Aufrufe
vor 1 Jahr

Berliner Zeitung 29.05.2018

  • Text
  • Berliner
  • Berlin
  • Zeitung
  • Deutschland
  • Deutschen
  • Avengers
  • Infinity
  • Menschen
  • Polizei
  • Liliane
  • Berlin.de

Berliner Zeitung

Grenzgänger: Eine Freundschaft zwischen TelAviv und Gaza – Seite 3 Bahn bietet City-Ticket Seite 7 20°/31° Tropische Nacht Wetter Seite 2 Streitflächen: Wo der Senat Wohnungen bauen will Berlin Seite 14 www.berliner-zeitung.de Fußball, Flaggen, AfD: Wie sich Patriotismus ändert Feuilleton Seite 19 Dienstag,29. Mai 2018 Nr.122 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Schöner essen: EU will Plastikgeschirr verbieten Politik Seite 4 Macron bürgert Spiderman ein VonAxel Veiel So sind Helden. Sie reden nicht viel. Der 22-jährige Mamoudou Gassama, Frankreichs neuer Spiderman, macht da keine Ausnahme. Nicht einmal für den Präsidenten macht er eine, der den seit September 2017 ohne Aufenthaltspapierein Frankreich weilenden Migranten aus Mali am Montag im Elysée-Palast empfängt. Aus erster Hand würde Emmanuel Macron gern Genaueres erfahren über die vom Gast vollbrachte Heldentat. Ganz Frankreich redet schließlich über Mamoudou Gassama kletterte in den vierten Stock. Frankreich nichts anderes mehr. Am Sonntagabend ist Gassama in Paris die Fassade eines Wohnhauses hinaufgeklettert, hat einen im vierten Stock am Balkongitter über der Straße baumelnden Vierjährigen gerettet. Der Junge war allein zu Hause und auf das Balkongeländer gestiegen. „Ich bin hochgeklettert, weil es ein Kind war, ich mag Kinder“, sagt Gassama. Viel mehr war dem Retter am Sonntag nicht zu entlocken. In Bluejeans sitzt der junge Mann nun zwischen Goldstuck, Samt und Seide,vor sich den Präsidenten. Der Staatschef erfährt, dass Gassama nicht lange überlegt habe, dass der sich ans Balkongitter klammernde Junge geweint habe.„Haben Sie das Kind anschließend wiedergesehen?“ fragt Macron. „Ja“, sagt Gassama.WeitererWortebedarfesaus seiner Sicht nicht. Auch der Staatschef schreitet nun zur spektakulären Tat, kündigt sie zumindest an. Macron verspricht dem Retter die französische Staatsbürgerschaft und einen Job, der seinen Fertigkeiten entspricht: den des Feuerwehrmanns. Aussagekräftiger als Gassamas Schilderung ist das Video eines Passanten. Diemillionenfach angeklickten Aufnahmen zeigen, dass Frankreichs Spiderman dem Original nicht nachsteht. Mitbloßen Händen zieht sich Gassama von einem Balkon zum nächsten. DieBewegungen des Kletterers sind zielstrebig und geschmeidig. Klimmzug für Klimmzug kommt er der vierten Etage näher. Ganze 30Sekunden, nachdem er am ersten Balkon Halt gesucht hat, greift er auf dem vierten nach dem Kind. Ein paar Kratzer hat der Held dabei abbekommen –nicht der Rede wert. Die SPD und die Russland-Frage Außenminister Heiko Maas schlug gegen Russland einen harten Kurs ein. Doch der Vorstand der Sozialdemokraten will mehr Dialog Antrittsbesuch im Mai in Moskau: Außenminister HeikoMaas. Zuvor hatte er die Politik Russlands in der Ostukraine, auf der Krim und in Syrien scharf kritisiert. VonMarkus Decker Außenminister Heiko Maas (SPD) muss in der eigenen Partei einen Dämpfer bei seiner Russland-Politik hinnehmen. Der SPD-Vorstand einigte sich in seiner Sitzung am Montag auf vier Punkte, inderen Zentrum derWille zurVerständigung mit Präsident Wladimir Putin steht. Maas vertrat inletzter Zeit eine andere, eine härtereLinie. Wie Generalsekretär Lars Klingbeil nach der Sitzung erklärte, sei man sich erstens darin einig gewesen, dass das deutsch-russische Verhältnis von großer Bedeutung für Deutschland sei. Zweitens habe man festgestellt, dass dieses Verhältnis aktuell immer mal wieder auf eine harte Probe gestellt werde. Drittens sei für die Sozialdemokratie klar: „Wir wollen und suchen den Dialog mit Russland.“ Und viertens schließlich gehöre Friedenspolitik und damit auch das Streben nach einem gutenVerhältnis zu Moskau ohnehin zur DNA der Partei. Konfliktpunkte mit Russland sprach Klingbeil nur am Rande an. Stattdessen betonte er:„Heiko Maas hat deutlichen Rückenwind bekommen, den Dialog mit Russland zu intensivieren.“ Tatsächlich hatte Maas in den ersten zehnWochen seiner Amtszeit gegenüber Moskau einen härteren Kurs als seineVorgänger Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier (beide SPD) eingeschlagen und damit bei vielen Sozialdemokraten für Unmut gesorgt. Er warfMoskau „Aggression“ in der Ukraine und „zunehmend feindseliges“ Verhalten vor. In Teilen seiner Partei, die bis heute Willy Brandts Ostpolitik der Annäherung an die damalige Sowjetunion und die anderen Staaten des Warschauer Pakts hochhält, kam das nicht gut an. Kritik äußerten vor allem ostdeutsche SPD-Politiker wie Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, ihr brandenburgischer Kollege Dietmar Woidke und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. Das wiederum hat mit den besonderen Verflechtungen der ostdeutschen mit der russischen Wirtschaft zu tun, die unter den vomWesten verhängten Wirtschaftssanktionen leidet, die infolge des Ukraine-Konflikts verhängt wurden und weiter gelten; auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) etwa „Wir wollen, dass der Dialog mit Russland verstärkt wird.“ Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär, nach der Sitzung des Bundesvorstandes dringt aus ökonomischen Gründen auf Verständigung. Hinzu kommt, dass dies dem Wunsch vieler Ostdeutscher entspricht, die ganz prinzipiell eher einen Ausgleich mit Russland befürworten. Dulig sagte nach der Sitzung des SPD-Vorstandes: „Ich hoffe,dass aus dem Dialog Bewegung wird.“ Der stellvertretende Parteivorsitzende Ralf Stegner sagte der Berliner Zeitung: „Beim Thema Russland ist sehr deutlich geworden, dass die SPD nach wie vor anFriedens- und Entspannungspolitik arbeitet. Deshalb DPA/RALF HIRSCHBERG muss mit allen gesprochen werden. Der Dialog wird eher stärker als weniger.Insoferngibt es da keinen Dissens.“ Die SPD-Bundestagsfraktion will das Thema in ihrer Sitzung am 5. Juni ebenfalls diskutieren. Maas’ Vorgänger Sigmar Gabriel hatte sich noch für eine schrittweise Lockerung der Sanktionen gegen Russland bei Fortschritten im Friedensprozess in der Ostukraine eingesetzt. Sein kooperativer Kurs hat nach wie vorviele Anhänger in der SPD. Allerdings deuten nach einer längeren Phase zunehmender Spannungen im deutsch-russischen Verhältnis die Zeichen ohnehin eher auf Entspannung hin. Bei ihrem letzten Russland-Besuch vor zehn Tagen empfing Putin Kanzlerin Angela Merkel mit Blumen. Zuletzt schien auch Maas selbst mit seinem Antrittsbesuch in Moskau und Kooperationsvereinbarungen, die er mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow abschließen konnte, die Wogen geglättet zu haben. Deutschland und Russland wollen das Atomabkommen mit dem Iran retten. Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, sagte jetzt, er sei nach den deutsch-russischen Treffen auf verschiedenen Ebenen im Mai„hoffnungsvoll“. Dabei bezog er Maas ausdrücklich mit ein. Millionen für die Kicker von Viktoria Berliner Viertligist bekommt einen Investor aus China VonJörg Winterfeldt Der deutsche Fußball hat trotz des müden Abschneidens in der diesjährigen Champions- League-Saison international immer noch einen guten Ruf–bei den Fans wie auch bei den Geldgebern. Doch in der Bundesliga sind die Pfründe unter den Investoren weitgehend verteilt –oder für manchen Geldgeber zu teuer.Davon profitiertnun die 1. Männermannschaft des Viertligisten Viktoria Berlin. Ein chinesischer Finanzier will einsteigen –und das auch noch mindestens für zehn Jahre. Es geht also um ein langfristiges Engagement. Der Fußball-Regionalligist Viktoria 1889 schloss eine Vereinbarung mit der Advantage Sports Union (ASU) über die Kooperation ab,teilte der Viertligist am Montag mit. Zuvor hatte Bild berichtet, dass es um einen Zehn-Jahres-Vertrag in Höhe von90Millionen Euro gehe. Ausgliederung der Profis Zur Verfolgung „höherer sportlicher Ziele“ solle unter anderem auch die Ausgliederung des Profibereichs verfolgt werden, hieß es vomVerein weiter. Diese „sichert die Zukunft des Vereins und ermöglicht eine langfristige Planungssicherheit“, sagte Viktoria-Geschäftsführer Felix Sommer. Die ASU operiert weltweit, besitzt die Mehrheitsanteile am französischen Erstligisten OGC Nizza und war zuletzt auch bei Phoenix Rising FC aus der zweiten nordamerikanischen Liga eingestiegen. Viktorias Stammverein war 1908 und 1911 deutscher Meister. „Mit Leipzig und Hoffenheim hat man an zwei guten Beispielen gesehen, was möglich ist“, sagte der zweite Vorsitzende Harald Sielaff. (mit dpa) SportSeite 17 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501504 21022 Wandern ··· mit Zufriedenheits-Garantie! Plane für eine Wanderschuhberatung bei uns bis zu45Minuten ein. Und wähle dazudie perfekte Leichtausrüstung für deine individuellen Ansprüche. Beiuns mitverlässlicher Fachberatung! Die OutDOOr-insiDer Karl-Marx-Allee 32 Berlin-Mitte www.camp4.de

2019

2018