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Berliner Zeitung 26.04.2019

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Grüße aus dem All: Amazon plant ein Satellitennetz rund um die Welt – Netzwerk Seite 26 Berliner Bühnen im Mai Beilage 11°/25° Ab und an Schauer Wetter Seite 2 Wiesehr stresst Berlin? Der Krankenstand steigt weiter Made in Berlin Seite 6 www.berliner-zeitung.de Berliner Grüne: Palmer soll raus aus der Partei Berlin Seite 11 Freitag,26. April 2019 Nr.96HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Der Gipfel: Putin, Kim Jong Un und die Raketen Politik Seite 5 Berliner Pfiff mit Fehler VonPaul Linke Das Bremer Weserstadion hat so einige bauliche Besonderheiten. Vier stadtbildgewaltige Flutlichtmasten, eine spiegelnde Solarzellenfassade, diesen ausfahrbaren Tunnel in anachronistischer Ecklage, über den die Protagonisten eines Fußballspiels das Feld betreten und wieder verlassen. Schiedsrichter Daniel Siebert, der am Mittwoch das Pokalhalbfinale zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern leitete, hätte bestimmt einen anderen Ausgang gewählt. Doch er musste da nun mal durch; mitten durch dieses Daniel Siebert, Bundesligaschiedsrichter seit 2012 DFB-Pokal metallische Beben und Scheppern, das entsteht, wenn Dutzende Fanhände auf das Tunneldach einschlagen. Vor Wut, aus dem Gefühl heraus, betrogen und verpfiffen worden zu sein. Siebert, 34, Sportlehrer in Hohenschönhausen und seit sieben Erstligajahren an der Pfeife, hatte kurz vor dem Ende,beim Stand von2:2,einen Foulelfmeter verhängt, der den Bayern den Sieg brachte.„Das ist lächerlich“, sagte der Bremer Max Kruse. „Wozuhaben wir einenVideobeweis?“ Der Videobeweis wurde eingeführt, um die Fußballwelt gerechter zu machen, ein bisschen. Deshalb darfderVideo Assistant Referee (VAR) in Köln Funkkontakt herstellen, um den Schiedsrichter im Stadion zu unterstützen. Taterdiesmal nicht. Der VAR war wahrlich keine Hilfe. Also blieb Siebertnichts anderes übrig, als seiner Entscheidung zu vertrauen. Den Bremern, die nach dem Abpfiff einen engen Protestkreis um ihn bildeten, erklärte Siebert, er habe einen strafwürdigen Fußkontakt gesehen. Das sahen die meisten bereits am Mittwoch anders. Am Donnerstag teilte auch der DFB mit:„Aus schiedsrichterfachlicher Sicht nicht korrekt.“ In Bremen wirdSieberts Pfiff noch lange nachhallen. Vielleicht sogar länger als 31 Jahre. Damals,imPokalhalbfinale gegen Frankfurt (0:1), verweigerte Dieter Pauly den Bremer Ausgleich –wegen eines angeblichen Foulspiels. „Pauly! Pauly!“ rufen einige Fans noch heute, wenn ein Schiedsrichter nicht in ihrem Sinne entscheidet. Dieter Pauly pfiff übrigens nie wieder ein Werderspiel. Aus Sicherheitsgründen. UndDaniel Siebert? Ist vorerst zum letzten Mal im Tunnel verschwunden. SportSeite 20 Familie Mühe DerSchauspieler Ulrich Mühe starb 2007. Sein Sohn, der Fotograf Andreas Mühe, hat die Familiengeschichte nun in spektakulären Bildern im Hamburger Bahnhof inszeniert. Seite3 Der Populismus der Mitte Studie: Jeder Zweite hat Vorbehalte gegen Asylsuchende. Ablehnung von Muslimen im Osten stärker ausgeprägt VonTies Brock und Tobias Peter Rechte Einstellungen verfestigen sich, Ressentiments gegen Asylbewerber sind weit verbreitet. Das sind Ergebnisse der Studie „Verlorene Mitte, feindliche Zustände“ der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Laut den Autoren der Studie teilen 54 Prozent der Deutschen abwertende Einstellungen gegenüber Asylbewerbern, das sind zehn Prozentpunkte mehr als vorvier Jahren. Die Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE) schlägt Alarm – und fordert mehr Mittel für die politische Bildung. „Politische Bildung in den Schulen muss hohe Priorität genießen“, sagte derVBE-Vorsitzende UdoBeckmann der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Wenn die Schule einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten soll, dann braucht sie die entsprechenden Ressourcen: Wir haben massiven Lehrermangel, viele arbeiten am Limit –dafehlt oft die Luft für das pädagogisch Notwendige.“ Laut den Studienautoren ist die Zustimmung zu Rechtspopulismus unter den Deutschen mit 21 Prozent unverändert hoch. „Antidemokratische und destabilisierende Auffassungen verfestigen sich“, sagte Hauptautor Andreas Zick, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Für die Studie wurden 1890 repräsentativ ausgewählte deutsche Staatsbürger im Alter von 18bis 97 telefonisch befragt. Eines der Teilergebnisse: Drei Viertel der AfD-Wähler haben rechtspopulistische Einstellungen –fünf Prozent von ihnen sind rechtsextrem. Zugleich stellten die Wissenschaftler fest, dass Verschwörungsmythen in der Bevölkerung generell großen Zuspruch fänden. 45 Prozent meinten, geheime Organisationen würden politische Entscheidungen beeinflussen. Nahezu ein Viertel mutmaßte, Medien und Politik steckten unter einer Decke. „Antidemokratische und destabilisierende Auffassungen verfestigen sich.“ Andreas Zick, Hauptautor der FES-Studie Im Osten sind der Studie zufolge sowohl der Hang zum Autoritarismus als auch die Ablehnung von Muslimen und Zuwandererndeutlich stärker ausgeprägt als im Westen. Und: JüngereBefragte im Alter zwischen 18 und 30 Jahren sind laut Studie genauso häufig menschenfeindlich und rechtsextrem eingestellt wie ältere. Unter Gewerkschaftsmitgliedern sind rechtsextreme Einstellungen mittlerweile sogar etwas stärker verbreitet als unter jenen, die nicht gewerkschaftlich organisiertsind. Doch es gibt auch Kritik an der Studie. Dazum Thema Rechtspopulismus Befragte oft eher eine ihrer Meinung nach sozial erwünschte Antwortgeben,statt ihretatsächliche Einstellung zu verraten, haben die Forscher versucht, die Meinungen indirekt abzufragen. Kritik an dieser Methodeweisen sie zurück. Unabhängig davon stellt sich die Frage, was getan werden kann, um der Entwicklung entgegenzuwirken. „Ein demokratischer,weltoffener und menschlicher Umgang miteinander kann ein wichtiges Thema für länger geplante Projekte in den Schulen sein. Doch die kommen aus Mangel an Ressourcen viel zu selten zustande“, sagte Beckmann. DieLehrer seien grundsätzlich bereit, sich zu engagieren –doch sie erhielten zu wenig Unterstützung. „Es ist verlogen zu sagen: Alle Probleme soll die Schule lösen –und dann stellt man ihr nicht die Mittel zur Verfügung.“ Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8 ANDREAS MÜHE/SMB/NATIONALGALERIE/A /VG BILDKUNST BONN 2019 Bankenfusion vorerst gescheitert Commerzbank und Deutsche Bank beenden Gespräche Deutsche Bank und Commerzbank haben eine mögliche Fusion abgesagt.„Es war sinnvoll, diese Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen“, erklärten die beiden Konzerne am Donnerstag in gleichlautenden Mitteilungen. Nach „gründlicher Analyse“ in den knapp sechswöchigen Gesprächen seien dieVorstände jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss „keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde“. Die beiden Konzernchefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Martin Zielke (Commerzbank) begründeten die Entscheidung mit „Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration“ einhergegangen wären. Kritiker einer Fusion hatten von Anfang an vor allem einen gewaltigen Stellenabbau und mögliche Filialschließungen als Argumente gegen die Banken-Hochzeit ins Feld geführt. 30 000 Jobs hätte ein solcher Zusammenschluss gekostet –sodie Befürchtung der GewerkschaftVerdi. Zudem haben beide Institute zehn Jahre nach der Finanzkrise noch große Baustellen, etwa in der IT oder bei juristischen Altlasten. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), der immer wieder für starke deutsche Banken geworben hatte, erklärte zu der gescheiterten Fusion: „Solche Kooperationen machen nur Sinn, wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen und auf ein belastbares Geschäftsmodell zusteuern.“ DerPräsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Hans- Walter Peters, nannte die Entscheidung nachvollziehbar: „Eine Fusion wäre inder momentanen Situation ökonomisch nicht sinnvoll.“ (dpa) Wirtschaft Seite7,Kommentar Seite8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 51017 Trekking··· mit Zufriedenheits-Garantie! Vergiss nicht, rechtzeitig Wanderschuhe zukaufen. Plane für eine Wanderschuhberatung bei uns bis zu 30 Minuten ein. 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