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Berliner Zeitung 25.04.2019

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Respekt statt Hass: Wieein Oppositionspolitiker Istanbul erobert – Seite 3 Heute mit Kulturkalender 12°/24° Ab und an Wolken Wetter Seite 2 Boris Palmer und die Bahn-Affäre Politik Seite 5, Kommentar Seite 8 www.berliner-zeitung.de Wieecht sind Online-Bewertungen? Wissenschaft Seite 17 Donnerstag,25. April 2019 Nr.95HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Pokalfinale: RB Leipzig trifft auf Bayern München Sport Seite 20 Sein Zittern als Zeichen VonChristian Schlüter Lange hat der Fernsehmoderator Frank Elstner seine Parkinson- Erkrankung verheimlicht. Die entsprechende Diagnose habe er bereits vordreiJahren bekommen, sagte der 77-Jährige nun der Wochenzeitung Die Zeit und bestätigte damit seit längerer Zeit bestehende Vermutungen. Außer seiner Familie und seinem besten Freund habe er niemandem davon erzählt. Dass er öffentlich über seine Erkran- Frank Elstner wird auch weiterhin moderieren. Parkinson kung spreche, solle ein Zeichen setzen, er hoffe, dass „eine gewisse Natürlichkeit Einzug halten“ werde, was unseren Umgang mit Parkinson abgeht: „Dann zittere ich halt.“ Überdies sei jedes Jahr, das jetzt dazukomme,ein Bonusjahr. Noch voreinem Jahr hatte Elstner den durch sein auffälliges Zitternbei einer Fernsehshow öffentlich aufgekommenen Parkinson-Verdacht offensiv bestritten. Damals sprach er gegenüber der Illustrierten Bunte noch von einem „nervositätsabhängigen Tremor“, dessen Ursachen „bis jetzt noch nicht hundertprozentig geklärt sind“. Zu dieser Zeit lag, so heißt es jetzt im Interview, die Diagnose aber längst vor. Der Erfinder der legendär gewordenen Show „Wetten, dass..?“ sagte der Zeit, er sei ein „Weltmeister im Verdrängen“. Er wolle versuchen, Parkinson ein wenig vonsich fernzuhalten.„Warum soll ich den jetzt reinlassen und sagen: Mach mit mir,was du willst.“ Beeinträchtigungen des Gedächtnisses oder Schluckbeschwerden habe er bislang nicht. „Doch wenn ich heute Morgen meine Pille nicht genommen hätte, würde ich jetzt mehr zittern. Wenn ich eine nehme, dann hält es wieder ein paar Stunden. Ichhoffe,dass das noch ein paar Jährchen so geht.“ Er frage sich, so Elstner, oberan den Spätfolgen seiner beruflichen Überanstrengung leide:„Ich bin nicht fürs Fernsehen gebaut …und ein introvertierter Mensch. Immer, wenn ich rausgehe,muss ich mich zwingen. Ich habe den Frank Elstner immer nur gespielt.“ Und doch kommt er nicht vomFernsehen los.Am25. April wird seine neue Talkshow „Wetten, das war’s..?“ starten. Die Sendung ist auf YouTube zu sehen. Erster Gast wirdJan Böhmermann sein. Unsere Wüste Der Boden ist trocken, im April fiel kaum Niederschlag. Steht uns wieder ein Dürresommer bevor? Tagesthema Seite 2 Berlin geht gegen die Spätis vor Mittes Bezirksbürgermeister von Dassel will stärker kontrollieren und den Alkoholverkauf eindämmen VonMartin Klesmann Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) möchte gegenüber Spätverkaufsstellen nicht mehr so nachgiebig sein. Er will sie künftig ungleich stärker kontrollieren, weil etliche Betreiber durch massiven Alkoholverkauf gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen. Zudem sollen die Späti-Kioske am Sonntag gar nicht mehr öffnen dürfen. „Es muss jeder wissen, dass Spätis in Berlin am Sonntag zu haben“, sagte von Dassel der Berliner Zeitung. Sie sollten also am Sonnabend um 24 Uhr schließen. „Das macht in Berlin zurzeit komplett niemand.“ Auch wenn man dann am Sonntagmorgen keine Milch mehr werdekaufen können, sagte er. Damit stellt sich der Bezirkspolitiker gegen einen Parteitagsbeschluss der Grünen. DiePartei hatten entschieden, sonntägliche Öffnungszeiten für Spätis gesetzlich zu verankern. Der Begriff von Berlin als Stadt der Freiheit werde hier überstrapaziert, meint vonDassel und stößt damit eine Debatte darüber an, inwieweit die Berliner Verwaltung bewusste Regelverletzungen einfach hinnehmen kann. „Es gibt Kleingewerbetreibende, die haben drinnen fünf Plätze und brauchen deshalb noch nicht einmal eine Toilette“, sagte vonDassel. DasBezirksamt genehmige nach grober Berechnung 30 Außenplätze, die Betreiber würden mitunter einfach noch mehr Tische für weitere 50Personen draußen hinstellen.„Und plötzlich haben sie 100 Leute da, die Alkohol trinken und keine Toilette dahaben.“ Als besonders eindrückliches Beispiel nannte er den Rosenthaler Platz in seinem Bezirk, aber auch am Alexander- oder dem Leopoldplatz sei das ähnlich. Eine Fehlentwicklung ähnlich wie bei den Spielhallen, wo seinerzeit viele leere Gewerbeflächen zu Automatenhallen wurden, müsse bei den Spätis verhindert werden. Selbst über Verbotszonen für Alkoholkonsum wie in baden-württembergischen Kommunen will sich von Dassel informieren. „Wir haben hier eine ungesunde Explosion von Spätis“, sagt Andreas Becker, Betreiber des Circus-Hotels „Die Läden machen wieder auf, kaum dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes durch die Straße gelaufen sind. Auch eine Strafe von 200 Euro haben die Betreiber in einer Stunde wieder reingeholt.“ Stephan von Dassel, Bezirksbürgermeister von Mitte, über nicht regelkonforme Spätis am Rosenthaler Platz und Sprecher einer Anwohnerinitiative. „Leute verrichten hier nachts starkalkoholisiert ihre Notdurft im Freien.“ Allein rund um den Rosenthaler Platz gebe es inzwischen 13 Spätis. „Einzelne beugen massiv das Gewerbe- und Gesundheitsrecht“, sagte Becker. Er meint auch das Draußensitzen nach 22 Uhr oder dubiose Beschäftigungsverhältnisse. Anwohner, die sich beschwerten, seien sogar vom Personal bedroht worden. „Und das Ordnungsamt schreitet nicht ein“, sagt Becker.Dafür wiederum hat von Dassel eine Erklärung: „Wir haben oft leider nur sechs Leute draußen, dabei soll überall kontrolliert werden.“ Bisher müssen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes tatsächlich bis 22 UhrihreBüros verlassen, sie kommen also gegen 21 Uhrvon ihrer letzten Streife, um ihre Bescheide zu schreiben. Da fängt die Partyvor vielen Spätis aber erst richtigan. „Wir haben eine ganz lange Auseinandersetzung mit dem Senat über die Ausweitung der Arbeitszeit gehabt“, sagte von Dassel. Als Kompromiss dürften Ordnungsamtsmitarbeiter künftig bis 24 Uhrarbeiten. Grünen-Politiker Georg Kössler, der für Neukölln im Abgeordnetenhaus sitzt, warnt indes davor, alle Spätis zu verteufeln. In Neukölln gebe es derzeit einen pensionierten Polizisten, der Spätis, die gegen die Regeln verstoßen, anzeige. „Das ist formal korrekt, aber nicht die Berliner Linie.“ Kössler verfolgt lieber seine Idee, die Sonntagsöffnung zu legalisieren.„Wenn sich Spätis Aufladestationen für E-Fahrräder zulegen, gelten sie rechtlich als Tankstelle.“ Unddie dürften jederzeit öffnen. Kommentar Seite8 IMAGO Osten hinkt bei Einkommen hinterher Studie zeigt große regionale Unterschiede Wie viel Geld ein deutscher Haushalt zur Verfügung hat, hängt starkvon seiner geografischen Lage ab. Zudiesem Schluss kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Das höchste verfügbare Einkommen haben demnach die Einwohner im Landkreis Starnberg bei München mit jährlich 34 987 Euro pro Person. In Gelsenkirchen sind es im Schnitt nur 16 203 Euro. Gemeint ist damit das Geld, das Privathaushalte abzüglich Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers für den Konsum ausgeben oder aber sparen können. Flächendeckend hinkt auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutschland hinterher. Hier haben die Einwohner nur in sechs von 77 Kreisen oder kreisfreien Städten – also rund acht Prozent – jährlich mehr als 20 000 Euro zur Verfügung. In Westdeutschland sind es 284 von 324 Kreise und Städte, also rund 88 Prozent. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), kritisierte die Studie. Die Ergebnisse würden durch Sonderfälle verzerrt, sagte er im RBB-Inforadio. So lebten in Süddeutschland, das besonders gut abgeschnitten hat, viele Topverdiener großer Unternehmen und des Spitzensports.Dafür ermögliche der Osten Durchschnittsverdienern eine hohe Lebensqualität, weil die Kosten für Miete und Kinderbetreuung niedriger seien. Für den Paritätischen Wohlfahrtsverband verbirgt sich hinter den regionalen Diskrepanzen ein massives Armutsproblem. „Es geht bei Armut nicht nur um individuelle Schicksale und Problemlagen, sondern um echte Strukturprobleme“, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. (dpa/BLZ) Wirtschaft Seite 6 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 41017 Besser hier.Besser wir. Joachimsthaler Str. 5–6 ·Friedrichstr.150 ·Schlossstr.18 Wilmersdorfer Str.125 ·Bayreuther Str.37–38 Jetztden hohenGoldpreis nutzen – Direktbeim Testsieger verkaufen! Hier bekommen Siemehr fürSchmuck,Uhren undDiamanten. dtgv.de TESTSIEGER Goldankauf- Filialisten Test 02/2016 6Anbieter Auch Hausbesuche! 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