagen zurücklassen müssen. Der Kriminalist Pfohl hofft nun, in den Autos auf vielversprechende Spuren zu stoßen, um auf ein zehn zu eins zu kommen. Berlin Seite 9 Der Senat will S-Bahn-Züge kaufen So möchte Berlin eine neue Krise verhindern. Das Konzept für die Zukunft VonPeter Neumann Mittlerweile liegen sie neun Jahrezurück, die Höhepunkte der S- Bahn-Krise. Viele Berliner können sich aber noch gut an sie erinnern –andie Ausfälle, andie vollen Wagen, an die Stilllegung ganzer Strecken, weil Züge wegen Mängeln nicht mehr fahren durften. Zu dem Debakel kam es,weil ein Teil der Flotte den Anforderungen nicht entsprach und weil die S-Bahn Berlin GmbH, ein Unternehmen der Deutschen Bahn (DB), in den Werkstätten gespart hatte. Nie wieder Krise: Das schwor man sich 2009. Nun will der Senat die Weichen endlich neu stellen –mit der Option, die Berliner S- Bahn völlig anders zu organisieren. Noch im Herbst will Berlin im Europäischen Amtsblatt für Oktober 2019 ein Vergabeverfahren ankündigen. DieBesprechungsvorlage ,die der Berliner Zeitung vorliegt, trägt die Nummer S-1638/2018. Gut möglich, dass der Senat sie am Dienstag aufruft. Auf drei Seiten wird imNamen der Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) skizziert, wie es mit der S-Bahn weitergeht – genauer gesagt mit den Strecken, die in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung verlaufen. Entschieden wird über zehn Linien, zwei Drittel des S- Bahn-Verkehrs: vonder S1 zwischen Oranienburg und Wannsee bis zur S9, die künftig zwischen Spandau und dem Flughafen BER verkehrt. DieS2, 25, 3, 5, 7und 75 stehen ebenfalls auf der Liste. Esgeht auch um die S85, die dann zwischen dem BER, dem Ostkreuz und dem Hauptbahnhof pendelt, und die neue S15 (Waidmannslust–Hauptbahnhof). Berlin wächst, und dem soll auch die S-Bahn stärker Rechnung tragen. „Mit diesem Konzept haben wir Lehren aus der S-Bahn-Krise gezogen.“ Harald Moritz, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus Mindestens tausend Wagen werden benötigt, je nach Bedarfkönnten bis zu 380 weitere dazukommen. Auf beiden Teilnetzen sollen die Neufahrzeuge jährlich insgesamt 26 Millionen Kilometer zurücklegen. Falls nötig steigt das Pensum um vier Millionen bis neun Millionen Kilometer. Ein gewaltiges Programm. Aber was für Züge sollen fahren? Werhält sie in Schuss, wer stellt das Fahrpersonal? Berlin und Brandenburg wollen rasch ein Vergabeverfahren einleiten, bei dem mit interessierten Anbieternverhandelt wird.Wenn die Ausschreibung im Herbst 2019 beginnen soll, muss sie demnächst im EU-Amtsblatt angekündigt werden. Demsoll der Senat nun zustimmen. Vorgesehen ist, dass dasVerhandlungsverfahren nach zwei Jahren endet und der Zuschlag im Oktober 2021 erteilt wird –anmehrere oder auch nur an ein Unternehmen. Ende September 2026 sollen die Vorserienzüge kommen, im Mai 2028 soll die Lieferung der Hauptserie starten. Eine Linie nach der anderen wirdmit neuen Zügen ausgestattet, als letzte die S1 am 13. Dezember 2033 –soder Plan. Nicht zu vergessen: Nahe der Schönerlinder Straße in Pankowentsteht eine landeseigene Werkstatt. „Es ist entscheidend, dass eine Vergabekonzeption umgesetzt wird, die dem Land Berlin langfristig zuverlässige, moderne Fahrzeuge, eine hohe Betriebsqualität und angemessene Preise sichert“, so die Senatorin. Zwei Modelle sind möglich. Entweder das Konzept, das bislang die Regel DPA/SOEREN STACHE war: Ein Unternehmen beschafft die Züge, hält sie instand und fährt sie. Oder ein Unternehmen kauft und wartet die Züge, ein anderes Unternehmen fährtsie –15Jahrelang. Am zweiten Konzept hatten zehn Firmen 2017 Interesse bekundet, unter anderem Bombardier, Siemens, Stadler, die DB, Go-Ahead, Transdev und Abellio. Doch die Kritik dauert an: SPD und Linke halten das Konzept für zu kompliziert, Gewerkschafter und S-Bahner befürchten die Zerschlagung der S-Bahn. Unstrittig ist: DieZüge werden Eigentum des Landes Berlin, ein landeseigener Fahrzeugpool entsteht. Es gibt eine „klare Präferenz für Vergabemodelle, bei denen das Land die Fahrzeuge möglichst frühzeitig nach Inbetriebnahme erwirbt“, so die Senatsvorlage.Weilder Staat Anschaffungen günstiger finanzieren kann als Private, ließen sich bei der Milliardeninvestition Kosten sparen. „Ich freue mich, dass es in der rotrot-grünen Koalition gelungen ist, uns auf ein Vergabekonzept zu einigen, mit dem wir die Lehren aus der S-Bahnkrise gezogen haben“, sagte der Grünen-Abgeordnete Harald Moritz.„Bei diesem Vergabekonzept haben wir auch die Interessen der S- Bahn-Beschäftigten berücksichtigt.“ 2019 wird sich zeigen, was für Angebote in Berlin eintreffen werden. Zweifel an der Version Saudi-Arabiens Khashoggi soll bei einer Schlägerei gestorben sein Der Druck auf das saudi-arabische Königshaus,die Todesumstände des Regimekritikers Jamal Khashoggi aufzuklären, wird größer. Das Königshaus hatte am Sonnabend eingeräumt, dass der Kritiker im saudischen Konsulat in Istanbul ums Leben kam. Angeblich sei er bei einer Schlägerei gestorben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die Tat. Maas stellte sogar in Aussicht, die Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien zu überdenken. Die sind der SPD sowieso schon lange ein DornimAuge. Daher forderte SPD-Chefin Andrea Nahles, die Beziehungen zu dem Land zu überdenken. Aber auch enge Verbündete zeigen sich skeptisch. US-Präsident Donald Trump etwa sagte am Wochenende, ersei mit der saudischen Erklärung „nicht zufrieden, bis wir die Antwort finden“. Er denke weiterhin über Sanktionen nach. Es sei aber auch möglich, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman nichts von der Tötung gewusst habe. Einen Waffendeal mit Saudi- Arabien zurückzunehmen, „würde uns mehr schmerzenals sie“. Großbritannien hält die Erklärung Saudi-Arabiens zum Toddes Journalisten für unglaubwürdig, will aber auch an den Beziehungen zum Land festhalten. Von Saudi- Arabien hingen Tausende von Arbeitsplätzen ab, sagte Brexit-Minister Dominic Raab am Sonntag in der Andrew-Marr-Show des Senders BBC. Außerdem sollten die Beziehungen nicht beendet werden, weil man dann keinen Einfluss mehr auf das Land nehmen könnte. (BLZ) Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 Kommentar Seite 8 194050 501504 11043 BERLIN MESSEN 10. &11. November 2018 10 –17Uhr Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin 5€Eintritt* Kinder &Jugendliche unter 16 Jahren freier Eintritt *Ticketfür beide Messetagegültig Reise &Gesundheit DieMesse für Urlaub, Fitness &Ernährung Exklusive Messeangebote Interessante Präsentationen www.berlinmessen.de

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