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Berliner Zeitung 24.05.2018

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Die abenteuerliche Reise mit einem Kind mit Down-Syndrom – Berlin Seite 15 Heute mit Kulturkalender 14°/25° Viel Sonne, wenig Wind Wetter Seite 2 Liebe in heiliger Ödnis: Der Film „In den Gängen“ Feuilleton Seite 21 www.berliner-zeitung.de Gute Geschäfte: Merkels elfte Reise nach China Tagesthema Seite 2 Donnerstag,24. Mai 2018 Nr.118 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Der menschliche Autor: Zum Tode von Philip Roth Seite 3 Fest an den Freiheitswillen glauben VonHarry Nutt Eshat womöglich mit der jähen Unterbrechung der Vergabe des Nobelpreises für Literatur zu tun, dass man geneigt ist, die Aufmerksamkeit für andereLiteraturpreise zu erhöhen. Dabei gehört der britische Man-Booker-Preis seit jeher zu den herausragenden Auszeichnungen für schriftstellerische Leistungen, und die Vergabe des Preises an die Schriftstellerin Olga Tokarczuk ist in künstlerischer Hinsicht nicht verwunderlich. Bemerkenswert ist indes, dass die internationale Olga Tokarczuk aus Polen erhält den Man-Booker-Preis. Polen Ausgabe des diesjährigen Man-Booker- Preises erstmals an eine polnische Autorin geht (wobei sie sich diesen Preis mit der amerikanischen Übersetzerin Jennifer Croft teilen muss) –ausgerechnet in einer Zeit, in der insbesonderepolnische Einwanderer einen eher schwerenStand im Brexit-Reich haben. Die 56-jährige, in Sulechów bei Zielona Góra geborene Olga Tokarczuk ist eine herausragende Schriftstellerin der mittleren Generation ihresLandes,die sich dorthäufig auch in politische Debatten eingemischt hat. Mit Blick auf die aktuellen Auseinandersetzungen, insbesondere über das umstrittene Holocaust-Gesetz, gestand Olga Tokarczuk zuletzt in einem Interview ihre politische Naivität. Sie habe irrtümlicherweise angenommen, sagte Tokarczuk spürbar resigniert, dass Polen in der Lage sei, auch die dunklen Aspekte seiner Geschichte offen zu diskutieren. Trotz des rasanten Abbaus demokratischer Rechte durch die konservative PiS-Regierung hat Tokarczuk sich stets optimistisch gezeigt, dass am Ende der Freiheitswille der Polen die Oberhand behalte. In ihrem nun mit dem Man-Booker-Preis ausgezeichneten Roman „Unrast“ lässt Olga Tokarczuk ihre Romanfiguren einen langen Wegzurück in die Zeit unternehmen. Der Roman kann über die Geschichte vomVerschwinden einer Mutter und ihres Sohnes während des Urlaubs hinaus auch als eine Erzählung über modernes Nomadentum in der globalisierten Welt gedeutet werden. Die Einzigartigkeit Polens aber ist Olga Tokarczuk bereit, mit allen ihr zur Verfügung stehenden literarischen Mitteln zu verteidigen. Deutschlands In Hamburg werden an zwei starkbefahrenen Straßen Verbotsschilder aufgestellt. Dieselfahrzeuge mit Euro-Norm6dürfen passieren, alle anderen müssen rechts abbiegen. erstes Fahrverbot Hamburg macht ernst. Vom31. Maian dürfen Dieselstinker zwei Straßen nicht mehr befahren. Auch in Berlin ist das Verbot nicht vom Tisch. VonPeter Neumann Die Freie und Hansestadt ist der Vorreiter.Als erste Stadt in Deutschland wird Hamburg Straßen für ältereDieselfahrzeuge sperren. Die Durchfahrtsbeschränkungen treten am 31. Mai inKraft, teilte die Behörde für Umwelt und Energie am Mittwoch mit. Für Lastwagen, die nicht die Umweltnorm Euro 6erfüllen, sind Teile der Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee tabu. In der Max-Brauer-Allee gilt das Fahrverbot auch für Pkw,die nicht Euro 6 entsprechen. Die betroffenen Abschnitte sind insgesamt 2180 Meter lang. Ein Verstoß kostet 25 Euro für Pkw und 75 Euro für Lkw.Damit reagiertHamburgdarauf, dass die Stickoxidbelastung dortzuhoch ist. Allerdings werden weitreichende Ausnahmen vom Fahrverbot angekündigt. Sie gelten unter anderem für Anwohner, deren Besucher, Kunden und Beschäftigte ansässiger Läden, für Handwerker und Lieferverkehre. Berlin geht einen anderen Weg. Hier soll zunächst erneut untersucht werden, ob Tempo 30 und eine Verstetigung des Verkehrs die Luft sauberer machen. „Wenn diese und andere Maßnahmen die Belastung nicht ausreichend reduzieren, kann es auch in Berlin zu streckenbezogenen Fahrverboten kommen“, bekräftigte Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) am Mittwoch. „Zurzeit prüfen wir, ob und wie diese umgesetzt werden könnten und welche verkehrlichen Auswirkungen sie auf Parallelstrecken hätten.“ Sie erneuerte ihre Kritik an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU):„Wegen derWeigerung der Automobilindustrie, die Dieselmotoren mit Hardware nachzurüsten, kommt es jetzt zu den ersten Fahrverboten. Die Bundesregierung schaut weiter zu und lässt sich von der EU verklagen, statt die Hersteller zu dieser Nachrüstung zu verpflichten.“ Den Schaden haben Anwohner hoch belasteter Straßen, derenGesundheit gefährdet wird. Die Leipziger Straße ist seit April Schauplatz des ersten Berliner Versuchs für saubere Luft. Als Nächstes sollen in der Potsdamer und in der Hauptstraße Tempo 30 sowie neue Ampelschaltungen eingeführt werden. Ebenfalls noch 2018 folgen der Tempelhofer Damm und die Kantstraße.Die fünf Test-Abschnitte sind insgesamt rund 8,2 Kilometer lang. „Wenn unsere Maßnahmen die Belastung nicht ausreichend reduzieren, kann es auch in Berlin zu streckenbezogenen Fahrverboten kommen.“ Regine Günther, Berliner Umweltsenatorin, will Beschränkungen für Dieselfahrzeuge vermeiden. Doch ausgeschlossen sind sie nicht. Der Stickoxidausstoß nimmt beim Anfahren zu. Wenn der Verkehr flüssiger wird, sinkt er –sodie Annahme. Falls die Umstellungen Erfolge zeigen, will der Senat 2019 in rund einem Dutzend weiterer Straßen Tempo-30-Schilder aufstellen, zum Beispiel in der Frankfurter Allee,der Oranien-, Kolonnen- und Elsenstraße sowie in der Prinzenallee. Damit derVerkehr tatsächlich flüssiger rollt, müssen Straßen auch auf Falschparker hin kontrolliertwerden. DPA Die Bezirke weisen allerdings darauf hin, dass ihre Ordnungsämter mehr Personal bräuchten. Tempelhof- Schöneberg hat einen Bedarf von zehn Beschäftigten errechnet. Kritisch gesehen wirdauch, dass dieVerkehrslenkung als obere Straßenverkehrsbehörde mit der Vorbereitung der Versuche so gut wie ausgelastet ist. Für andereMaßnahmen fehle Kapazität, klagen Beobachter. Der Senat will Dieselfahrverbote möglichst vermeiden, auch die FDP lehnt sie ab –nicht nur,weilsie viele Bürger und den Wirtschaftsverkehr treffen würden. Derzeitgibt es keine Möglichkeit, „saubere“ Dieselfahrzeuge verbindlich zu kennzeichnen. Zwar lässt die Senatorin prüfen, ob das Land Berlin eine blaue Plakette einführen könnte. Doch die Verwaltung schätzt einen solchen Alleingang als kaum umsetzbar ein. Die FDP kritisierte die Fahrverbote als „reine Symbolpolitik“. „Innovationen leisten einen höheren Beitrag“, bekräftigte der Verband der Automobilindustrie. „Allein die natürliche Bestandserneuerung durch moderne und saubere Dieselfahrzeuge wirdzueiner erheblichen Steigerung der Luftqualität führen.“ Dagegen lobte die Deutsche Umwelthilfe die Fahrverbote. Sie klagt auch in Berlin auf deren Einführung. Berlin verunsichert Brandenburger Streit um Grundstücke und Häuser am Stadtrand VonJulia Haak Fast 30 Jahre nach der Wende haben in Brandenburgalte Anträge des Landes Berlin auf Rückübertragung vonGrundstücken für Verunsicherung gesorgt. 300 Grundstückseigentümer im benachbarten Landkreis Havelland erhielten entsprechende Schreiben. Darin wurden gravierende Folgen angekündigt. Denn bis solche Ansprüche geklärt sind, dürfen sie ihre Grundstücke nicht verkaufen, nicht einmal beleihen. Der Vorbehalt wird imGrundbuch eingetragen. Nun stellt sich allerdings heraus,dass das Land Berlin seine Anträge zurückzieht. Die Anträge des Landes Berlin stammen aus dem November 1990. Eigentlich sollten diese Fragen längst von den ehemaligen Landesämtern für offene Vermögensfragen abgearbeitet sein. Es gibt jedoch immer noch offene Verfahren. Für die letzten Anträge ist das Landratsamt Oder-Spree stellvertretend für alle Kreise zuständig. Im Kreis Havelland sind die alten Akten bei einer letzten Durchsicht aller seit der Wende jemals bearbeiteten Fälle aufgetaucht. Nach einer Bundesregelung müssen sämtliche offenen Fälle bis 30. Juni ins Grundbuch eingetragen werden. DieBriefe an die Eigentümer haben in der betroffenen Gemeinde für erhebliche Unruhe gesorgt. Auf Anfrage der Berliner Zeitung teilt die Senatsfinanzverwaltung am Mittwochabend mit, Berlin habe seine Rücküberführungsansprüche als ehemaliger Eigentümer von in Volkseigentum überführten Grundstücken geltend gemacht. Zum Antragszeitpunkt habe „erhebliche Rechtsunsicherheit“ geherrscht. Kommentar Seite8,BerlinSeite 10 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 41021 Juni 2018 Programmauswahl, alleTermine unter www.urania.de Fr, 01.06. 19.30 Uhr Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit Prof. Dr. Tilman Santarius, Constanze Kurz ©Joachim Gern ©Büro Joschka Fischer ©Dirk Bleicker ©Frank Röth FAZ Mo, 04.06. 19.30 Uhr Emmanuel Macron: Visionär für Europa & Herausforderung für Deutschland M. Wiegel, J. Fischer Mo, 11.06. 19.00 Uhr Karl Marx –Perspektiven aus Ost und West Dr. G. Gysi, Dr. J. Neffe Fr, 15.06. 19.30 Uhr In welcher Zukunft wollen wir leben? Bernd Kolb, Dr. Ulrich Bleyer ©privat ©Andreas Hassiepen Mo, 18.06. 19.30 Uhr Das Glück bei Goethe – oder: Die Kunst des Überlebens Dr. Manfred Osten, Prof. Dr. R. Safranski Mi, 20.06. 19.30 Uhr Chancen und Gefahren für den deutschen Mittelstand Mario Ohoven ©Stella von Saldern Mo, 25.06. 19.30 Uhr Mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Krisenprävention & Friedensförderung Dr. h. c. E. Bulmahn Mi, 27.06. 19.30 Uhr Mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Der Iran –von innen und von außen betrachtet Dr. Cornelius Adebahr Fr, 29.06. 19.30 Uhr We don’t need another hero – 10. Biennale für zeitgenössische Kunst Gabriele Horn Urania KulTouren 13.10. -21.10.18 Sizilien 03.10. -07.10.18 Route der Industriekultur 22.06. -01.07.18 10.08. -19.08.18 Baltikum ©SeanPavonePhoto/fotolia.com Informationen und Tickets: Urania Berline.V. 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