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Berliner Zeitung 26.10.2018

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Schockraum: „In aller Freundschaft“ wird 20 – Feuilleton Seite 26 Problemzonen der S-Bahn Seite 13 7°/14° Fast nur Wolken Wetter Seite 2 Berlin –Hauptstadt derShopping-Malls Made in Berlin Seite 6 www.berliner-zeitung.de Kämpfen bis zum Schluss: Andrea Nahles in Hessen Politik Seite 4 Freitag,26. Oktober 2018 Nr.250 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Nato-Mannöver –nötig oder eine Provokation? Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8 Frankreich Im Dienste des Präsidenten VonStefan Brändle, Paris Von Michèle Marchand gibt es nur wenige Bilder. Das ist ein bisschen erstaunlich. Denn Öffentlichkeit ist eigentlich das Geschäft der 71-jährigen Klatschjournalistin. Doch zuletzt arbeitete sie mehr im Verborgenen. Siebewegt sich immer mehr in der Pariser Politik, saß bei Wahlkampfauftritten von Nikolas Sarkozy inder ersten Reihe. Inzwischen betreut sie das Präsidentenpaar Macron – was einige zumindest irritierend finden. Drei bekannte Pariser Journalisten haben nun diese Michèle Marchand, Klatschreporterin im Woche eine Präsidentenpalast nicht autorisierte Biografie über die „mächtige und gefürchtete“ PR-Frau vorgelegt. Die Biografie erschien, versehen mit einem Foto von Marchand, hinter einem dossierbeladenen Bürotisch im Elysée-Palast – dem persönlichen Arbeitsplatz des Staatspräsidenten. Ihre Karriere begann sie als Angestellte einer Autogarage,versuchte ihr Glück in Kalifornien, kehrte nach Paris zurück und zog Bars für lesbische Frauen auf. 1996 wurde sie für das Pariser Klatschheft Voici tätig. Nach einem möglicherweise erfundenen Interview musste sie gehen, scheiterte mit einer eigenen Bildagentur. Mit ihrem neuen Gatten, einem Agenten des französischen Nachrichtendienstes, entdeckte und entwickelte Marchand eine neue Sparte der Regenbogenpresse –die Politik. Mit einem Strandbild der Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal im Badekleid provozierte sie 2006 einen Dammbruch in dem Land, wo die Privatsphäre bis dahin heilig war. Später lieferte sie die ersten Bilder zu Sarkozys Liaison mit Carla Bruni. Mit den Macrons geht sie anders um. Laut der Biografie hat sich ihre Agentur im Mai 2017 die exklusiven Rechte über das „private Image“ des präsidialen Ehepaares gesichert. Jeden Donnerstag kommt sie nun in den Präsidentenpalast, um die Macrons imagemäßig zu beraten. Angeblich, so das Buch, hat sich Marchand mit dem Elysée-Leibwächter Alexandre Benalla arrangiert, dessen Umtriebe Macron diesen Sommer schwer zugesetzt hatten: Er hielt Fotografen auf Distanz und überließ ihr die exklusiven Bilder des Präsidentenpaares, auf denen notfalls Fältchen der Première Dame wegretouchiertwerden. Macron hatte im Wahlkampf versprochen, er werde sein Privatleben nicht in der Regenbogenpresse ausbreiten. Marchand arbeitet aber vor allem für bunte Blätter wie Voici, Gala oder Paris-Match. Die großen Tageszeitungen wie Le Figaro, Le Monde oder Libération werden vonihr nicht bedient. Undvon Macron gemieden. Bei der aktuellen Elysée-Kommunikation stören Journalisten nur. Im Zentrum der Erinnerung Berliner Lehrer fahren nach Israel, nach YadVashem, um zu lernen, wie man Kindern den Mord an den Juden erklärt. Seite 3 Freizeit mit Dienstwaffe? Nach Messerangriff auf einen Polizisten außer Dienst fordert die Gewerkschaft, Beamte besser zu schützen VonPhillipe Debionne Erneut ist ein Berliner Polizist schwer verletzt worden, als er einen Kriminellen festnehmen wollte. Da der Beamte nach derzeitigem Ermittlungsstand privat unterwegs und somit unbewaffnet war, ist eine Debatte darüber entbrannt, wie sich Polizisten besser schützen können. Ein Vorschlag: Polizisten dürfen künftig auch außerhalb der Dienstzeit ihre Waffen tragen. Das fordert zumindest Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolg). Der aktuelle Fall: In der Nacht zu Donnerstag hatte der Kriminalpolizist gegen 20.20 Uhr auf dem Weg nach Hause in der Kettinger Straße (Lichtenrade) einen Mann bemerkt, der an dem Fahrrad des Beamten hantierte. Eswar an einem Fahrradbügel angeschlossen. Der44-Jährige gab sich als Kriminalbeamter zu erkennen und wollte den Unbekannten festnehmen, so die Polizei. Dieser habe„daraufhin sofortmit einem Messer zugestochen“ und sei geflüchtet. Der44-Jährige wurde durch die Messerstiche so schwer verletzt, dass er noch in der Nacht notoperiertwerden musste.Erist jetzt außer Lebensgefahr. „In Zeiten terroristischer Bedrohung und messerstechender Fahrraddiebe kann kein Innensenator den Bürgern und seinen Polizisten erklären, warum die Schusswaffe außerhalb des Dienstes nicht mehr getragen werden darf“, sagt Bodo Pfalzgraf. Die gegenwärtige Rechtslage, nach der Polizisten ihre Waffe nur im Dienst oder auf dem Arbeitswegtragen dürfen, geht auf eine Anordnung des früheren Polizeipräsidenten Klaus Kandt aus dem Jahr 2016 zurück. Damals teilte die Senatsverwaltung für Inneres mit, dass Polizeibeamte „nach dem Legalitätsund Opportunitätsprinzip sowie dem Gefahrenabwehrrecht“ bei einer Straftat auch in ihrer Freizeit zum Eingreifen verpflichtet seien. Hierfür stelle„das Führen der dienstlich überlassenen Faustfeuerwaffe keine zwingende Voraussetzung dar“. Am Donnerstag gab es vonSeiten des Innensenators keine Stellungnahme. Seit geraumer Zeit nimmt allerdings die Gewalt gegen Polizeibeamte zu, wenn sie im Dienst sind. So wurden im Jahr 2017 insgesamt 6811 Polizeikräfte„Opfer einer Straftat gegen die persönliche Freiheit und körperliche Unversehrtheit“, wie es in der aktuellen Kriminalitätsstatistik heißt. Im Vergleich zum Vorjahr (6 354 Fälle) eine Steigerung um 7,2 Prozent. Auch die Zahl der Straftaten insgesamt, bei denen ein Messer als Tatwaffe eingesetzt wurde, steigt seit 2014 kontinuierlich. „Im Jahr 2017 musste mit 2737 erfassten Fällen, zu denen ein Messer als Tat- „Kein Innensenator kann seinen Polizisten und den Bürgern erklären, warum die Schusswaffe außerhalb des Dienstes nicht mehr getragen werden darf.“ Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft mittel erfasst wurde, die höchste Fallzahl seit Beginn der entsprechenden Auswertung im Jahr 2008 festgestellt werden“, sagt die Polizei. DerVorstoß vonPfalzgraf sei dennoch „hysterisch“ und verbreite „eine völlig unnötige Panik“, sagte der SPD-Innenexperte TomSchreiber der Berliner Zeitung. Eine Dauerbewaffnung vonPolizisten sei „keine Lösung“. Zwar sei auch Schreiber „schockiert“ über den Fall des niedergestochenen Polizisten. Allerdings sieht der SPD-Politiker das Problem eher darin, dass es Menschen gebe, die einerseits „keinerlei Respekt mehr vor Polizisten“ hätten und andererseits „extrem gewalttätig“ seien. „Hier müssen wir präventiv ansetzen, in den Schulen und in der Erziehung. Damit es gar nicht erst zu solch schlimmen Situationen wie jetzt in Lichtenrade kommt.“ Der Fraktionsvorsitzende der Berliner CDU, Burkard Dregger, fordert zudem, „endlich Wege zu finden, das Führen von Messern durch Schwerpunkteinsätze wirksam zu unterbinden.“ Dafür sei ein gemeinsamesVorgehen mit der Bundespolizei sinnvoll. Solch „schlimme Angriffe auf Polizeibeamte“ müssten weiterhin zum Anlass genommen werden, „endlich die Nahkampfausbildung unserer Polizisten zu verbessern“. Bereits Ende September hatte Dregger gesagt: „Wer Einsatzkräfte angreift, muss lernen, dass er das nie wieder tun sollte.“ Ziel einer „professionellen Nahkampfausbildung“ müsse sein, eine „Widerstandshandlung in zehn Sekunden zu beenden“. Das fordert auch „Polizist- Mensch“, ein privates Netzwerk von Bundes- und Länderpolizisten aus ganz Deutschland. Zwar würden in der Ausbildung „grundlegende Griffe und Techniken vermittelt, um Personen festnehmen zu können“. Werdiese Techniken aber„intensiver trainieren oder einen Kampfsport lernen“ wolle,müsse sich dafür „privat umschauen. In der Freizeit und selbst finanziert.“ xxxxxxx Mehr Schutz für Mieter geplant Vorstoß Berlins auf Bauministerkonferenz VonUlrich Paul Der Senat will Mieter in Milieuschutzschutzgebieten stärker vorVerdrängung schützen. Berlin hat dazu für die Sitzung der Bauministerkonferenz an diesem Freitag einen Antrag eingebracht, nach dem die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen weiter erschwert werden soll. Empfohlen wird, eine Ausnahme im Baugesetzbuch zu streichen, nach der die Behörden die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in Milieuschutzgebieten genehmigen müssen, wenn sich die Eigentümer verpflichten, die Wohnungen sieben Jahrelangnur an Mieter zu verkaufen. Die Folge wäre, dass die Umwandlung in Milieuschutzgebieten faktisch unmöglich wird. „Mit dem Antrag an die Bauministerkonferenz will das Land Berlin die anderen Bundesländer und den Bund dafür sensibilisieren, dass diese Gesetzesänderung des Baugesetzbuches notwendig ist, um soziale Erhaltungsziele in Milieuschutzgebieten erreichen zu können“, sagt Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke). Nach den Berliner Erfahrungen gingen die meisten Umwandlungen auf diese Regelung zurück. Berlin Seite12 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 Anzeige 194050 Jetzt online anmelden 501504 51043 Die Kochinnovation! Dialoggarer Kochevents Erleben Sie Ihre Kochleidenschaft in einer neuen Dimension. Genießen Sie spektakuläre und exzellente Gerichte auf Sterne-Niveau. Teilnahmegebühr: 79 €p.P. Miele. Immer Besser. Miele Experience Center Berlin Unter den Linden 26 l10117 Berlin Tel. 030 8871151-0 lMo-Sa 10 -19 Uhr mielecenter-berlin@miele.de Showroom |Beratung |Events

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