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Berliner Zeitung 24.01.2018

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Berliner Zeitung

Lawinenwarnung in den Alpen: Wo die Gefahr am größten ist – Seite 2 . . Mittwoch, 24. Januar 2018 Nr.20HA-74. Jahrgangwww.berliner-zeitung.de 1.50 € Berlin/Brandenburg -1.60 € Auswärts/D* ................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... 4 H A N D B A L L - E M VON MICHAEL WILKENING Dieser Mann kann sich in die Köpfe anderer einbrennen. Silvio Heinevetter ist Handball-Torwart und gerade für die deutsche Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Kroatien im Einsatz. Der 33-Jährige gehört zu den Keepern, die so viele Bälle abwehren und sich damit so viel Respekt der gegnerischen Spieler erarbeiten, dass sie alleine durch ihre Anwesenheit ihren Gegenüber zum Grübeln bringen. Heinevetter von den Berliner Füchsen ist einer der Besten seines Fachs. Er kann wie kaum ein anderer seinen Körper verbiegen, um einen Wurf des Angreifers abzublocken.Wiealle Torhüter im Handball giert erimSpiel nach dem süßen Schmerz auf seinem Körper − wenn der gehaltene Ball Silvio Heinevetter, Torhüter der Nationalmannschaft Gut wie nie 194050 5 01504 abprallt. An diesem Abend steht für ihn bei der EM das letzte Spiel in der Hauptrunde an. Gewinnen die Deutschen gegen Spanien, können sie das Halbfinale trotz vieler durchwachsener Leistungen während des Turniers noch erreichen. Soll das gelingen, kommt es auf Heinevetter und Andreas Wolff an, die das Torhütergespann bilden. „Ich denke,wir haben das beste Duo im Tor“, findet Bob Hanning, Manager der Füchse und gleichzeitig Vizepräsident beim Deutschen Handballbund. Zumeist steht Wolff zwischen den Pfosten, Heinevetter ist jedoch annähernd gleich gut wie der EM- Held von 2016. Vor zwei Jahren in Polen wuchsWolff bei der EM über sich hinaus und führte Deutschland zum Titel. Das beobachtete Heinevetter aus der Heimat. Er befand sich zu der Zeit in einer Krise. Der Füchse-Tormann war nicht mehr gut genug für das Nationalteam, auch im Klub waren die Bosse mit seinen Leistungen nicht zufrieden. Es war nicht sicher, ober dank seiner Liaison mit der Tatort-Kommissarin Simone Thomalla schon in die Klatschoder noch in die Sportberichterstattung fiel. Inzwischen herrscht Klarheit, denn Heinevetter ist wohl so gut wie noch nie in seiner Karriere. Er hat großen Anteil, dass die Füchse nach der ersten Saisonhälfte Tabellenzweiter der Bundesliga sind. Mit starken Leistungen half er, dass die Deutschen bei der EM noch Hoffnung auf die Titelverteidigung haben dürfen. Wolff und er sind nicht die besten Freunde, haben aber einen Weg gefunden, um im Team maximal für den Erfolg der Mannschaft zu arbeiten. DerBerliner füllt dabei meist die Rolle des zweiten Mannes aus, doch der ist im Handball deutlich wichtiger als beispielsweise im Fußball. Beider EM hat er bislang schon 23 Bälle gehalten –gegen Spanien sollen an Mittwochabend noch ein paar hinzukommen. SportSeite 18 ................................................................................................................. Rätsel, Sudoku 12, 27 ................................................................................................................. Stellen, Immobilien, Reise 12, 15, 16 ................................................................................................................. Klein-, Traueranzeigen 12, 13 ................................................................................................................. Berliner Verlag GmbH,10171 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr 10-16 Uhr), Fax–499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27 -50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de ................................................................................................................. Postvertriebsstück A6517 /Entgelt bezahlt 31004 VON PETER NEUMANN Wieder ist es passiert. Wieder ist ein Mensch auf einem Fahrrad von einem Lastwagen, der nach rechts abbog, getötet worden. Die 52Jahre alte Radfahrerin, die am Dienstag in Schöneberg von einem dreiachsigen Lkw überrollt wurde, ist die erste Verkehrstote des Jahres 2018 in Berlin. „Wieder ein Rechtsabbiegeunfall“, sagte Lara Eckstein vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Der Senat müsse mehr dafür tun, dass solche Unglücke endlich seltener werden. EinPolizeibeamter entgegnete: „Oft bringen sich die Radfahrer selber in Gefahr.“ Werhat recht? Es war noch dunkel, als sich in Berlin der erste tödliche Verkehrsunfall des neuen Jahres ereignete. Das Unglück geschah gegen 6.35 Uhr amKaiser-Wilhelm-Platz, teilte die Polizei mit. Eine Radfahrerin wollte links in die Hauptstraße abbiegen, auf dem markierten Schutzstreifen, der zunächst geradeaus führt. Doch sie gelangte nicht weit. „Verantwortung tragen“ Todauf dem Radstreifen In Berlin ist der erste tödliche Verkehrsunfall des Jahres zu beklagen. Wieder einmal stirbt ein Mensch unter einem Lastwagen, der rechts abbiegt. Der Senat verspricht, Kreuzungen zu entschärfen So viele Radfahrer verunglückten inBerlin tödlich 6 11 15 Ein Lastwagen einer Wittenauer Spedition, der ebenfalls aus der Kolonnenstraße kam, erfasste die Radfahrerin, als er rechts in die Hauptstraße abbog. Siestarb am Unfallort. Um Gaffer abzuhalten, stellten Polizisten einen Sichtschutz auf. Der 47-jährige Lkw-Fahrer wurde mit einem Schock in eine Klinik gebracht. Später stellte jemand das Fahrrad auf den Gehweg. „Es wirkte fast unversehrt“, sagte Susanne Grittner vom ADFC, der ein Vereinskollege Fotos gesandt hatte. „Und das vordere Licht leuchtete noch lange.“ Auch der Lkw stand noch eine Zeit lang da. Er trug die Aufschrift: „Verantwortung tragen.“ Es wirkte wie ein böser Zufall. Dabei geht es bei diesem Thema genau darum: Wer trägt die Verantwortung? Immer wieder ereignen sich schwere Abbiegeunfälle.Auch in Berlin, wie der ADFC aufzeigt: Von den 107 Radfahrern, die während der vergangenen zehn Jahretödlich verunglückten, kamen 34 durch abbiegende Lkw ums Leben. Im vergangenen Jahr waren es vier von neun Verunglückten. In diesem Jahr ereignete sich der erste schwereRechtsabbiegeunfall dieses Jahres am vergangenen Freitag. Die 22-jährige Radfahrerin liegt weiter im Koma. Werträgt die Verantwortung? „Manchmal kann ich nicht verstehen, warum sich Radfahrer selbst gefährden“, sagte ein Polizist. Nicht selten könne er in Berlin beobachten, dass Radler offenbar keine Angst vor Lastwagen haben. An Ampeln stünden sie direkt neben großen Fahrzeugen und warten auf grünes Licht. 9 „Natürlich empfehlen auch wir Radfahrern, stets abzuschätzen, ob sie gesehen werden“, entgegnete LaraEckstein. „Aber was soll ich tun, wenn mich plötzlich links ein Lkw überholt? Sofort vom Rad springen und auf dem Gehweg warten?“ Begegnungen mit schweren Lastwagen kämen im Berliner Verkehr viel zu häufig vor, als dass Flucht die Richtschnur sein könnte. „Wir wissen, dass viele Polizisten sagen oder denken: selbst 10 10 2010 '11 '12 '13 '14 '15 '16 '17 17 BLZ/HECHER; QUELLE: POLIZEI BERLIN schuld“, bestätigte Bernd Zanke vomADFC Reinickendorf. Dabei sei die Rechtslage klar: Kraftfahrer müssen auf schwächereVerkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. „Das passiert längst nicht immer“, so Zanke. Doch es sei Pflicht – auch für Lkw-Fahrer, die unter Arbeitsdruck stünden. Radfahrer sind Rowdys, klar, dass sie tödlich verunglücken: So denken viele Berliner. Dabei wurden acht der neun tödlichen Radlerunfälle, die sich 2017 ereigneten, von Kraftfahrern verursacht. Fünf Opfer entsprachen auch vom Alter her nicht dem Rüpel-Klischee: Sie waren zwischen 75 und 80 Jahrealt. 9 „Wie viele Tote noch?!,“ fragte der Grünen-Abgeordnete Harald Moritz. Assistenzsysteme, die Lkw-Fahrernbeim Abbiegen helfen, müssten zur Pflicht werden. Wo nötig, seien getrennte Ampeln für Rechtsabbieger und Geradeausfahrer sinnvoll. „Berlin kann mehr tun“, sagte Lara Eckstein. Die Polizei müsste öfter kontrollieren, ob Lkw-Spiegel in Ordnung sind. Der Senat müsste weitere Unfallkommissionen ins Leben rufen: „Die jetzige Kommission leistet gute Arbeit, Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Aber siekommt mit der Arbeit einfach nicht nach.“ Bundesratsinitiativegeplant „Unser Ziel ist es,die Zahl der im Straßenverkehr Verletzten oder Getöteten auf ein Minimum zu reduzieren“, sagte Matthias Tang, Sprecher von Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne). Das geplante Mobilitätsgesetz werde den Senat verpflichten, jedes Jahr mehr Knotenpunkte sicher zu gestalten –erst zehn, später bis zu 30. Für Kreuzungen würden Farbmarkierungen geprüft. „Die Unfallkommission haben wir aufgestockt, damit mehr für dieVerkehrssicherheit getan werden kann.“ Zudem arbeite der Senat an einer Bundesratsinitiative zur Verkehrssicherheit, in der es auch um Maßnahmen geht, die Lkw-Abbiegeunfälle verhindern können. Bei dem Thema müsse die Bundesebene aktiv werden. Für diesen Mittwoch, 17.30 Uhr, rufen der ADFC, Changing Cities und andere Radaktivisten zu einer Mahnwache am Unfallort auf. Der ADFC stellt ein weißes Geisterrad auf. (mit kop.) GETTY IMAGES 2. FUSSBALL-BUNDESLIGA Holstein Kiel –1.FC Union Berlin 2:2 SportSeite 20 Gedicht von Gomringer wird übermalt Alice-Salomon-Hochschule gestaltet ihre Fassade neu V ON SUSANNE LENZ Seit fast sieben Jahren steht ein Gedicht des Schweizer Lyrikers Eugen Gomringer an der Fassade der Alice-Salomon-Fachhochschule in Marzahn-Hellersdorf. Nun wird es entfernt. Der Akademische Senat beschloss am Dienstag mehrheitlich, die Fassade neu zu gestalten und ab Herbst dort ein Gedicht der Poetik-Preisträgerin Barbara Köhler zu präsentieren. Der Poetik-Preis wird von der Hochschule seit 2006 vergeben. 2011 war Gomringer damit ausgezeichnet worden. Mit der Entscheidung versucht die Schule, eine heftig geführte, auch international beachtete Debatte zu beenden. Studenten und auch Hochschulangehörige hatten an dem Gedicht kritisiert, patriarchalische Traditionen zu reproduzieren, in denen Frauen zu Objekten reduziertwürden. DerSexismusverdacht war in der Welt. Das Gedicht steht auf Spanisch an der Wand. In der Übersetzung lautet es: „Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen IMAGO und Blumen und Eugen Frauen und /ein Gomringer Bewunderer.“. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AstA) forderte bereits 2016, das Gedicht zu entfernen. Das Deutsche PEN-Zentrum und der Kulturrat warnten vor Zensur. Auch unter den Lesern der Berliner Zeitung entstand eine intensive Debatte, ob das Gedicht stehen bleiben soll. Gomringer selbst hat die geplante Übermalung scharfkritisiert. „Das ist ein Eingriff in die Freiheit vonKunst und Poesie“, sagte der 93- Jährige am Dienstag.Erbehalte sich rechtliche Schritte vor. Auch die Kritik an seinem Werk ließ er nicht gelten. Er sagte, letztlich gehe es den Verantwortlichen um die Entfernung eines „nicht weichgespülten Gedichts“. Sollte es tatsächlich übermalt werden,habe er die Hochschule aufgefordert, mit drei Plakaten an sein Gedicht und die Debatte darum zu erinnern. DasHausfür Poesie in Berlin kündigte am Dienstag an, bei der Vergabe des Poetikpreises künftig nicht mehr mit der Hochschule zu kooperieren. (mit dpa) Feuilleton Seite 21 WETTER BERLIN: Starkbewölkt. Tageshöchstwerte bei 11, nachts um 4Grad. Seite 28 16. &17. BERLIN MESSEN Februar 2018 Dein Marktfür Ausbildung,Karriere, 9–16Uhr Weiterbildung &Qualifizierung Freier Eintritt Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Interessante Präsentationen Spannende Workshops Attraktive Angebote Weitere Informationen:www.berliner-zeitung.de/berlin-messen|berlin.messen@dumont.de SCHIRMHERRSCHAFT Frau ElkeBreitenbach Senatorin für Integration, Arbeit undSoziales

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