Aufrufe
vor 11 Monaten

Berliner Zeitung 26.09.2019

  • Text
  • Kino
  • Berlin
  • Cinestar
  • Berliner
  • Vorstellung
  • Luxe
  • Cineplex
  • Hinaus
  • Palast
  • Yeti
  • Zeitung
  • Berlin.de

Berliner Zeitung

Gewalt gegen Berliner Rettungskräfte –was tun? Berlin Seite 12 Heute mit Kulturkalender 11°/22° Sonne und Schauer Wetter Seite 2 Verlängerung: Fischer bleibt Union-Trainer Sport Seite 19 www.berliner-zeitung.de Ärger um VBB-Tickets: Bus und Bahn werden teurer Berlin Seite 9 Donnerstag,26. September 2019 Nr.224 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Preiswerter Neubau? Ja, es gibt ihn in Berlin Berlin Seite 15 Präsidentin mit Sinn für den richtigen Ton VonJens Blankennagel Ruhig, klug, ausgewogen, aber auch klar in der Kampfansage: So könnte der Inhalt der Antrittsrede der neuen Präsidentin im neuen Potsdamer Landtag zusammengefasst werden. Die promovierte Kulturwissenschaftlerin Ulrike Liedtke wurde bei der konstituierenden Sitzung am Mittwoch mit 77 von 88 Stimmen gewählt. Einganz klares Ergebnis. Aber eigentlich war die 60-Jährige für das Amt gar nicht vorgesehen. Eigentlich sollte ihre aner- UlrikeLiedtke ist Präsidentin des Potsdamer Landtags. Brandenburg kannte Vorgängerin Britta Stark es weiterführen. Doch nach der Landtagswahl hat sich die politische Landschaft sehr verändert. Britta Stark verfehlte den Einzug ins Parlament –obwohl sie auf dem sonst so sicheren Platz zwei der SPD- Wahlliste stand. Doch wegen der Stärke der AfD kamen für die SPD nur Abgeordnete mit Direktmandat ins Parlament, und dafür fehlten ihr 665 Stimmen. Ulrike Liedtke hingegen lag knapp voreinem AfD-Mann. Liedtke, 1958 in Weimar geboren, gehörte am Ende der DDR zu den Gründernder Sozialdemokratischen Partei. In Berlin-Hohenschönhausen stieg sie in die Lokalpolitik ein, saß dort bis 2002 im Bezirksparlament. Beruflich aber zog essie ins Brandenburgische: In Rheinsberg war sie Gründungsdirektorin der Musikakademie und leitete dort auch das Schlosstheater. Sie war auch schon Vorsitzende des RBB- Rundfunkrates und istVizepräsidentin des Deutschen Kulturrates. In ihrer ersten Rede als Präsidentin sprach sie über politische Kämpfe in bewegten Zeiten. Siewarb für „konstruktive Aushandlungsprozesse“ und für Kompromisse. Die Basis dafür seien aber Respekt und gegenseitige Wertschätzung. Dies sei der„radikale Gegenpol zum Populismus“, der keine anderen Positionen akzeptiere. Brandenburg Seite 16 Die Rückkehr der Beamten SPD-Fraktion will Lehrer in Berlin wieder zu Staatsdienern machen. Linke und Grüne sind dagegen VonMelanie Reinsch Eine deutliche Mehrheit der SPD-Fraktion will die Lehrer inBerlin wieder verbeamten. 29 Fraktionsmitglieder stimmten am Dienstag dafür, darunter auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Sieben stimmten dagegen. Nachdem sich die SPD auf ihrem Parteitag im März nach einer stundenlangen und harten Debatte ausschließlich darauf einigen konnte, dass man eine Verbeamtung weiterhin prüfen wolle, geht die SPD-Entscheidung in eine neue Runde.Ende Oktober wird das Thema auf dem Parteitag erneut eine Rolle spielen: EinAntrag aus Spandau, der die Verbeamtung fordert, liegt vor. Berlin ist aktuell das einzige Bundesland, das nicht verbeamtet. Manch ein Lehrer arbeitet daher lieber im Nachbarland Brandenburg. „Wir haben nach dem letzten Parteitag den Auftrag bekommen, die Verbeamtung zu prüfen. Das haben wir gemacht“, sagte Maja Lasic, bildungspolitische Sprecherin der SPD, der Berliner Zeitung. Unddas Ergebnis sei eindeutig. „Ein verheirateter Lehrer mit zwei Kindern, der nicht verbeamtet ist, verdient im Laufe seines Lebens 160 000 Euro netto weniger“, so Lasic. Bei einem Alleinstehenden seien es 80 000 Euro.Nachteile bei der Krankenvorsorge und bei der Altersvorsorge seien schon abgezogen. EinAusgleich der Differenz über eine Zulage sei nicht möglich. Laut Finanzverwaltung seien 160 000 Euro aber ein Maximalwert. „Vor diesem Hintergrund sehen wir keine andere Möglichkeit, den Berliner Lehrern eine Gleichstellung zu ermöglichen, als sie wieder zu verbeamten“, betonte Lasic. Auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres hält den Schritt „für unverzichtbar“. Druck und Gegendruck Die US-Demokraten leiten erste Schritte für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump ein. Der US-Präsident wehrt sich. Tagesthema Seite 2 SPD-Fraktionschef Raed Saleh sagte, dass man es sich nicht leisten könne, diesen Wegnicht zu gehen. „Wir haben einen klaren Wettbewerbsnachteil den anderen Bundesländerngegenüber“, so Saleh. Lehrer wanderten ab, weil sie in anderen Bundesländern bessere Bedingungen vorfänden. Saleh setzt große Hoffnung auf den Parteitag, auch die Zauderer doch noch überzeugen zu können. Der Landesverband ist in dieser Hinsicht gespalten. „Pragmatismus muss vor Ideologie gesetzt werden“, sagte Saleh in Richtung der Koalitionspartner. Denn Linke und Grüne lehnen die Verbeamtung weiterhin ab. So wie auch Clara West, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Siesagt, es sei ein „Trugschluss,dass man mit der Verbeamtung Ungerechtigkeiten lösen“ würde.„Im Gegenteil, das schafft nur neue Ungleichheiten. Der Fachkräftemangel schlägt bei vielen Berufsgruppen durch –von den Erziehernbis hin zu Busfahrerinnen“, sagtWest. Dass alle anderen Bundesländer verbeamteten, sei das einzig stichhaltige Argument dafür. „Für mich überwiegen aber im Ergebnis die Argumente dagegen“, sagte West. Auch Finanzsenator Matthias Kollatz stimmte gegen die Verbeamtung. „Das Land Berlin bezahlt angestellte Lehrkräfte schon beim Berufseinstieg außergewöhnlich gut, nämlich mit rund 5500 Euro monatlich. Die Verbeamtung von Lehrkräften garantiert eben nur begrenzt eine bessere Position im Wettbewerb um die knappe Ressource Lehrkraft“, sagte er der Berliner Zeitung. Das zeige das Beispiel Brandenburg, wo trotzVerbeamtung zum Schuljahresbeginn 50 Prozent der Stellen mit Quereinsteigern besetzt werden mussten, argumentiertder Senator. Kommentar Seite 8 AP/MARY ALTAFFER Meeresspiegel steigt dramatisch Der Weltklimarat legt einen beunruhigenden Report vor Der Meeresspiegel steigt doppelt so schnell wie im vergangenen Jahrhundert, ganze Küstenstreifen könnten unbewohnbar werden, und Wetterkatastrophen werden extremer. Soverkündet es der Weltklimarat IPCC inseinem Report zur Eisschmelze und den Ozeanen, der am Mittwoch in Monaco vorgestellt wurde. Der Rat zeichnet darin eine düstere Zukunft, wenn nicht schnell etwas unternommen wird. Die Welt müsse die Emissionen der Treibhausgase unverzüglich drastisch reduzieren, mahnte der Vorsitzende des Weltklimarates, Hoesung Lee. Das sei die Botschaft der Wissenschaft an die Politik. DasPapier zeigt auf, dass die menschengemachte Erderwärmung Meere und Eismassen massiv schädigt. Eine besondere Gefahr könne die beschleunigte Eisschmelzeinder Antarktis werden, falls das Eisirreversibel instabil werde. Das könnte den Meeresspiegel innerhalb von Jahrhunderten um mehrereMeter steigen lassen. Es sei noch unsicher, obund wann dies beginne. Der Anstieg sei mit 3,6 Millimeter pro Jahr derzeit doppelt so hoch wie im Schnitt des 20. Jahrhunderts.Während er im gesamten 20. Jahrhundertum15Zentimeter geklettert sei, könnte er bei einer starken Erhöhung der Treibhausgase vonAnfang des 20. Jahrhunderts bis 2100 um rund einen Meter steigen. (dpa) Wissenschaft Seite 17 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 41039 www.fotomeyer.de

2019

2018