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Berliner Zeitung 28.05.2019

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Österreich sucht einen neuen Bundeskanzler – Politik Seite 6 Götz Aly über Populisten Seite 8 12°/19° Wolken und Regen Wetter Seite 26 www.berliner-zeitung.de Dienstag,28. Mai 2019 Nr.122 HA -75. Jahrgang Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € So grün war die Republik noch nie Seiten 5und 8 Die neue Ost-West-Teilung Seite 8 Das Berlin-Ergebnis in Grafiken Seite 10 Berliner SPD Müllers matte Botschaft VonChristine Dankbar Übertreibung liegt ihm nicht. Aber den Kommentar, den der Berliner SPD-Landesvorsitzende Michael Müller zum Europawahlergebnis seiner Partei am Montag verbreitete, könnte man nun wirklich als Tiefstapelei der Woche verbuchen. „Natürlich kann man ein Ergebnis unter 20 Prozent nicht schönreden, es ist ein Alarmsignal“, schrieb Müller auf der Webseite der Partei. Die höhereWahlbeteiligung aber sei ein Sieg für Europa. Dann gratulierte er der SPD-Kandidatin, die ins Parlament einzieht. „Wir sind stolz, dass Berlin wieder Michael Müller, SPD-Chef und Regierender Bürgermeister stark vertreten ist“, so Müller. Wardawas? Ja, da war was: Am Sonntag hat die SPD ein neues Rekordtief erreicht. Bundesweit nur noch 15,8 Prozent machten ihr Kreuzchen bei den Genossen, in Berlin waren es sogar noch weniger: 14 Prozent, auch das ein historischer Tiefstand. Dieses Ergebnis ließ Müller in seiner Erklärung lieber gleich ganz weg.„Ökologie und Soziales gehören zusammen“, formulierte er stattdessen matt. „Diese Botschaft der Wählerinnen und Wähler müssen wir ernst nehmen.“ Man sieht die Köpfe der Genossen förmlich hängen angesichts dieser defensiven Analyse. Das Problem der SPD, dass die Partei offenbar gar keine Botschaft für dieWählerinnen undWähler mehr hatte,ist zumindest bei Teilen der Partei angekommen. Ein Konzept für die Zukunft entsteht aus dieser Erkenntnis allerdings noch nicht. AufLandesebene wirdjetzt wieder die übliche schonungslose Aufarbeitung gefordert, die wie üblich nicht haltmachen soll vorpersonellen Konsequenzen. Dabei wird esallerdings bleiben, wenn man mal vonden Jusos absieht, die Müller am Montag höflich fragten, ob er nicht 2020 als Parteichef zurücktreten möchte. Der wirddie Fäden erst aus der Hand geben, wenn man ihn dazu zwingt. Doch wer sollte ihn herausfordern? Selbst wenn alle gegen einen sind, heißt das in der Berliner SPD noch nicht, dass sich alle auf eine Alternative einigen können. Vermutlich einigt man sich erst mal auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: die Kritik an der Bundespartei. VonMarkus Lotter Das Wort geht an Dirk Zingler. An den Präsidenten des 1. FC Union, der unmittelbar nach dem wertvollsten 0:0 in der Geschichte seines Klubs nicht nur gerührt, sondern tief bewegt ist. Sein Klub in der Bundesliga, dank dieses Unentschiedens im Relegationsrückspiel gegen den VfB Stuttgart, schwer zu fassen in diesem Moment, für alle im Stadion, für alle in Köpenick, und natürlich auch für Zingler. „Das ist surreal“, sagt der 52-Jährige: „Ich geh’ seit 40 Jahren zu diesem Verein, habe auf dieses eine Spiel gewartet. Undjetzt haben wir es gezogen. Aber jetzt muss ich gehen.“ Er ging dann doch noch nicht gleich, ergänzte: „Die Menschen hier haben es einfach verdient.“ Ja, endlich war da eine Mannschaft, die gut genug war,umdiesen Klub in seine Sehnsuchtsliga zu bringen, in die Bundesliga. In die höchste deutsche Spielklasse, die für einen Klub wie den 1. FC Union in jedweder Hinsicht ein großes Abenteuer Erstklassig! Wasfür ein Fest in Köpenick: Der 1. FC Union steigt in die Bundesliga auf darstellt. Wobei die Derbys gegen Hertha BSC und die Auseinandersetzung mit dem FC Bayern München sicherlich die aufregendste Momente hervorrufen werden. Die große Reise kann beginnen, mit Fans an der Seite, die jedes einzelne Spiel der kommenden Saison zu einem Fußballvolksfest machen werden. In der heimischen Arena, die im Vergleich zu anderen Stadien in Deutschland, ja nicht einfach irgendwie in die Landschaft gebaut wurde, sondern imwahrsten Sinne des Wortes eine Heimspielstätte ist. Doch auch bei den Auswärtsfahrten wird zu spüren sein, von wie viel Liebe und Leidenschaft die rotweiße Kurvebewegt. Nüchtern betrachtet ist der 1. FC Union der 56. Bundesligist seit der Einführung der Bundesliga im Jahr 1963, nach Tasmania, Hertha BSC, Blau-Weiß 90 und Tennis Borussia der fünfte Berliner Bundesligist. Und doch ist dieser am 20. Januar 1966 gegründete Verein aus dem Stadtteil Köpenick freilich viel mehr. Ersoll und will der Gegenentwurf zum überdrehten Fußballgeschäft sein, ist fraglos der politischste Klub in der Geschichte der Bundesliga, auch wenn die Kluboberen sich zumindest bei einer entsprechenden Konfrontation gegen derartige Einordnungen vehement wehren. Schon in der Vereins-Hymne, eingesungen von Nina Hagen im Original, inbrünstig mitgesungen von den Fans vor jedem Heimspiel im Stadion An der Alten Försterei, wird bei Union eine bewusste Positionierung kundgetan.„Wer lässt sich nicht vomWesten kaufen?“ heißtesda, die Antwort lautet: EisernUnion, EisernUnion. Dasist 30 Jahrenach dem Fall der Mauer natürlich mehr denn je ein Thema. Und vielleicht ist es ja doch eine Fügung, dass dem Klub in diesem Moment der große Coup gelingt. Union, der Außenseiterverein, der Andersverein mischt jetzt in der Eliteliga mit, gemäß dem Motto: Wirspielen mit, sind aber nicht euer Spielball. Ein Positionspapier hat der 1. FC Union im Oktober des vergangenen Jahres in die Welt gebracht. „Kurswechsel für den deutschen Fußball“ steht drüber, allerlei Leidenschaft steckt drin, wobei Kritiker dann doch etwas zu viel Romantik in den Ausführungen entdeckten. Nach außen wollte man damit ein Zeichen setzen, nach innen einVersprechen abgeben. Ideale werden hier im Osten der Hauptstadt noch gelebt und nicht nur als Vorwand zur Imagepflege eingespielt, sollte dies bedeuten, und: Hier wird ehrlicher,handfester Fußball für die Fans und nicht für die Konsumenten gemacht. Und doch steht außer Frage, dass im Kreis der besten Klubs dieses Landes die eine oder andereeiserneÜberzeugung wohl doch etwas gebeugt werden muss. Mandarfsehrgespanntsein, zum einen, wie der 1. FC Union die Bundesliga beeinflusst, vielleicht auch ein klein wenig verändert, noch spannender dürfte allerdings die Beobachtung sein, wie die Bundesliga Union beeinflusst, ja vielleicht verändert. Dieses Fußballjahr wird für die Eisernen also nicht nur eine sportliche Prüfung. Die Frage lautet: Wie treu kann dieser Ostklub sich bleiben, wenn er sich mit Klubs misst, die zwar immer gernmal voneiner Klub-DNA faseln, aber im Endeffekt doch ziemlich gewöhnlich sind. STUART FRANKLIN/BONGARTZ/GETTY IMAGES CDU-Chefin für Regulierungen im Internet Kramp-Karrenbauer will gegen YouTuber vorgehen VonDaniela Vates Inder Diskussion um CDU-kritische YouTube-Videos vor der Europawahl hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer die Regulierung von Meinungsäußerungen im Internet vor Wahlen angeregt. Sie sagte am Montag nach Gremiensitzungen der CDU, wenn 70 Zeitungsredaktionen voreinerWahl dazu aufriefen, nicht CDU oder SPD zu wählen, würde dies als „klare Meinungsmache vorderWahl“ eingestuft. Man müsse darüber reden: „Was sind Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten auch für den digitalen Bereich.“ In der Debatte müssten auch die Auswirkungen auf die Demokratie eine Rolle spielen. Kramp-Karrenbauer räumte Fehler im Umgang mit den YouTube-Videos ein. Die CDU habe dies „sehr langsam und sehr spät diskutiert“, sagte sie.„Dasist nicht das Handling, das man im Wahlkampf zeigen muss.“ Die CDU müsse einen Weg finden, mit „asymmetrischer Wahlkampfmobilisierung“ umzugehen. Für den Gründer der Plattform Netzpolitik.org, Markus Beckedahl, ist der Umgang der CDU-Chefin mit dem Rezo-Video „irritierend“. Umso erstaunlicher sei, „wie die Parteivorsitzende die Situation jetzt einschätzt“, sagte Beckedahl mit Blick auf den Vorschlag einer Regulierung von Meinungsäußerungen. Der Wahlaufruf der YouTuber sei vergleichbar mit früheren Aufrufen von Prominenten für CDU und CSU. Die Union habe offenbar noch gar nicht realisiert, wie sie bei den Themen Digitalisierung und Klimarettung den Anschluss verloren habe. Was Kramp-Karrenbauer nun sage, künde von„Realitätsverlust“. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 21022 2. und3. November 2019 10 –17Uhr Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Jetzt Aussteller werden! Diebesten Jahre Doppelmesse Reise &Gesundheit Anmeldung unter: berlin.messen@dumont.de oder (030)2327 6758 BERLIN MESSEN

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