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Berliner Zeitung 23.06.2018

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Warum scharchen wir? Und: Gibt es ein Mittel dagegen? Ein Besuch im weitweit einzigen Schnarchmuseum in Alfeld in Niedersachsen SEITEN4/5 Pat Appleton ist Stimme und Seele der Loungeband De-Phazz. Inspiration holt sie sich in ihrer Gartenlaube in Berlin-Baumschulenweg SEITE 7 Vor550 Jahren starb der Schöpfer der nach ihm benannten, wegweisenden „Gutenberg-Bibel“. Nun gibt es einen Nachdruck, und wir durften drin blättern SEITE 10 DPA/KLAUS-DIETMAR GABBERT Es könnte so schön sein: das Potenzial von Oberschöneweide – Berlin Seiten 18 und 19 Heute mit Service und Immobilien 12°/18° Hin und wieder Sonne Wetter Seite 32 AM WOCHENENDE www.berliner-zeitung.de Sonnabend/Sonntag,23./24. Juni 2018 Nr.144 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.90 € Berlin/Brandenburg: 1.70 € Hilfe vom Himmel Im Magazin: Farbe bekennen DasKünstlerpaar NeoRauch und Rosa Loy Seiten 2und 3 Ruhe bewahren EinBesuch im Schnarchmuseum Seiten 4und 5 Vonwem ist hier was? Seit mehr als dreißig Jahren sind Rosa Loy und Neo Rauch ein Paar.Wenn sie zusammen malen, ist das wie ein Schachspiel –Zug um Zug. Und am Ende gewinnen beide. Ingeborg Ruthe hat sie besucht SEITEN2/3 MAGAZIN Druck machen Dieoriginal Gutenberg-Bibel als Reprint Seite 10 Himmlische Unruh Pit und Pat Wastun, wenn der Vater AfD wählt? Seite 7 Der Mann des Jahrtausends Anzeige www.fliesen.de Über die Kunst, Serien zu drehen Feuilleton Seiten 26 und 27 Vor70Jahren verhängten die Sowjets die Berlin-Blockade. Die Allierten bauten die Luftbrücke, sicherten die Stadt und wurden verlässliche Partner. Report Seiten 2und 3 GETTY IMAGES Ach, Messi Seite 10 Jetzt gilt es also. Die deutsche Fußballnationalmannschaft steht schon nach gut einer Woche Weltmeisterschaft vor einer ArtEndspiel. Verlieren Joachim Löws Männer gegen die aus Schweden, ist das Weiterkommen so gut wie ausgeschlossen. Eine ArtSchicksalsspiel also. Aber wo bleibt eigentlich das einer solchen Lage angemessene Engagement des Publikums, die entschlossene Jetzt-erstrecht-Haltung, das kollektive Wir-schaffen-das-Gefühl? Davon ist nirgendwo etwas zu hören. Und so wenige Deutschlandwimpel wie in diesen Tagen flatterten während eines Turniers schon lange nicht mehr an Berliner Autos oder Balkonen. Schland schwächelt. Gibt es da womöglich einen größeren Zusammenhang, hat der Zeitgeist seine Finger im Spiel?Verglichen mit dem Sommermärchen 2006 oder dem Begeisterungsrausch, der die deutsche Mannschaft vor vier Jahren zum Weltmeistertitel begleitet hat, herrscht heute eine in vieler Hinsicht gedrückte Stimmung im Land. Volkspsychologen attestieren den Deutschen diffuse Zukunftsängste trotz bester Rahmendaten und spüren dem offenbar weit verbreiteten Gefühl nach, es gehe irgendwie alles bergab. Wer aber der Sorge vor dem Scheitern mehr Raum gibt als dem Vertrauen ins Gelingen –wie soll der oder die Großes leisten? Einwichtiges Fußballspiel gewinnen? Oder ein Land erfolgreich regieren? Die Parallelen zwischen dem Tief der Nationalmannschaft mit ihrem Trainer und jenem der Bundesregierung mit ihrer Kanzlerin sind ja nicht zu übersehen. Fußball habe mit Politik nichts zu tun, sagen zwar manche.Das kann man glauben, aber der Augenschein lehrtdoch etwas anderes. Und gerade Angela Merkel hat einiges getan, um diesen Zusammenhang deutlich zu machen. 2006, bei der zum Sommermärchen verklärten Fußball-WM in Deutschland, war die Bundesrepublik noch damit beschäftigt, sich an die neue Kanzlerin zugewöhnen. Und dann sahen die Bürger eine völlig gelöste,euphorisierte Angela Merkel, die jubelte und verschwitzte Spieler in der Kabine besuchte. Aufbruchsstimmung in der Politik, ein ganz neuer, unverkrampfter Patriotismus auf den Straßen und dazu eine Art Fußballkanzlerin, das passte gut zusammen. Noch vor vier Jahren fand kaum jemand etwas dabei, dass Angela Merkel als einzige Regierungschefin mal eben 10 000 Kilometer nach Brasilien flog, um der Mannschaft beim Auftaktspiel die Daumen zu drücken. Jahrezuvor hatte es ob der besonders herzlichen Beziehung zwischen der Kanzlerin und Jürgen Klinsmann schon Spekulationen gegeben, sie sehe in der Modernisierung des deutschen Fußballs durch den damaligen Nationaltrainer (und dessen Assistenten Joachim Löw) eine Blaupause für ihre Regierungspolitik. Diese These übersah freilich, dass die eigentliche Modernisierungsleistung der einstige Mittelstürmer Gerhard „Acker“ Schröder mit seiner Agenda 2010 erbracht hatte. Also war die vielleicht eine Blaupause für Klinsmanns Projekt mit der Mannschaft? Schauen wir noch ein wenig weiter zurück, so überrascht es nicht, dass Helmut Kohl sich keiner Nationalmannschaft mehr verbunden fühlte als jener, die von Berti Voigts trainiert Eine Art Endspiel Wasdie Schwäche der Fußball-Nationalmannschaft mit der Stimmung in Deutschland zu tun haben könnte VonHolger Schmale So sprechen Menschen, die viele Jahre erfolgreich ihren Job gemacht haben, nun aber an die Grenzen ihrer Möglichkeiten kommen und noch nicht ganz erfasst haben, dass der Zenit ihrer Amtszeit womöglich schon hinter ihnen liegt. wurde.Der Trainer passte bestens in das konservative, heimatverliebte Weltbild des Kanzlers aus der Pfalz. Nun also Merkel und Löw, und auch da kann man eine Art Geistesverwandtschaft erkennen. Nach dem bei der letzten Bundestagswahl erzielten schlechtesten Ergebnis der CDU/CSU seit jeher sagte die Kanzlerin: „Ich sehe nicht, was wir anders machen sollten.“ Und der Nationaltrainer erklärte nach der Niederlage gegen Mexiko:„Nein, einen Plan über den Haufen schmeißen, das machen wir schon gar nicht. Wirwerden nicht von unserem Wegabgehen.“ Aus der einstigen Aufbruchsstimmung ist Beharrung geworden, eine gewisse Selbstgefälligkeit auch. So sprechen Menschen, die viele Jahre erfolgreich ihren Job gemacht haben, nun aber an die Grenzen ihrer Möglichkeiten kommen und noch nicht ganz erfasst haben, dass der Zenit ihrer Amtszeit womöglich schon hinter ihnen liegt. Der Soziologe Norbert Seitz stellte in einem Interview „eine symbolische Entsprechung und atmosphärische Ähnlichkeiten zwischen Politik und Fußball“ fest. Aber diemangelnde Begeisterung mag auch damit zusammenhängen, dass die WM auf eine Weise politisiert ist, wie es das früher so nicht gab.Das beginnt mit dem Gastgeberland und der Kritik an der Interventionspolitik Wladimir Putins nach außenund der Repression nach innen, die manchem Fan ungute Gefühle bereitet. Dann lieferte Mesut Özils und Ilkay Gündogans Auftritt mit dem türkischen Despoten Erdogan all jenen Auftrieb,nachderen Auffassung nicht so richtig deutsch aussehende Spieler ohnehin nichts im DFB-Team zusuchen hätten. Und das sind die gleichen, die aus den vorein paar Jahren noch spielerisch ans Auto geklemmten schwarz-rot-goldenen Wimpeln Symbole ihrer fremdenfeindlichen, völkischen Gesinnung zu machen versuchen. Werwill sich schon in den Verdacht setzen, mit denen etwas gemein zu haben? Andererseits: Noch ist nichts verloren. Merkel kann ihreKoalition, die Flüchtlingsprobleme und Europas Zukunft durchaus noch in den Griff bekommen. UndLöws Männer können gewiss ihr Talent und ihren Siegeswillen so mobilisieren, dass sie noch ein ganzes Stück weiterkommen bei dieser WM. Ein wenig Optimismus ist auch in trüberen Zeiten nie verkehrt. Eine alte Fußballweisheit lautet ja, deutsche Teams seien Turniermannschaften, die erst im Laufe des Wettkampfs zur vollen Form auflaufen. Vielleicht sind die Deutschen ja auch Turnierfans,deren Begeisterung erst mit der Zeit in Fahrt kommt. Jetzt kann es damit losgehen. DieWMauf den Seiten 9bis13 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501702 61025 SUMMER SALE INBERLIN &BRANDENBURG SOFORTVERFÜGBAR |23.06. |09-18UHR &24.06. |13-18UHR INKL. 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