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Berliner Zeitung 27.12.2018

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Neue Serie: Wasdie Macher im Silicon Valley antreibt – Netzwerk Seite 30 Heute mit Kulturkalender 2°/6° Grau und Nieselregen Wetter Seite 2 Materas Höhlen und der Süden Italiens Seite 3 www.berliner-zeitung.de Sternstunden 2018 im Bundestag Hauptstadt Seite 4 Donnerstag,27. Dezember 2018 Nr.301 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Barbara Schöneberger über Berliner Freiheiten Berlin Seite 10 Vierschanzentournee Auf den Spuren von Kamilsan VonKarin Bühler Es ist schon öfter passiert, dass sich ein Skispringer im Gelben Trikot in die Weihnachtspause verabschiedet hat, um dann –zwangsläufig –als Favoritfür die Vierschanzentournee gehandelt zu werden. Dieses Jahr sprechen alle vomungestümen Japaner Ryoyu Kobayashi. „Kobayashi, der neue Superstar“, titelte Ende November das Skisprung- Magazin Berkutschi. „Kobayashi unschlagbar“, „er bleibt der Mann des Winters“ urteilte Anfang Dezember die Internetredaktion des Ryoyu Kobayashi Welt-Skiverbandes. Nun, kurz ist der Tourneefavorit aus Japan. vor der Qualifikation zum Auftaktspringen am Sonnabend traut Deutschlands Skisprung-Legende Sven Hannawald dem 22-Jährigen nicht nur den Sieg bei derVierschanzentournee zu, sondern Platz eins bei den vier Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen. „Kobayashi hat das drauf“, sagt Hannawald. Vorschusslorbeeren können als Ballast wirken. Derist für Skispringer hinderlich. Kobayashi hat schon eine Ahnung davon, was seine vier Siege in den bisher sieben Weltcup- Springen dieser Saison angerichtet haben, zumal er es bei zwei weiteren Weltcups aufs Podest schaffte. „Druck“, sagte Kobayashi, „verspüre ich nicht. Oder ich versuche zumindest, so etwas nicht zu empfinden.“ Was passiert, wenn die Unbekümmertheit desWinteranfangs den Gedanken über sich selbst oder den Erwartungen anderer weicht, mussten zuletzt der Deutsche Richard Freitag oder der Slowene Domen Prevcerleben: Siescheiterten. Ryoyu Kobayashi aus Hachimantai, dessen Geschwister Junshiround Yuka ebenfalls Skispringer wurden, weil ihr Vater,ein Sportlehrer,sie anleitete, scheint ein draufgängerischer Charakter zu sein, der aggressiv wie kein anderer abspringt. Mal zeigt er schon im Abschwung die Fäuste,mal knuddelt er die Fernsehkamera. Er hat die Vierschanzentournee zweimal mitgemacht und weiß, an wem er sich orientieren kann: am Vorbild Kamilsan. Damit meint er den Polen Kamil Stoch. Der hat im Januar 2018 das geschafft, was zuvor Hannawald 2002 gelang: Siege bei allen vier Springen der Tournee. VonStefan Strauß Rund um Silvester wird es dieses Jahr in Berlin keine Einschränkungen für das Abfeuernvon Raketen und Böllern geben. Dabei fordern Umweltschützer,Politiker und Ärzte immer eindringlicher, endlich böllerfreie Zonen einzurichten, um Menschen und Tiere vor Schäden und Verletzungen zu schützen. Städte wie Bremen, Bielefeld, Göttingen haben solche Gebiete längst geschaffen. Jüngstes Beispiel ist Hannover. Dorthat man für die Innenstadt erstmals ein Böllerverbot festgelegt. Polizisten dürfen Passanten kontrollieren, ihnen Böller und Raketen abnehmen und diese vernichten. Doch in Berlin konnten sich die Regierungsparteien SPD, Linke und Grüne nicht auf klareRegeln einigen. Sie wollten böllerfreie Zonen schaffen und die Verkaufszeiten für Knallkörper reduzieren. Es gab sogar die Idee für ein zentral gesteuertes Feuerwerk am Brandenburger Tor. Nach langen Debatten streiten sich die Fraktionen aber immer noch über einen Kompromiss-Antrag. Darin stehen nun eher dürftige Forderungen wie etwa eine öffentlichkeitswirksame Kampagne über Schäden durch Feuerwerkskörper. Kampfzone Silvester Rund um den Jahreswechsel wird in Berlin geknallt, gezündelt und geschossen. Menschen und Tierewerden verängstigt oder gar verletzt, Rettungskräfte behindert und die Luft verpestet. Warum gibt es hier kein Böllerverbot wie in anderen Städten? Der Antrag sollte noch dieses Jahr beschlossen werden. Das wird nun erst 2019 geschehen. „Es gibt zu viele rechtliche Bedenken“, sagt der Berliner Grünen-Abgeordnete Georg Kössler. Inden zuständigen Senatsverwaltungen hält man die geltenden Bestimmungen für ausreichend. Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, erkennt in „exzessivem Silvesterfeuerwerk“ zwar „hochproblematische Aspekte“, in Berlin wären Verbote nach geltender Rechtslage jedoch nicht begründbar. Auch die Immissionsschutzgesetze lassen in Berlin ein generelles Böller- oder Feuerwerksverbot nicht zu. Dabei haben Böller-Gegner wie Kössler etliche Unterstützer. Schon 2003 hatte der frühere Innensenator Ehrhart Körting (SPD) ein „umfassendes Verbot von privatem Feuerwerk“gefordert. Jetzt bittet auch der Naturschutzbund die Berliner, auf Böller zu verzichten. Vorallem Vögel und andere Wildtiere litten „erheblich“ unter dem Feuerwerk. Die „Mit den 129 Millionen Euro, die die Deutschen zum Jahreswechsel buchstäblich in die Luft jagen, könnten stattdessen wertvolle Naturräume erhalten werden.“ Jutta Sandkühler, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes (Nabu) Berlin Deutsche Umwelthilfe will neben einem Dieselfahrverbot einen Stopp von Feuerwerken in belasteten Innenstädten wie Berlin durchsetzen. Dortmüsse es zentrale,professionell veranstaltete Feuerwerke außerhalb der sensiblen Zonen geben. Nach Angaben des Umweltbundesamtes wird der Grenzwert für Feinstaub in der Silvesternacht in manchen Städten um ein Mehrfaches überschritten. Die inwenigen Stunden freigesetzten 5000 Tonnen DPA Feinstaub entsprächen 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. Kritiker berichten von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ in der Silvesternacht. Der leitende Oberarzt der Notaufnahme am Virchow- Klinikum der Berliner Charité, Tobias Lindner, sagt, den „Straßenkampf“ müsse man unterbinden. Feuerwerkskörper gehörten allein wegen gezielter Angriffe auf Rettungskräfte nicht in die Hände einer breiten Öffentlichkeit. In den Notaufnahmen müssen Ärzte Silvester stets Patienten mitVerletzungen an Augen, Ohren, Fingern und Händen behandeln. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert Polizeischutz, weil Kollegen gezielt mit Raketen beschossen werden. DieOrdnungsämter Mitte und Friedrichshain-Kreuzbergversiegeln Parkscheinautomaten, damit niemand Knallkörper hineinwirft. Die Berliner Polizei hatte in der vergangenen Silvesternacht 1732 Einsätze, die meisten wegen unsachgemäßem Umgang mit Pyrotechnik. In diesem Jahr ist sie auf ähnlich viele Einsätzevorbereitet. DerGrünen-Politiker GeorgKössler will die Debatte über böllerfreie Zonen weiterführen. „Was Hannover schafft, sollte in Berlin doch auch möglich sein.“ Merz’ Unterstützer legen nach Oettinger sieht ihn als Kanzlerkandidaten der CDU VonTobias Peter Friedrich Merz hat den Kampf um den CDU-Parteivorsitz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Hamburger Parteitag Anfang Dezember zwar verloren. Doch seine Unterstützer lassen nicht locker.EU- Haushaltskommissar Günther Oettinger –ein Mann vom konservativen und wirtschaftsliberalen Flügel der CDU –hat jetzt zu erkennen gegeben, dass er sich Merz als Kanzlerkandidaten vorstellen kann. Denn fast die Hälfte der Parteitagsdelegierten hätten Merz als CDU-Vorsitzenden gewählt –„und ein CDU-Vorsitzender ist immer auch ein möglicher Kanzlerkandidat“, sagte Oettinger der Funke-Mediengruppe. Zuallererst liege die Entscheidung über die nächste Kanzlerkandidatur bei Annegret Kramp-Karrenbauer, die das erste Zugriffsrecht habe, fügte Oettinger hinzu. Doch es gebe „keinen Automatismus“. Zuvor hatte bereits Merz selbst mehr Mitsprache eingefordert. Ein Amt als Minister im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel „würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in Wirtschaft und Politik zutrauen“, sagte er vor Weihnachten. Die Kanzlerin ließ aber rasch verbreiten, dass für Merz kein Ministeramt als Geschenk unter dem Baum liegen würde. Auch Annegret Kramp-Karrenbauer ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, ihrem Konkurrenten einen Dämpfer zu verpassen. Sie habe beim letzten Kabinettsfrühstück durchgezählt und festgestellt: „Das Kabinett war vollzählig.“ Es gebe also für die Kanzlerin keinen Handlungsbedarf, sagte die neue CDU-Chefin der Wochenzeitung DieZeit. Leitartikel Seite8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 41052 Abenteuer-Träume ··· für draußen Abenteuer-Träume für draußen -jetzt erfüllen. Gönne dir jetzt, was dudir schon immer erträumt hast. Die OutDOOr-insiDer Karl-Marx-Allee 32 Berlin-Mitte www.camp4.de

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