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Berliner Zeitung 26.10.2019

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Die Berliner Zeitung hat die SchwächendesRekordmeistersanalysiert–undsodieChancenderEisernen Seite24 IMAGO IMAGES/ANKE WAELISCHMILLER www.atala.de Die S-Bahn in der Folterkammer Berlin Seiten 10 und 11 Eine Stunde mehr Politik Seite 4 Anzeige 1h zurückstellen 2 3 DURCHBLICK behalten mit ® augenoptik-in-berlin.de Erzählende Orte“, „Sprechende Fassaden“, „Schwebende Botschaften“. Was klingt wie der wolkige Pressetext eines Provinztheaters, ist die Ankündigung der Veranstaltungen zu den offiziellen Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November. Diesmal wird es, anders als bei den runden Mauerfalljubiläen der vergangenen Jahre, nicht den einen großen Staatsakt geben, sondern ein über eine Woche gestrecktes Sammelsurium von insgesamt 200 Veranstaltungen vom 4.bis zum 10. November. Damit soll daran erinnert werden, dass der Mauerfall nicht urplötzlich an einem Taganeinem Ort über die Berliner gekommen war. „7 Tage –7Orte“ ist das Motto. Bespielt werden in dieser Jubiläumswoche sieben historische Orte, an denen bei der Friedlichen Revolution die Grenze tatsächlich überwunden wurde,oder die heute noch von der ehemaligen Grenze und der DDR überhaupt Zeugnis geben: die Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg, die Stasi-Zentrale in Lichtenberg, der Alexanderplatz, der Schlossplatz, das Brandenburger Tor und –soviel gesamtberlinische Sicht muss sein – auch der Kurfürstendamm. An all diesen Orten sind Ausstellungen, Führungen, Konzerte, Performances, Lesungen, Theateraufführungen, Filme, Installationen im öffentlichen Straßenraum oder Videoprojektionen an Originalschauplätzen geplant. Man kann also sagen, wenn man will: Die Veranstalter der landeseigenen Kulturprojekte GmbH scheuen sich nicht vor einem gewissen Vorwurf der Beliebigkeit. Gravität wirddas Feiernvor allem am historischen Tagselbst erlangen, am 9. November. Bei einer Bühnenshow amAbend vor dem Brandenburger Tor wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen. Die Staatskapelle unter Daniel Barenboim wird die Schicksalssinfonie vonBeethovenspielen. Doch wie um ja nicht zu viel Gewicht auf eine Veranstaltung an einem Ort zulegen, treten dortauch noch Ex-Silly-Frontfrau Anna Loos, die Berliner Band Die Zöllner, der in Karl-Marx-Stadt geborene HipHopper Trettmann und das Berliner HipHop-Duo Zugezogen Maskulin auf. Um zu ermessen, wie sehr sich der Umgang mit dem Feier-Tag gewandelt hat, lohnen zwei Blicke zurück. Vorzehn Jahren, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, hatten Staatschefs aus aller Herren Länder –darunter die Regierungschefs der vier Weltkriegsalliierten – daran mitgewirkt, am Brandenburger Tor Mauerteil-Modelle per Dominoeffekt umzuwerfen. Jeder konnte und sollte sehen: Die Berliner Mauer war Geschichte. Vorfünf Jahren hatte auf dem ehemaligen Mauerstreifen in der Innenstadt eine kilometerlange Installation mit beleuchteten Gasballons,die von Freiwilligen kaskadenartig in den Gedenken und denken Wiedie Stadt Berlin ganz offiziell den 30. Jahrestag des Mauerfalls feiern will – und dabei die große Geste scheut VonElmar Schütze „Wir sind nachdenklich, aber wir feiern. Wir schauen gemeinsam auf die Geschichte zurück, und wir besprechen auch die Zukunft.“ Klaus Lederer, Kultursenator von Berlin Berliner Himmel gelassen wurden, schöne, ergreifende Bilder produziert. DieTeilung Berlins,auch die innere, so sollte es scheinen, war endgültig überwunden. Doch diesmal, im dreißigsten Jahr des historischen Ereignisses, ist der Stadt offenbar nicht nach dem einen großen Bild, der einen großen Geste. Zumindest begründet Bürgermeister und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) damit den „vielseitigen und vielstimmigen“ Feier-Kanon. Mag esvor zehn oder fünf –und erst recht vor30Jahren, natürlich –eine Aufbruchstimmung gegeben haben, sei diese heute nicht mehr so erkennbar,sagte Lederer. In welchem Land wollen wir leben? Am Freitag, bei der Präsentation des Programms, warf der Politiker ein paar Stichworte in den Raum, mit denen er erklären wollte, warum die Zeit so gar nicht nach einer großen Feier sei: „Trump, Bolsonaro, der Brexit, Johnson“ – das alles seien Gründe für eine tiefe Nachdenklichkeit, so Lederer. Wahrscheinlich hätte er in seiner Aufzählung auch Greta Thunberg, den Klimawandel und die Invasion der Türkei in Nordsyrien nennen können. Jedenfalls habe man das Programm quasi erleichtert und gleichzeitig verbreitert. Die Botschaft sei, so Lederer: „Wir sind nachdenklich, aber wir feiern.Wirschauen gemeinsam auf die Geschichte zurück, und wir besprechen auch die Zukunft.“ Mit dabei sind diesmal keine Staatschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs, sondern der mitteleuropäischen Visegrad- Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn, wo sich zumindest ähnliche Freiheitsrevolutionen ereigneten wie in Deutschland. Das Programm blickt vor allen Dingen zurück, manchmal sucht es auch die Vergangenheit in der Gegenwart. So will man in einem Erfahrungsaustausch mit der Bürgerrechtlerin Freya Klier auch ergründen, ob und warum sich viele ehemalige DDR-Bürger immer noch ostdeutsch fühlen, und ob es eine westdeutsche Identität gibt. Und doch versucht man einen klaren Blick in die Zukunft. Ein Workshop will ausloten, wie demokratischer Protest heute aussieht und was heute auf Plakaten stehen sollte.Dazupasst auch dieAktion an der East Side Gallery, bei der Berliner Schüler auf Leinwänden ihre Bilder von Freiheit, Vielfalt und Toleranz zeigen sollen. Beim Poetry-Slam- Workshop „Deine Stimme zählt“ werden Grenzen und Grenzenlosigkeit verhandelt. Die älteren Künstler erzählen da vonihren Erinnerungen und Erfahrungen, die jüngeren von ihrer Perspektive auf heutige Mauern. Vielleicht muss der Tagkünftig ohnehin mehr dafür genutzt werden, um die Frage zustellen, in welchem Land wir leben wollen. DasProgramm im Internet unter www.mauerfall30.berlin Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499 Leser-blz@dumont.de; Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501801 61043 VERKAUFSOFFENES WOCHENENDE IN TELTOW 26. &27.10.2019 |SAMSTAG 09 –18UHR &SCHAUSONNTAG 13 –18UHR 1.000€ TANKGUTSCHEIN GESCHENKT 1) OHNE ANZAHLUNG &MIND.1.000€ ÜBER WERTFÜR IHREN ALTEN GEBRAUCHTEN 2) ! FIATTIPO Vollkasko-Versicherung für nur 39,60 €mtl. 3) 99€ * monatliche Leasingrate statt UVP 15.089 € Barpreis 9.999 € Fiat Tipo Limousine Pop1.4 16V Euro 6d ·70kW ·Benzin ·Klimaanlage ·Radio, MP3 ·*zzgl. 799€fürBereitstellungskosten ·mtl. 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