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Berliner Zeitung 28.03.2019

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Die letzte Bank: Robert Redford als „Gauner und Gentleman“ – Feuilleton Seite 21 Heute mit Kulturkalender 8°/11° Bewölkt, aber wärmer Wetter Seite 2 Lehrer als Beamte: Warum es ein Fehler wäre Leitartikel Seite 8 www.berliner-zeitung.de Rekord: Bayern zahlt 80 Millionen für Hernández Sport Seite 20 Donnerstag,28. März 2019 Nr.73HA-75. Jahrgang Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Waffengang: Der Streit über die Rüstungsexporte Tagesthema Seite 2, Kommentar Seite 8 Integration aus eigenem Erleben VonElmar Schütze Manchmal ist es hilfreich und erhellend, wenn jemand aus eigenem Erleben weiß, wovon er spricht. Auf Katarina Niewiedzial trifft dies definitiv zu. Im Mai wird die 41-Jährige Integrations- und Migrationsbeauftragte des Landes Berlin. Sieist die fünfte in dem Amt, das BarbaraJohn 1981 erstmals ausfüllte –und sie ist die erste mit Migrationshintergrund. Katarina Nie- Katarina Niewiedzial ist die nächste Integrationsbeauftragte. Berlin wiedzial wurde im Mai 1977 im polnischen Zgorzelec geboren. Als ihre Eltern inden Westen gingen, war sie zwölf Jahre alt. Ihre ersten Schritte in der Bundesrepublik machte sie im Erstaufnahmelager im niedersächsischen Friedland, danach kam die Familie zunächst in einem ehemaligen Hotel unter –heute würde man voneiner Notunterkunft sprechen –, später ließ sie sich in Norddeutschland nieder. Katarina Niewiedzial ging in Bremerhaven zur Schule und startete in Oldenburgihr Politikstudium, das sie schließlich nach Berlin an die FU führte. Seit 19 Jahren lebt sie in der Stadt, die sie heute noch mehr als damals als einen „Magneten für Menschen aus dem Ausland“ wahrnimmt. Bereits vormehr als 15 Jahren erhielt sie einen ersten Werksvertrag vomBüro der Ausländerbeauftragten, wie man zu der Zeit noch sagte.Ihr Arbeitspapier erhielt Niewiedzial damals aus den Händen von Andreas Germershausen. Danach stieg Germershausen auf und wurde 2015 selbst Integrations- und Migrationsbeauftragter. Jetzt geht er in den Ruhestand, Katarina Niewiedzial übernimmt. Nach ihrem Studium wurde Niewiedzial in Berlin Geschäftsführerin des Politikberatungs-Thinktanks „Das progressive Zentrum“, in den vergangenen fünf Jahren arbeitete sie als Integrationsbeauftragte des Bezirks Pankow. Sie selbst habe ihren Weg gemacht, sagt Katarina Niewiedzial, trotz vieler Hürden. So habe sie anfangs nur Polnisch gesprochen und deswegen außerhalb der Familie ein Gefühl der Sprachlosigkeit empfunden. Nach ihrer Erfahrung hänge Integration hierzulande viel zu oft von Glück und Zufall ab.„Aber so soll es nicht sein. Wir brauchen eine systematische Förderung“, sagt sie. Firmensitz der Deutsche Wohnen an der Mecklenburgischen Straße in Wilmersdorf VonUlrich Paul Der Protest gegen die Deutsche Wohnen drückt sich nicht mehr nur in Kritik am rigiden Mieterhöhungskurs und dem Wunsch nach einer Enteignung in Berlin aus –mittlerweile äußert er sich auch in Form vonGewalt gegen Sachen. In der Nacht zum Mittwoch brannten zwei Wagen des Unternehmens in Steglitz, keine 24 Stunden, nachdem der größte private Vermieter in der Hauptstadt seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2018 mit steigenden Aktienkursen präsentierthatte. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen –ein Hinweis darauf, dass die Sicherheitsbehörden einen politischen Hintergrund vermuten. Ansonsten äußerten sich Polizei und Senatsinnenverwaltung aber nicht weiter zu dem Vorfall, insbesondere auf die Frage, welche Erkenntnisse zur Gefährdung vonUnternehmen aus der Immobilienwirtschaft vorliegen. Der Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres, Martin Pallgen, stellte aber klar:„Wirlehnen Gewalt, egal ob gegen Sachen oder Menschen, ab. Gewalt darf kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.“ Der Verband Berlin-Brandenburgischer Die Eskalation Zwei Wagen der Deutsche Wohnen gehen in Flammen auf. Droht eine Radikalisierung des Protests? Wohnungsunternehmen (BBU) zeigte sich in einer Stellungnahme besorgt –und machte die Debatte über das geplante Volksbegehren zur Enteignung der Deutsche Wohnen dafür verantwortlich. „Der Brandanschlag zeigt, in welcher Weise die Enteignungsdiskussion Berlin polarisiert“, sagte BBU-Chefin Maren Kern. „Wenn Debatten auf der Grundlage von Emotionen geführt werden anstatt sachlich zu argumentieren, werden schnell Grenzen überschritten.“ Dafür sei der Brandanschlag ein trauriges Beispiel. „Deshalb brauchen wir dringend eineVersachlichung dieser Debatte“, so Kern.„DerSenat sollte durch eine einheitliche Haltung im Sinne des Grundgesetzes hierzu einen Beitrag leisten.“ Die Sicherheitsbehörden dürften die Entwicklung ebenfalls mit Sorge beobachten, könnte der Brandanschlag doch nur der Anfang für weitere gewalttätige Aktionen sein. Denn gerade erst hat eine Aktionswoche gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn begonnen, deren Höhepunkt am 6. April eine Groß- Demonstration in der Hauptstadt „Wir lehnen Gewalt, egal ob gegen Sachen oder Menschen, ab. Gewalt darf kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.“ Martin Pallgen, Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD) und in vielen anderen Städten sein soll. Zwar ist nicht davon auszugehen, dass die Veranstaltungen der Aktionswoche in Gewalt enden, doch alle anderen Aktionen mit Bezug zum Thema Mieten dürfen sich in diesen Tagen einer besonderen öffentlichen Aufmerksamkeit gewiss sein. Das erhöht die Gefahr, dass etwas am Rande passiert. In der Aktionswoche stehen durchaus heikle Veranstaltungen an. Dazu gehört eine Demonstration an diesem Donnerstag, die zum Sitz ei- IMAGO ner Immobilienfirma in Grunewald führen soll. DieFirma hat dem Späti Ora 35inder Kreuzberger Oranienstraße gekündigt –und will ihn loswerden. DieDemonstranten fordern „Ora 35 soll bleiben!“ und wollen dies der Geschäftsführung mitteilen. Ziel der Demonstration am 6. April ist schließlich die Berliner Immobilienmesse, die am 6. und 7. April inder Arena in Treptow veranstaltet wird.„Nicht nur die Großen zocken mit Wohnungen in Berlin. Auch das Kapital der kleinen Anleger nimmt an der Spekulation teil“, heißt es zur Begründung. Wie sensibel die Polizei auf die Veranstaltungen der Aktionswoche reagiert, ließ sich am Mittwochmittag in der Friedrichstraße in Mitte beobachten. Da waren zu einer satirischen Aktion gegen einen Immobilienkongress im Haus des Deutschen Beamtenbundes mehrere Mannschaftswagen der Polizei aufgefahren. Unter dem Motto „Berlin grüßt das Miethai-Meeting“ ließ der Aktionskünstler Kurt Jotter Vertreter der „Hai-Society“ auflaufen –Demonstranten mit Masken des Deutsche- Wohnen-Chefs Michael Zahn, des US-InvestorsWarren Buffett und von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Aktion wurde freilich zum Happening, alles blieb friedlich. Theresa May bietet Rücktritt an Britisches Parlament lehnt Brexit ohne Abkommen ab Im Ringen um einen geordneten EU-Austritt ihres Landes hat die britische Premierministerin Theresa May ihren Rücktritt angeboten. Sie sei bereit, ihr Amt vorzeitig aufzugeben, wenn das Unterhaus dem Abkommen mit der Europäischen Union doch noch zustimme,erklärte May am Mittwoch kurz vor einer wegweisenden Abstimmung über Alternativen zum Brexit-Vertrag. Die Premierministerin May kündigte an, sich vor den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU zurückzuziehen. Es gebe den Wunsch nach einem „neuen Ansatz, einer neuen Führung“ in der nächsten Brexit-Phase,erklärte Maynach Angaben ihres Büros bei einem Treffen mit konservativen Abgeordneten. Sie werde dem nicht entgegenstehen und sei bereit, ihr Amt zugunsten des Landes und ihrer Partei früher als geplant aufzugeben. „Aber wir müssen das Abkommen durchbringen und den Brexit abschließen“, betonte May. Trotz des Rücktrittsangebots konnte sich das britische Parlament am späten Mittwochabend nicht auf eine Alternative zum Brexit-Abkommen von Premierministerin May einigen. Verschiedene Varianten einer engeren Anbindung an die Europäische Union lehnten die Abgeordneten genau so ab wie ein zweites Referendum oder einen Austritt ohne Abkommen. Die Premierministerin sah sich zuletzt mit Rücktrittsforderungen auch aus den eigenen Reihen konfrontiert. Der Abgeordnete Nigel Evans hatte May zuvor aufgefordert, ihren Rückzug anzukündigen, um so doch noch eine Verabschiedung ihresBrexit-Deals im Unterhaus zu erreichen. (AFP,dpa) Politik Seite 5 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 41013 FRÜHJAHR SOMMER 2019 LAUNCH LESNOUVELLES MAGAZIN GALERIES LAFAY ETTE SAISONERÖFFNUNG 29.03. 17-20 UHR FRIEDRICHSTRASSE 76 –78 · BERLIN WWW.GALERIESLAFAY ETTE.DE · GALERIESLAFAY ETTEBERLIN 1GLAS BOUVETBRUT BEI JEDEM MODEEINKAUF AB 50 €* *Gilt nicht für Einkäufe im Le Gourmet. Alle Angebote solange der Vorrat reicht. | Galeries Lafayette (Deutschland) GmbH, Französische Straße 23, 10117 Berlin LIVE PAINTING MIT EITELART GIN TASTING MIT WILD CHILD GESTALTEN SIE IHR HUGO REVERSED SHIRT ... UND VIELES MEHR

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