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Berliner Zeitung 29.01.2019

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Ende einer Legende: Der Senat räumt die klassischen Litfaßsäulen ab – Berlin Seite 10 Depressiv durch die Pille? Seite 16 -1°/4° Wechselhaft Wetter Seite 2 Achtung, Eltern: Jede vierte Kita bleibt geschlossen Tagesthema Seite 2 www.berliner-zeitung.de Scheinwelt: WieRoboter im Netz Einfluss nehmen Netzwerk Seite 24 Dienstag,29. Januar 2019 Nr.24HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Venezuela: Ein Land im Ausnahmezustand Seite 3 Mitten in der Geschichte VonTorsten Wahl Eine junge Schwangere läuft erwartungsvoll zur Charité –esist Mala Emdes erster Auftritt in der zweiten Staffel der ARD-Serie,die am Montag Kinopremiere hatte und ab 19. Februar in der ARD gezeigt wird. Die Medizinstudentin Anni will im Hörsaal von ganz vorn aus zusehen, wie Professor Ferdinand Sauerbruch, gespielt von Ulrich Noethen, einen kriegsversehrten Soldaten rettet. Ein arroganter Offizier verbannt die Schwangere zwar aus der ersten Reihe –doch Anni wird die Mala Emde spielt in der zweiten „Charité“-Staffel mit. Charité-Serie Hauptperson in den sechs Folgen bleiben. WieAlicia von Rittberg in der ersten Staffel„Charité“ hat die 22-jährige Mala Emde die Chance, sich vor großem Publikum zu beweisen. Der historische Hintergrund der zweiten Staffel, die von1943 bis 1945 spielt, ist ihr nicht fremd. Denn ihreerste große Hauptrolle in der ARD verkörperte sie als 18-jährige Abiturientin in Raymond Leys Film„MeineTochter Anne Frank“, damals mit dunkel gefärbten längeren Haaren. Es gab wohl keinen, der nicht berührt oder hingerissen war von ihrem Spiel. Das Doku- Drama zeigte Mala Emde auch als Person von heute –die Schauspielerin besuchte das KZ Bergen-Belsen, wo Anne Frank gestorben war. Auch die Rolle der Anni Waldhausen verlangt ihr viel ab –die Figur vereint alle Widersprüche vonMedizinern inder NS-Zeit. In der ersten Folge wird die angehende Ärztin als systemkonforme Streberin eingeführt, die mit ihrem Mann ein arisches Vorzeigepaar bildet. Sie hilft sogar bei Untersuchungen, die dem Kriegsversehrten unterstellen, er habe sich selbst verstümmelt. Doch dann durchleidet Anni eine sehr schwereGeburt, bei der ihreTochter Karin offenbar Hirnschäden davonträgt. Das ist doppelt dramatisch, denn Annis Mann Artur experimentiert mit behinderten Kindern. Nun droht auch ihrer Tochter eine Verlegung in eine beteiligte Abteilung. VonMala Emde, die seit 2016 an der Hochschule „Ernst Busch“ studiert, wird abhängen, ob sie es schafft, diese geballten Konflikte glaubhaft und berührend wirken zu lassen. Dass sie sich gegenüber Größen wie Ulrich Noethen behaupten kann, daran besteht kein Zweifel. Unverzichtbar für diese Stadt: Allein im vergangenen Jahr wurde die BVG, hier zwei Straßenbahnen, für fast 1,1 Milliarden Fahrten genutzt. VonPeter Neumann Es ist ein Tarifkonflikt, den viele Berliner aufmerksam beobachten –vor allem diejenigen, die täglich mit Bussen und Bahnen fahren. Seit Montag wird über bessere Arbeitsbedingungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gesprochen. Zwar bekräftigten beide Seiten zum Auftakt, dass sie vorharten Verhandlungen stehen. Doch nach Informationen der Berliner Zeitung zeigt sich die Arbeitgeberseite prinzipiell dazu bereit, den Arbeitnehmern entgegenzukommen. Das verringert die Gefahr, dass es zuWarnstreiks kommt. „Wir sind auf jeden Fall verhandlungsbereit und wollen eine faireLösung am Verhandlungstisch erreichen“, sagte Silke Leicht-Gilles, die Sprecherin des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV) nach der Auftaktrunde,die am Montag um 12 Uhr begann und knapp eine Stunde dauerte. „In diesem Umfang sind die Forderungen sicherlich nicht zu erfüllen“, so die KAV-Geschäftsführerin Claudia Pfeiffer. Verdi hatte das jährliche Volumen zuletzt auf 60 Millionen Euro beziffert, eine Erhöhung der Personalkosten um zehn Prozent. Doch auf der Arbeitgeberseite hält man es für möglich, bei drei der Es wird eng Diese Auseinandersetzung betrifft alle Berliner: Die Beschäftigten der BVG verhandeln mit den Arbeitgebern über bessere Arbeitsbedingungen. Können WarnstreiksimNahverkehr abgewendet werden? vier Themen, die auf der Verdi-Liste stehen, Kompromisse zu erzielen. Im neuen Manteltarifvertrag geht es nicht unmittelbar um die Höhe der Löhne und Gehälter, Entgeltbeträge sind ab März Thema bei einer anderen Verhandlungsrunde. Derzeit steht für Verdi imMittelpunkt, die Bedingungen für die 14 600 Beschäftigten attraktiver zu gestalten. Ein Thema ist: weniger arbeiten. Wie berichtet soll die Arbeitszeit für Mitarbeiter,die nach 2005 eingestellt worden sind, auf das Niveau ihrer Kollegen sinken: von 39 auf 36,5 Stunden pro Woche – bei vollem Lohnausgleich. Zweites Thema ist eine gerechtere Eingruppierung in die Lohn- und Gehaltstabelle. Drittes Thema: Die Weihnachtszuwendung vonderzeit 1400 Euro,die erst nach einem Jahr Zugehörigkeit überwiesen wird, soll bereits im ersten Beschäftigungsjahr gezahlt werden. Nurfür die vierte Forderung sieht der KAV keine Chance auf eine Einigung. Erneut hat die Gewerkschaft für ihre Mitglieder bei der BVG eine Einmalzahlung in Höhe von „In diesem Umfang sind die Forderungen sicherlich nicht zu erfüllen. Wir müssen nun daran arbeiten, ein vernünftiges Ergebnis, möglichst ohne unnötige Drohgebärden, in den Verhandlungen hinzubekommen.“ Claudia Pfeiffer, Verhandlungsführerin im Arbeitgeberverband KAV Berlin 500 Euro verlangt. Leicht-Gilles: „Das ist mit den Festlegungen unseresDachverbands nicht vereinbar.“ „Wir erwarten schwierige Verhandlungen“, so Jeremy Arndt von Verdi. „Der Auftakt fand jedoch in einer sachlichen Atmosphäre statt.“ Beide Seiten kamen in Mannschaftsstärke –nicht nur, umStärke zu demonstrieren. „Dass der ganze BVG- Vorstand dabei war, sollte die Wertschätzung zeigen, die er der Leistung der Beschäftigten entgegenbringt“, IMAGO/ NICOLASBERLIN /PHOTOCASE erklärte Leicht-Gilles. Claudia Pfeiffers GegenpartJeremy Arndt brachte die Tarifkommission mit. Es wurde voll bei dem Treffen im BVG-Hauptsitz in der Holzmarktstraße in Mitte. Schon in den Tagen zuvor hatte sich Verdi beim Säbelrasseln etwas zurückgenommen. Dass es bei der BVGzuArbeitsniederlegungen kommen kann, wenn es am Verhandlungstisch keine Annäherung gebe, sei„natürlich nicht auszuschließen“, hatte Arndt betont.„Wir drohen aber nicht bereits vor Beginn der Verhandlungen mit Streik.“ Zwar legten die Arbeitgeber dem Vernehmen nach am Montag keine eigenen Forderungen für die Verhandlungen vor. Auch wiesen die BVG-Vorstände auf die schwierige wirtschaftliche Lage des Landesunternehmens hin. Doch Insider erwarten, dass konstruktiv über Kompromissmöglichkeiten gesprochen wird –auch außerhalb großer Runden.Wenn die Arbeitgeberseite beim zweiten Termin am 11. Februar aber wider Erwarten keine konkreten positiven Signale für eine Einigung aussendet, ist eine Arbeitsniederlegung im selben Monat weiterhin denkbar. Dann würden die„Muskeln zucken“, hieß es.Das bedeutet: einWarnstreik in allen BVG-Bereichen. Kommentar Seite8 Regierung gegen Tempolimit Sprecher Seibert: Es gibt intelligentere Möglichkeiten Die Bundesregierung hat einem Tempolimit auf Autobahnen eine klare Absage erteilt. Die Regierung plane kein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert amMontag in Berlin. Dies stehe auch nicht im Koalitionsvertrag. Es gebe bereits jetzt in einem großen Teil des deutschen Straßennetzes Geschwindigkeitsregelungen, die an die jeweilige Verkehrs- und Umfeldsituation angepasst seien. „Es gibt auch noch intelligentere Steuerungsmöglichkeiten als ein allgemeines Tempolimit“, sagte Seibert. Die Regierung warte nun auf die Ergebnisse einer Experten-Arbeitsgruppe zu mehr Klimaschutz im Verkehr.Dann werdedie Bundesregierung an Maßnahmen arbeiten, um die Treibhausgas-Emissionen im Verkehr zu senken. Zuletzt waren Überlegungen der Arbeitsgruppe bekanntgeworden, zu denen ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen zählte.Dies hatte eine breite Debatte ausgelöst. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte sich strikt gegen ein Tempolimit ausgesprochen. Empfehlungen der Kommission gibt es noch nicht, sie sollen Ende März vorliegen. Für Wirbel sorgte ein Interview vonBundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ am Sonntag. Schulze muss sich danach dem Vorwurf stellen, sie vertrete keine klareHaltung in dieser Frage. Sie hatte am Sonntagabend mehrmals auf eine Arbeitsgruppe zum Klimaschutz im Verkehr und auf Verkehrsminister Scheuer verwiesen, ohne zu beantworten, wie sie selbst dazu steht. Dafür erntete sie Spott und Kritik vor allem im Netzwerk Twitter. (dpa) Leitartikel Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 21005 JETZT BIS ZU 1.000€ * GESCHENKT *Abeinem Einkaufswertvon 5.000€. Ausgenommen sind bereits reduzierte Artikel, Gardinen und die Möbel Hübner PREMIUM-Kollektion. Keine Barauszahlung möglich, nicht kombinierbar mit anderen Aktions- und Einkaufsvorteilen, gilt nur für Neukäufebis zum 17.02.2019. Möbel Hübner GmbH | Genthiner Str. 41 | 10785 Berlin | www.moebel-huebner.de

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