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Berliner Zeitung 29.01.2018

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Berliner Zeitung

Ein Leben für Ikea –Ingvar Kamprad ist tot – Seite 3 . . Montag, 29. Januar 2018 Nr.24HA-74. Jahrgangwww.berliner-zeitung.de 1.50 € Berlin/Brandenburg -1.60 € Auswärts/D* ................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... Spreewild 25 ................................................................................................................. Verkehr,Notrufe,Lotto 11 ................................................................................................................. Rätsel, Sudoku 14, 27 ................................................................................................................. Kleinanzeigen 14 4 S I E M E N S VON TIMOT SZENT-IVANYI Als Joe Kaeser 2013 den Chefposten bei Siemens übernahm, war auch die Belegschaft zufrieden. Schließlich ist er einer von ihnen. Sein gesamtes Berufsleben hat der als Josef Käser geborene Niederbayer bei Siemens verbracht. Doch seit seiner Ankündigung, wegen fehlender Nachfrage weltweit fast 7000 Stellen in der Kraftwerks- und Antriebstechnik zu streichen –davon die Hälfte in Deutschland –symbolisiert der aus Sicht der Aktionäre erfolgreiche Firmenlenker für die Gewerkschaften eher die hässliche Seite des Kapitalismus. Eine Bemerkung von Kaeser bei einem Treffen mit JoeKaeser, Siemens-Chef im Kreuzfeuer Zu Tisch mit Trump ................................................................................................................. Berliner Verlag GmbH, 10171Berlin Redaktion: (030) 6333 11-457 (Mo-Fr 10-16 Uhr), Fax–499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de ................................................................................................................. Postvertriebsstück A6517 /Entgelt bezahlt 194050 5 01504 US-Präsident Donald Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davosbringt die Beschäftigten nun endgültig gegen ihn auf. Trump hatte am Donnerstagabend ausgesuchte Konzernchefs zu einem Abendessen geladen. Wie bestellt saßen die Firmenchefs am Tisch, berichteten über Projekte in den USA und lobten den Präsidenten heftig, um sich wohlwollende Kommentare(„fantastic job“) abzuholen. So auch JoeKaeser,der direkt neben Trump sitzendurfte.Kaeser machte zunächst sogar einen kleinen Scherzauf Kosten Trumps,sagte dann aber sehr ernst: „Weil Siesoerfolgreich mit der Steuerreform waren, haben wir entschieden, die nächste Generation von Gasturbinen in den Vereinigten Staaten zu entwickeln.“ Gasturbinen? Die IG Metall reagiert empört. Offensichtlich gebe es also doch eine Nachfrage für diese Anlagen. Aber Siemens gehe es wohl darum, eine höhereMarge zu erzielen, kritisierte ein Gewerkschaftsvertreter. Das sei unverantwortlich gegenüber den Beschäftigten –allein in Berlin stünden rund 900 Jobs bei Siemens auf der Kippe.Das Unternehmen schob zwar umgehend hinterher, dass die Entwicklung von Turbinen in den USA nicht mit den Einschnitten in Deutschland in Zusammenhang stehe,doch die Beschäftigten sehen das anders. Sie planen Proteste auf der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch in München. Es ist nicht das erste Mal, dass der Siemens-Chef durch undiplomatische Aktionen auffällt. Noch während über Sanktionen gegen Russland wegen der Annexion der Krim diskutiert wurde, besuchte Kaeser Anfang 2014 den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Später verteidigte er das Treffen mit der Bemerkung, der Konzern lasse sich in seiner langfristigen Planung nicht von „kurzfristigen Turbulenzen“ leiten. Jetzt hat er sich die zumindest selbst erschaffen, als Trumps Tischnachbar. 11005 Raus aus dem toten Winkel Wasgetan werden muss, damit Lastwagen nicht mehr so eine große Gefahr für Radfahrer sind V ON PETER NEUMANN UND THOMAS ROGALLA Nach den tödlichen Rechtsabbiege-Unfällen mit Lastwagen und Radfahrern wächst der Druck, den Lkw-Verkehr sicherer zu machen. „Es sollten schnellstmöglich von der Bundesregierung Assistenzsysteme verpflichtend vorgeschrieben werden, mit denen der Fahrer die toten Winkel überwachen kann“, sagte Stefan Thyroke,der bei der Gewerkschaft Verdi die bundesweite Fachgruppe Speditionen, Logistik, Kurier-, Express- und Paketdienste leitet, der Berliner Zeitung. Thyroke forderte auch, die Belastung der Lastwagenfahrer zu verringern. Stress sei ein Faktor, wenn sich Unfälle mit Lastwagen ereignen. Vonden 107 Radfahrern, die in den vergangenen zehn Jahren in Berlin tödlich verunglückten, kamen 34 durch abbiegende Lastwagen ums Leben. Im vergangenen Jahr waren es vier von neun Verunglückten. Das geht aus einer Auswertung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad- Clubs (ADFC) Berlin hervor. DerDruck nimmt zu Der jüngste tödliche Unfall dieser Art inBerlin ereignete sich Dienstagmorgen auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz in Schöneberg. Ein dreiachsiger Lkw, der rechts in die Hauptstraße abbiegen sollte, überrollte eine 52 Jahre alte Radfahrerin. Am Mittwoch starb ein zehnjähriges Mädchen bei einem ähnlichen Unglück in Brandenburg ander Havel. Nunwirdverstärkt diskutiert, wie solchen Verkehrsunfällen vorgebeugt werden könnte. Dabei gerät auch die Belastung der Kraftfahrer ins Blickfeld. „Der Arbeitsdruck nimmt ständig zu. Siesind Teil des Justin-time-Systems, bei dem die Fracht pünktlich beim Empfänger sein muss“, sagte Stefan Thyroke von Verdi. „Wird das meist sehr kleine vereinbarte Zeitfenster nicht eingehalten, muss die Spedition eine Vertragsstrafe zahlen.“ Das wissen auch die Fahrer –was den Druck erhöht. In Bremen wollte ein Spediteur eine solche Vertragsstrafe einem Fahrer aufbrummen, sagte Thyroke. „Das konnte mit unserer Hilfe verhindert werden –zeigt aber deutlich die Verhältnisse im Transportgewerbe.“ In vielen Firmen existierten gesetzlich vorgeschriebene Erholungspausen nur auf dem Papier. „In der Praxis müssen die Fahrer die dreiviertelstündige Pause oft nutzen, um an der Rampe auf Entladung zu warten oder Maut-Tickets zu besorgen.“ Fahrer, die zunächst über viele Stunden Langstrecken hinter sich bringen, um dann ihre Ladung im Stadtverkehr zu verteilen, seien oft nicht topfit, weil sie in den Fahrerkabinen übernachten. Zwar sei dies für die sogenannte Wochenruhezeit seit Mai 2017 verboten, die Fahrer müssen laut Gesetz externnächtigen, sagt Thyroke. „Doch ein Blick auf Lkw-Parkplätze am Wochenende zeigt, dass sich daran kaum einer hält.“ Es gebe auch viele Speditionen, die nicht nach Tarif zahlen –obwohl der relativ bescheiden sei. Für den Stress auf der Autobahn, beim Be-und Entladen und dem noch stressigeren Stadtverkehr sieht die Lohntabelle proMonat rund 2700 Euro brutto vor. Um die Zahl der Lkw-Unfälle mit Radfahrernzusenken, seien nicht nur Assistenzsysteme „Es sollten schnellstmöglich von der Bundesregierung Assistenzsysteme verpflichtend vorgeschrieben werden.“ Stefan Thyroke, Verdi wichtig. Der Verdi-Mann forderte auch, Straßen umzugestalten. „Es ist gut, Radfahrer vom Radweg auf dem Bürgersteig auf die Straße zu holen, wo sie sichtbarer sind.“ Allerdings: „Wir werden die Zahl der tödlichen Unfälle mit Radfahrernnicht auf null bringen können.“ Die Stadt Osnabrück erwägt nach mehreren schweren Unfällen, Lkw auf dem stark befahrenen Wallring das Rechtsabbiegen zu verbieten. Auch die Bundesregierung will aktiv werden. Allerdings sei dies nur auf europäischer Ebenemöglich, hieß es. Aus der Sicht von Unfallforschern stellen Assistenzsysteme ein gutes und zuverlässiges Mittelzur Unfallverhütung dar. Kritik an Berlins Verwaltung Doch auch in der Hauptstadt- Region gibt es nur wenige Lastwagen mit Abbiegeassistenten, die in der Fahrerkabine davor warnen, wenn jemand dem Lkw nahe kommt. Dabei sorge diese Technik wirklich für mehr Sicherheit, weil sie die Fahrer wirksam entlaste, sagte der Spediteur Michael Sünkler der Berliner Zeitung. Der Transportunternehmer,der 30 Menschen beschäftigt, hat zwei Lastwagen mit solchen Assistenzsystemen. Sünkler sprach sich dafür aus,mehrbreite Radfahrstreifen auf den Straßen zu markieren. Hilfreich seien zudem farbige Markierungen, wie sie am Kaiser-Wilhelm-Platz geplant sind. Die Verkehrserziehung sollte verbessert werden. „Sie beginnt meist viel zu früh“, meinte Sünkler. „Wichtiger wäre sie in den achten und neunten Klassen, wenn Schüler schon im Straßenverkehr unterwegs sind.“ Heinrich Strößenreuther von der Agentur ClevereStädte kritisierte erneut die Verwaltung in Berlin. Das Geld, das 2017 für neue Radverkehrsanlagen vorgesehen war, sei nicht vollständig ausgegeben worden. Die roten Markierungen am Kaiser- Wilhelm-Platz sollen erst im Frühjahr aufgebracht werden – dabei wäre das auch bereits im Winter möglich. Berlin Seite 11 IMAGO 1. FUSSBALL-BUNDESLIGA Bayer Leverkusen –1.FSV Mainz 05 2:0 Hannover 96 –VfL Wolfsburg 0:1 SportSeiten19und 20 NICHT VERPASSEN ❖ NEIN HEISST NEIN Seit gut einem Jahr ist die Reformdes Sexualstrafrechts in Kraft, in der einige Tatbestände verschärft, andereneu aufgenommen wurden. Juristen bewerten die Neuerungen positiv.Doch sie weisen auch auf Mängel hin. Tagesthema Seite 2 GRÜN IST DIE HOFFNUNG RobertHabeck und Annalena Baerbock sind das neue Führungsduo vonBündnis 90/Die Grünen. Vorallem in Habeck setzen viele hohe Erwartungen, extra für ihn wurde sogar die Satzung geändert. Ob sich der Jubel auf dem Parteitag in politische Erfolge umsetzenlässt, muss sich noch zeigen. PolitikSeite 4, Leitartikel Seite 8 SO SPAREN SIE RICHTIG DasSparbuch hat längst ausgedient. DieZinsen, die damit erzielt werden, sind nicht mehr der Rede wert.Doch es gibt andereGeldanlagen, die weniger risikoreich sind als Aktien und dennoch Erträge bringen. Wirtschaft Seite 6 BERLIN IM FASCHING Auch wenn es in diesem Jahr nicht mehr zu einem Umzug über den Kudamm reicht: DerKarneval hat in der Region eine längereGeschichte,als man annehmen möchte.Die Anfänge reichen bis ins 14. Jahrhundertzurück. Stadtgeschichte Seite 10 WETTER X-FILME ERFOLGSSERIE Beim Deutschen Fernsehpreis zeigte sich, dass es vor allem einen Star in Deutschland gibt: Berlin als Dreh- und Handlungsort. DieSerien „4 Blocks“ und „Babylon Berlin“ wurden mit wichtigen Preisen bedacht. Medien Seite 23 BERLIN: Bedeckt oder bewölkt, gebietsweise Regen. Höchstwerte bei 12 Grad, nachts um 7Grad. Seite 2 16. &17. BERLIN MESSEN Februar 2018 Dein Marktfür Ausbildung,Karriere, 9–16Uhr Weiterbildung &Qualifizierung Freier Eintritt Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Interessante Präsentationen Spannende Workshops Attraktive Angebote Weitere Informationen:www.berliner-zeitung.de/berlin-messen|berlin.messen@dumont.de SCHIRMHERRSCHAFT Frau ElkeBreitenbach Senatorin für Integration, Arbeit undSoziales

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