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Berliner Zeitung 24.05.2019

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Erinnerungen an das rosa Kaninchen: Nachruf auf Judith Kerr – Feuilleton Seite 21 Sicher: Karneval der Kulturen Seite 11 11°/22° Wechselnd bewölkt Wetter Seite 2 Spurensuche: Wasvon der Sowjet-Armee geblieben ist Berlin Seite10 www.berliner-zeitung.de Das Ende ist nah: Mays letzte Deals Politik Seite 5 Freitag,24. Mai 2019 Nr.119 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Musikindustrie: Der Sound kommt aus Berlin Made in Berlin Seite 6 Schaffner im Zug der Liebe VonMarcus Weingärtner Als Pegida aufmarschierte,reichte es Jens Schwan. Ein Gegengift musste her, eine Demo in Berlin für mehr Toleranz und Menschlichkeit. Gemeinsam mit seinem Freund Martin Hüttmann brachte Schwan 2015 den ersten Zugder Liebe auf die Straße: Mehrere tausend Menschen demonstrierten gegen rechte Umtriebe und für eine menschliche Lösung der Flüchtlingsproblematik. UnddaHüttmann und Jens Schwan ist Mitorganisator der Demo im August. Demo Schwan wissen, wie der Berliner tickt, wurde die Demo von Musiktrucks begleitet –der Zug der Liebe wurde so aus dem Stand heraus, was die Loveparade nie war: eine politische Veranstaltung mit Musik und ohne kommerzielle Interessen. 2018 sollte dann Schluss sein, mittlerweile war der Zug der Liebe auf mehrere zehntausend Teilnehmer angewachsen und die Organisation wurde zur Belastung für das Team, zu dem noch Felix Hartmann gestoßen war. „Ich arbeite voll, ich habe eine Familie, irgendwann wurde es einfach zu viel“, sagt Schwan, 47 Jahre alt und gebürtiger Berliner,über sein Ehrenamt, das ihn sechs Monate im Jahr beansprucht. Hinzu kommt die Finanzierung: Rund 100 000 Euro kostet die Demo, das Geld wird durch eine Charityparty erwirtschaftet. „Das alles ohne Sponsoren und Merchandising, das schlaucht“, so Schwan. Doch der Zugder Liebe lässt sich nicht so einfach stoppen: Bei einem Treffen im Januar kamen so viele freiwillige Helfer, dass man sich entschied, doch weiterzumachen. Ein Crowdfunding brachte rund 28 000 Euro zusammen, die gröbsten Kosten sind gedeckt und so wird es am 24. August wieder einen Zug der Liebe geben. Start ist um 13 Uhr am Schlesischen Busch. Das Motto: „30 Jahre Mauerfall – weg mit neuen Meinungsmauern“. Alles ist drin Der 1. FC Union schießt im Relegations-Hinspiel zwei Auswärtstore. Am Montag kann der Aufstieg in die Erste Bundesliga gelingen Sport Seite 20 Schäuble: Jeder lebt in seiner Blase Bundestagspräsident: Soziale Medien erschweren Meinungsaustausch. Reaktion auf CDU-kritisches Video VonSteven Geyer und Daniela Vates Zuerst gab es scharfe Kritik vom CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am YouTuber Rezo und dessen Video „Die Zerstörung der CDU“ –dann eine Einladung zum Meinungsaustausch. „Lass uns über Deine Kritik an der CDU sprechen, aber bitte höre auch uns zu, wie wir die Dinge sehen“, schrieb Ziemiak auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Wir machen nicht alles richtig. Du hast Kritikpunkte benannt, die berechtigt sind.“ In einer ersten Reaktion hatte Ziemiak noch vonFalschbehauptungen gesprochen. Ob Rezo die Einladung annimmt, blieb zunächst offen. Seit Tagen wird das knapp einstündige Video nicht nur im Netz diskutiert. Mehr als fünf Millionen haben es bereits angeklickt, das setzt Maßstäbe. Rezo rechnet darin mit der Politik der CDU (und auch ein wenig mit SPD, FDP und AfD) ab. Er wirft der Union unter anderem vor, beim Klimawandel untätig zu sein, Politik für Reiche zu machen und „krasse Inkompetenz“ beim Thema Urheberrecht und Drogenpolitik. Nun hat sich sogar Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zu Wort gemeldet. Er hat die Verflachung der politischen Debatte durch die sozialen Medien beklagt und die Resonanz auf das Anti-CDU-Video relativiert. „Der Siegeszug des Internets, die sozialen Netzwerke, verändern den Tonund erschweren den Austausch von Meinungen, weil jeder in seiner Filterblase bleibt. Dadurch wird esschwer, zuEntscheidungen zu kommen“, sagte Schäuble der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). Es fänden sich in dieser Form der Auseinandersetzung auch leichter Mehrheiten gegen etwas als für etwas. Die insozialen Medien geläufige Zuspitzung auf sehr kurze Botschaftenkönne den Kern einesThemas oft nicht darstellen, sagte Schäuble weiter. Erglaube nicht, „dass sich die Kompliziertheit der Welt in 280 Zeichen erfassen lässt“, sagte er mit Blick auf den Kurznachrichtendienst Twitter.Essei bedenklich, dass junge Menschen oft zwar über viele Informationen verfügten, diese aber sehr fragmentiert seien. „Mich besorgt, wenn junge Menschen keine Bücher mehr am Stück lesen. Sie lesen Auszüge, sie wissen sehr viel und vielerlei. Aber sie lesen nicht mehr in Gänze. Ich fürchte aber, erst das befähigt zum selbstständigen Denken“, sagte Schäuble. Auf die Frage nach den hohen Abrufzahlen für das Video des YouTubers Rezo, indem dieser zur „Zerstörung der CDU“ aufruft, sagte der Bundestagspräsident: „Niki Lauda ist gestorben, das haben bestimmt 150 Millionen Leute in Deutschland geklickt, obwohl wir nur 80 Millionen Einwohner haben.“ Sich selber bezeichnete der 76-Jährige als „Digital Immigrant“ und in der digitalen Welt „schlecht integriert“. Ein ursprünglich als Reaktion auf die kritischen Äußerungen des You- Tubers geplantes Internet-Video des jungen Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor wollte die CDU nicht veröffentlichen. Amthor sagte am Rande einer Veranstaltung, die CDU wolle lieber das persönliche Gespräch suchen. Tagesthema Seite 2, Politik Seite 4, Pro und ContraSeite 8 MSSP/TOM KOHLER Das Rockhaus in Lichtenberg ist gerettet Kultursenator.Die nächsten 20 Jahre sind gesichert Das sogenannte Rockhaus in Berlin-Lichtenberg mit 160 Proberäumen für Musiker ist gerettet. Gemeinsam mit dem privaten Eigentümer und den Nutzernsei eine tragfähige Lösung gefunden worden, gab Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus bekannt. Diese sei zwar noch nicht unterzeichnet worden, aber: „Das Ergebnis wird sein, dass das Rockhaus bleibt und für die nächsten 20 Jahre gesichert ist.“ Damit werde esweiter Proberäume für bis zu 1000 Musiker geben. „Die Kündigung ist damit vomTisch.“ Ursprünglich war den Musikern zum 30. Juni 2019 gekündigt worden. Siemüssen nun nach denWorten Lederers Mieterhöhungen hinnehmen. Das Land Berlin werde sich an den Kosten für das Gebäudemanagement mit 2,50 Euro je Quadratmeter beteiligen, so Lederer. Die Miete dürfte dem Vernehmen nach auf 15 Euro steigen. Derzeitbezahlen Musikernach eigenen Angaben zwischen fünf und zehn Euro,jenach Alter des Mietvertrages. Eigentümer des Rockhauses ist die Scharfstein Group des Immobilienunternehmers Shai Scharfstein. Dieser hatte sich einen monatelangen Streit mit dem Betreiber Dirk Kümmerle geliefert. Künftig soll das Land über die Gesellschaft für Stadtentwicklung gGmbH Betreiber des Rockhauses sein. (mak.) Berlin Seite 9 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 51021 Neuheiten Workshops Messeangebote im LetteVereinBerlin am Viktoria-Luise Platz Berliner Fotomesse 2019 Heute und morgen

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