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Berliner Zeitung 23.04.2019

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Deutsche Verunsicherung –Harry Nutt über Jana Simons Buch „Unter Druck“ – Feuilleton Seite 19 30 Jahre „Baywatch“ Seite 26 9°/19° Sonne und Wolken Wetter Seite 2 Der ukrainische Clown: WieSelenski siegte Seite 3, Leitartikel Seite 8 www.berliner-zeitung.de Hertha, Union und die Kunst des Durchhaltens Sport Seite 18 Dienstag,23. April 2019 Nr.93HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Das Monbijou-Theater ist gerettet Berlin Seite 9 Rat von der Meisterin des Dombaus VonJoachim Frank Wer im Kölner Dom das Sagen hat, das ist vonentscheidender Bedeutung in der Stadt, die sich wie keine andere mit ihrem zentralen Baudenkmal identifiziert. 13 Jahre lang, von1999 bis 2012, war Barbara Schock-Werner als Dombaumeisterin die Stimme des Doms. Jetzt soll ihre Erfahrung Paris helfen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sie als Koordinatorin der deutschen Hilfe beim Wiederaufbau von Notre- Barbara Schock- Werner, Dombaumeisterin Notre-Dame Dame benannt. Ende April fährt sie das erste Mal nach Paris. Schock-Werner war die erste Frau an der Spitze der Dombauhütte seit der Grundsteinlegung des Doms im Jahr 751. Eine Sensation. Dasöffentliche Interesse nutzte die in Ludwigsburg geborene Architektin und Kunsthistorikerin, die vor ihrer akademischen Ausbildung Bauzeichnerin gelernt und Praktika im Zimmermanns- und Maurer- Handwerk absolviert hatte, fortan geschickt, für den Dom. Zu den besonderen Leistungen ihrer Amtszeit gehören die Neugestaltung des Zugangs zu den Domtürmen und die Entfernung der„Ziegelplombe“ an der Westfassade. Das Relikt eines Bombentreffers aus dem Zweiten Weltkrieg durch eine Nachbildung des zerstörten Mauerwerks zu ersetzen, war denkmalpflegerisch nicht unumstritten. Doch Schock- Werner setzte sich durch. Genau wie mit der zunächst fixen Idee, den Maler Gerhard Richter für die Neugestaltung des 106 Quadratmeter großen Fensters im südlichen Querhaus zu gewinnen. Dass der damalige Kölner Kardinal Joachim Meisner das 2007 eingeweihte Pixel- Kunstwerk mit seinen 11 263 Farbquadraten für deplatziert hielt und fortgesetzt darüber meckerte, machte das persönliche Verhältnis der Dombaumeisterin zum Erzbischof nicht einfacher. „Ein Dom ohne Gerüst wäre eine Horrorvorstellung.“ Dieser Satz gehört zu den einprägsamen Formeln, mit denen Schock-Werner den Mitbewohnern ihrer Wahlheimat im Gedächtnis ist. Weit über das Ende ihrer Amtszeit hinaus gilt ihr Wort etwas, etwa wenn sie sich zu Fragen der Denkmalpflege und der Stadtplanung äußert. Demnächst auch in Paris. VonElmar Schütze Im Streit um das Gas- und das Stromnetz bleiben die Fronten zwischen den Unternehmen Gasag und Vattenfall sowie dem Land Berlin verhärtet. Seit Jahren klagen die beiden privaten Versorger gegen das Land, das die Netze wieder unter seine Kontrolle bringen will. WeitereKlagen drohen. DasZiel des rot-rot-grünen Senats, diese strategisch wichtigen und gewinnträchtigen Institutionen noch in dieser Legislaturperiode zu rekommunalisieren, steht damit infrage. Während die Gasnetzvergabe derzeit bei den Gerichten liegt, gibt es wieder Streit um die Vergabe des Stromnetzes. Inder vorvorigen Woche hat der Energiekonzern Vattenfall, der das Berliner Stromnetz seit 2001 betreibt, eine Klage gegen die Vergabe an das landeseigene Unternehmen Berlin Energie angekündigt. Im konkreten Konflikt zweifeln die Schweden an, dass die Konzession für den Stromnetzbetrieb wirklich unabhängig vergeben wurde. Die Vergabe erfolgt durch eine Agentur bei der Senatsfinanzverwaltung, die Empfehlungen an die Landesregierung abgibt. Die Finanzverwaltung hatte am 5. Märzmitgeteilt, dass der Landesbetrieb Berlin Energie das beste Angebot abgegeben habe. Eine Übernahme des Netzes schien noch dieses Jahr möglich. Die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin hat nun eine formelle Rüge gegen die Auswahlentscheidung der Agentur ausgesprochen. Es wird erwartet, dass das Unternehmen klagt. Der Sprecher von Stromnetz Berlin, Olaf Weidner, sagte, man wolle sich dazu nicht äußern. In einer Pressemitteilung wurde die Auswahlentscheidung „rechtswidrig“ genannt. BeiBerlin Energie hieß es,man kommentiere„rechtliche Auseinandersetzungen vonWettbewerbernnicht“. Einer der Kritikpunkte von Vattenfall war lange Zeit, dass die Entscheidungen über das Netz nicht unabhängig, sonderninder Finanzverwaltung fallen. So ging es zuletzt um eine „chinese wall“, von der man in der Finanzwelt spricht, wenn Abteilungen eines Unternehmens –oder einerVerwaltung –sosauber voneinander getrennt werden, dass Interessenkonflikte vermieden werden. Nach Einschätzung von Daniel Buchholz, Sprecher für Klima- und Umweltschutz der SPD-Fraktion und Vorarbeiter für einen Rückkauf der Netze, könne dasLand Berlin inzwischen eine strikte Trennung nachweisen. Die Vergabeagentur arbeite komplett selbstständig. Am übergeordneten Ziel der Rekommunalisierung lässt Buchholz ohnehin keinen Zweifel aufkommen. DasStromnetz sei ein „natürliches Monopol“, niemand werde ein zweites errichten. Undsolche Monopole müssten immer kontrolliert und reguliert werden. In der Koalition hält man es für vernünftig, das „Wir wollen das Netz fit machen für die Energiewende. ZudieserWende gehört auch, dass wir dezentrale Stromerzeuger ermutigen, Energie einzuspeisen.“ Michael Efler, Sprecher für Energie- und Klimapolitik der Linksfraktion Berliner Stromnetz –bis in die Neunzigerjahre in städtischer Hand, seit 2001 im Besitz vonVattenfall –wieder öffentlich zu betreiben. Michael Efler, Sprecher für Energie- und Klimapolitik der Linksfraktion, nennt die Modernisierung als zentrales Ziel.„Wirwollen das Netz fit machen für die Energiewende. Zu dieser Wende gehört auch, dass wir dezentrale Stromerzeuger ermutigen, Energie einzuspeisen.“ Wenn das Netz in Landeshand sei, könne man Kampf um den Strom Die Rekommunalisierung des Berliner Stromnetzes kommt erneut ins Stocken: Vattenfall will klagen. Es geht um sehr viel Geld –und um die Energiewende in der Stadt EYEEM/REINHARD KRULL Gebühren für die Einspeisung niedrig halten. Daniel Buchholz vonder SPD bringt die finanzielle Komponente ins Spiel. Es sei nicht akzeptabel, dass Privatkonzerne von dieser Grundversorgung profitieren. Tatsächlich ist das Durchleiten von Strom ein einträgliches Geschäft. So bezahlt die Vattenfall- Tochter Stromnetz Berlin zuletzt 146 Millionen Euro pro Jahr für die Konzession. Dennoch konnten am Jahresende noch etwa 100 Millionen an den Mutterkonzern abgeführtwerden. Über den Wert dieses Netzes gibt es nur Schätzungen. Wolfgang Neldner, Geschäftsführer der landeseigenen Berlin Energie sagt, dass Vattenfall etwa 1,5 Milliarden Euro für das Netz verlangen könne. Lohnt sich ein Rückkauf für das Land Berlin überhaupt? DieOpposition hält das Festhalten an der Rückabwicklung für falsch. Der Senat solle die „kostspieligen juristischen Auseinandersetzungen endlich beenden und an den Verhandlungstisch zurückkehren“, schreiben der wirtschafts- und der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Gräff und Frank Henkel. Fraktionschef Burkard Dregger hat in einem Interview mit der Berliner Zeitung unlängst gesagt: „Wir haben an dem bisherigen Stromnetzbetrieb doch überhaupt nichts auszusetzen.“ Der Strompreis werde nicht niedriger,nur weil das Netz kommunal werde. Kommentar Seite 8 Sri Lanka: Islamisten unter Verdacht 300 Tote durch Anschläge auf Kirchen und Hotels Die verheerenden Anschläge auf Kirchen und Luxushotels am Ostersonntag in Sri Lanka haben weltweit Entsetzen ausgelöst. Alle sechs Angriffe wurden von Selbstmordattentätern verübt. Die Regierung machte am Montag eine einheimische Islamistengruppe für die Bluttaten mit fast 300 Toten verantwortlich. Hinter den Anschlägen stehe die Gruppe National Thowheeth Jama’ath (NTJ), sagte ein Regierungssprecher. Nach seinen Angaben glauben die Behörden aber nicht, dass eine kleine Organisation wie die NTJ allein derartig verheerende,koordinierte Angriffe verüben kann. Deshalb werdegeprüft, ob die Gruppe internationale Unterstützung hatte, welche anderen Verbindungen sie hatte und wie sie zu den Sprengsätzen für die Selbstmordattentate kam. In einem Schreiben an führende Sicherheitsvertreter hatte Sri Lankas Polizeichef Pujuth Jayasundarabereits am 11. Aprilvor Plänen der NTJ gewarnt, Anschläge zu verüben. Er berief sich dabei auf einen „ausländischen Geheimdienst“. Viele der Opfer sind Katholiken – es waren die bisher schwersten Anschläge in Sri Lanka auf die Minderheit, die sieben Prozent der Bevölkerung ausmacht. Binnen kurzer Zeit hatten am Morgen des Ostersonntags Explosionen drei Fünf-Sterne- Hotels in Colombo erschüttertsowie drei christliche Kirchen in Colombo, dem Negombo und der Ostküstenstadt Batticaloa. Die Kirchen waren zu dem Zeitpunkt voll besetzt mit katholischen Gläubigen, die die Ostermesse feierten. Mindestens 37 der Opfer sind Ausländer. Eines der Todesopfer hatte nach Informationen des Auswärtigen Amtes neben dem US- auch einen deutschen Pass. (AFP, dpa) Tagesthema Seite 2 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 21017 2. und3. November 2019 10 –17Uhr Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Jetzt Aussteller werden! Diebesten Jahre Doppelmesse Reise &Gesundheit Bis zu 15% Frühbucherrabatt bei Buchung biszum 30. April2019 Anmeldung unter: berlin.messen@dumont.de oder (030) 2327 6758 BERLIN MESSEN

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