Aufrufe
vor 1 Jahr

Berliner Zeitung 28.01.2019

  • Text
  • Berliner
  • Berlin
  • Menschen
  • Frau
  • Junge
  • Reichts
  • Netz
  • Luft
  • Zeitung
  • Abenteuer
  • Berlin.de

Berliner Zeitung

Dresden jubelt: AfD-Groteske gehört ins Theater – Feuilleton Seite 21 Der doppelte Müggelturm Seite 14 1°/5° Wolken, wenig Sonne Wetter Seite 2 Supermarkt-Kette aus Russland will nach Berlin Berlin Seite 9 www.berliner-zeitung.de Dänemark ist Weltmeister, Deutschland wird Vierter Sport Seite 20 Montag,28. Januar 2019 Nr.23HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Werben um Frauen als Finanziers Wirtschaft Seite 7 Wie der Vater,so der Sohn VonMarkus Lotter Die Streif, die mythenbeladene Skirennstrecke, die vom 1 712 Meter hohen Hahnenkamm hinab bis fast in die Ortsmitte der österreichischen Kleinstadt Kitzbühel führt, ist eine Heldenmaschine. Wer hier siegt, hat die Furcht besiegt. Wir hier triumphiert, macht sich –zumindest in der Welt der alpinen Skirennläufer –unsterblich. Dasgilt seit jeher für die Sieger im Abfahrtsrennen, aber auch seit dessen Premiere im Jahr 1995 für die Sieger im Super G. Zur letzt- Josef Ferstl zählt nun zu den Helden der Streif. Josef Ferstl genannten Spezies zählt seit Sonntag auch Josef„Peppi“ Ferstl. Obwohl er mit der ungeliebten Startnummer 1anden Startgegangenen war, also quasi als Testpilot, lag der 30 Jahre alte Könner aus Traunstein im Endklassement ganz vorn. Acht Hundertstelsekunden vor dem Franzosen Johan Clarey, zehn Hundertstelsekunden vor dem Italiener Dominik Paris, der am Freitag in der Abfahrtalle hinter sich gelassen hatte. „Ich habe mich voll reingehauen und wusste, ich muss kämpfen, das ist die Streif! Ich bin happy“, sagte Ferstl in einer ersten Reaktion. Wobei dieses „happy“ bei ihm natürlich noch eine zweite Ebene hat: Endlich konnte er es nämlich seinemVater Josef „Sepp“ Ferstl gleichtun, der 1978 und 1979 an gleicher Stelle im Abfahrtsrennen mit seinen Erfolgen Skisport-Geschichte geschrieben hatte. Endlich durfte im Umkehrschluss der Vater dem Sohne gratulieren. „Ich glaube es noch nicht. Träume ich, das ist echt der Wahnsinn. Wir haben die ganzeNacht wegen der Startnummer nicht schlafen können“, sagte Vater Ferstl dem ORF,während Sohn Peppi von seinen Kollegen im Zielraum gefeiert wurde. Unter ihnen auch Thomas Dreßen, der im Vorjahr sensationell das Abfahrtsrennen gewonnen und damit eine 40 Jahrelange Durststrecke des Deutschen Skiverbandes (DSV)auf der Streif beendet hatte. Josef Ferstl hatte bis dato nur einen Weltcupsieg (Super GinGröden im Dezember 2017) vorzuweisen. Nun ist er plötzlich der Mann der Stunde, der Mann, der in Abwesenheit vonDreßen und Andreas Sander (beide Kreuzbandriss) als Vorfahrer der Speedfahrer im DSV bei der anstehenden WM in Are (5. bis 17. Februar) im Rampenlicht stehen wird. Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem es noch kein Tempolimit gibt. VonThoralf Cleven Der Bundesverkehrsminister ist ein wenig sauer. In der nächsten Woche will Andreas Scheuer (CSU) mit den Leuten der von ihm eingesetzten „Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität“ über deren Arbeitsweisen reden. Und wie man zu positiven Ergebnissen kommt. Daskündigte er ihnen über ein Interview mit der Bild am Sonntag (BamS) an. Siewerden sich gefreut haben. DieFachleute hatten Scheuer vergangene Woche eine Debatte beschert, die der Bayer für total überflüssig hält: Ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern für besseres Klima. In einer ersten Reaktion hatte er die Idee als „gegen jeden Menschenverstand“ bezeichnet. „Das Prinzip der Freiheit hat sich bewährt“, sagte der CSU-Politiker in der BamS. „Wer 120 fahren will, kann 120 fahren. Wer schneller fahren möchte, darf das auch. Wassoll der Ansatz der ständigen Gängelung?“ Ein Tempolimit auf Autobahnen würde demnach laut Scheuer den gesamten CO 2 -Ausstoß in Deutschland um weniger als 0,5 Prozent senken. Bereits heute gelte laut Scheuer auf 7640 Autobahn-Kilometern ein Tempolimit von 130, das seien 30 Freiheit zum Rasen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer lehnt ein Tempolimit auf Autobahnen ab. Die Mehrheit der Bürger ist allerdings dafür. Prozent des Gesamtnetzes. 18150 Kilometer seien uneingeschränkt. „Das System der Richtgeschwindigkeit funktioniert und hat sich bewährt. Deutsche Autobahnen sind die sichersten Straßen weltweit.“ Scheuer will dafür die von Lungenärzten in einem Positionspapier infrage gestellten Grenzwerte für Feinstaub weiter diskutieren lassen. Er werde dies zum Thema im EU- Verkehrsministerrat machen, kündigte er an. Der Aufruf müsse dazu führen, „dass die Umsetzung der Grenzwerte hinterfragt und gegebenenfalls verändert wird“. Und dann wird der Minister ganz grundsätzlich: Als erstes müsse aber „die masochistische Debatte beendet werden, wie wir uns in Deutschland mit immer schärferen Grenzwerten selbst schaden und belasten können.Vorallem werden jetzt die Messstellen überprüft.“ In der Ärzteschaft findet inzwischen ein Kräftemessen statt. Laut Onlineumfrage des Lungenärzte- Verbandes BdP (Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner) sehen mehr als drei Viertel der antwortenden Mitglieder in Stickoxiden einen Marker „Das System der Richtgeschwindigkeit funktioniert und hat sich bewährt.“ Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister für schlechte Luft, der stellvertretend auch für die übrigen, oft wesentlich gefährlicheren Schadstoffe stehe. „Verstörend ist es, wenn Ärzte nicht eindeutig für saubereLuft für Patienten und Gesunde eintreten“, teilt der Verband mit. Der Präsident der europäischen Pneumologen-Gesellschaft, Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover, hat mit dem weltweiten Zusammenschluss der führenden Gesellschaften für Lungengesundheit FIRS (70.000 Mitglieder) ebenfalls eine Stellungnahme ausgearbeitet. „Schädliche Auswirkungen MAURITIUS IMAGES der Luftverschmutzung bestehen sogar unterhalb der internationalen Grenzwerte“, zitiertdie FAZdaraus. CDU-Bundeschefin Annegret Kramp-Karrenbauer hätte die Diskussion um ein Tempolimit auch gernvomTisch. Siehat darin sogar etwas Geisterhaftes entdeckt.„Das,was wir jetzt erleben, ist eine reine Phantomdebatte“, sagte sie.Ein großer Teil der Straßen in Deutschland habe bereits ein Tempolimit. Der Bundesverkehrsminister schlägt vor, Staus in Städten mit Mobilitätsdaten von Autofahrern entgegenzuwirken.„Wenn viele Nutzer ihre persönlichen, anonymisierten Mobilitätsdaten zurVerfügung stellen würden, könnten Städte dieVerkehrspolitik besser planen, sodass die Menschen weniger im Stau stehen. Die Bürger müssen dem Staat dabei vertrauen.“ Viele Bürger finden dagegen ein Tempolimit gut. In einerrepräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag der Welt sprechen sich insgesamt 63 Prozent der Deutschen für ein Tempolimit auf heimischen Autobahnen aus. Nur36Prozent lehnen Geschwindigkeitsbegrenzungen generell ab. Das bevorzugte Tempolimit der Deutschen liegt bei 130 Stundenkilometern (35 Prozent), dann folgen 150 (19 Prozent) und 120 (9 Prozent). Der Kohleplan: Im Jahr 2038 ist Schluss Bergbaugewerkschaft fordert mehr Investitionen VonAndreas Niesmann Nach den Empfehlungen der Kohlekommission für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 ist nun die Bundesregierung am Zug. Sie muss die Ratschläge in Gesetzesformbringen. Am Ende entscheidet der Bundestag. Nach harten Verhandlungen hatten 27 von 28 stimmberechtigten Mitgliedern der Kohlekommission den Ausstiegsfahrplan in der Nacht zum Sonnabend beschlossen. Demnach sollen die Kraftwerkskapazitäten ab 2022 stetig abgebaut werden, die Folgen in den betroffenen Regionen soll der Bund mit 40 Milliarden Euro abfedern. Der Strompreis soll nicht steigen, der Hambacher Forst bleiben. Nach dem Kohlekompromiss fordertder Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie und Energie, Michael Vassiliadis,zügige Investitionen unter anderem in Stromnetze. Er warnt davor, dass andernfalls die Kohlekraftwerke länger als geplant in Betrieb bleiben müssten. „Es versteht sich eigentlich von selbst, dass wir keine Kraftwerke abstellen, wenn die sichereVersorgung der Menschen und der Industrie mit Strom nicht gewährleistet werden kann“, sagte Vassiliadis der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Versorgungssicherheit ohne Kohle wird es nur geben, wenn der Ausbau von Netzen, Speichern und Erneuerbaren Energien vorankommt“, sagte Vassiliadis weiter. Vassiliadis betonte, erselbst sei an einem Erfolg der Energiewende interessiert. „Wir sind bereit, unseren Teil dafür beizutragen, und haben entsprechend geliefert. Jetzt müssen aber auch andere liefern.“ Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 11005 15. &16. BERLIN MESSEN Februar 2019 Dein Marktfür Ausbildung &Jobs, 9–16Uhr Weiterbildung &Qualifizierung Freier Eintritt Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Attraktive Ausbildungs- undJobangebote Checkder Bewerbungsmappen Kostenlose Bewerbungsbildervom Profi Interessante Arbeitgeber undPräsentationen WeitereInformationen: www.berlinmessen.de SCHIRMHERRSCHAFT Frau ElkeBreitenbach Senatorin für Integration,Arbeit undSoziales

2019

2018