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Berliner Zeitung 29.07.2019

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Berliner Zeitung

175 Jahre Berliner Zoo: Eine tierische Erfolgsgeschichte – Berlin Seite 9 Heute mit Berliner Stadt- Geschichte Seite 10 21°/29° Mal Sonne, mal Regen Wetter Seite 2 Schwimm-WM: Gold für Florian Wellbrock Sport Seite 16 www.berliner-zeitung.de Niklas Stark im Interview: Er hat viel vor mit Hertha Sport Seite 18 Montag,29. Juli 2019 Nr.173 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Neue Schau: Der Garten Eden im Gropius-Bau Feuilleton Seite 20 FC Bayern Bleibt er eine Macht in München? VonMaik Rosner Als Karl-Heinz Rummenigge 1974 von Borussia Lippstadt zum FC Bayern kam und 8000 D-Mark Monatsgehalt erhielt, wurde er als „Rotbäckchen“ verspottet. Hinzu kamen die Äußerungen des damaligen Kapitäns Franz Beckenbauer, wonach aus diesem Stürmer nie etwas werde und dieser eine „Bratwurst“ sei. Rummenigge empfand das als „fast beleidigend“. Er wollte das Gegenteil beweisen. Das ist ihm schon als Profi- Spieler gelungen. Abgesehen vom WM-Titel Karl-Heinz gewann Rummenigge so Rummenigge, Fußballmanager ziemlich alles, was sein Sport hergibt. Europameister 1980 wurde er, Weltpokalsieger 1976, Gewinner des Europapokals der Landesmeister 1975 und 1976, zudem zweimal Deutscher Meister (1980, 1981) und Pokalsieger (1982, 1984). Als einer der besten Stürmer seiner Zeit brachte er es zum Fußballer des Jahres inDeutschland (1980) und Europa (1980, 1981). Und als ihn der junge Manager Uli Hoeneß 1984 an Inter Mailand verkaufte,sanierte die Ablösezahlung (11,4 Millionen D- Mark) den damals noch klammen FC Bayern. 1991 kehrte er als Vizepräsident zum FC Bayern zurück, auf einer Hierarchiestufe mit Beckenbauer. Eine Bratwurst war Rummenigge nun nicht mehr.Vielmehr erwarb er sich bald den Ruf des „Killer-Kalle“. Undnach dem Wechsel auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2002 jenen des bestens vernetzten Funktionärs. Für Schlagzeilen sorgte er, als er 2013 zwei Luxusuhrenschmuggeln wollte,was ihm eine Geldbuße in Höhe von 249 900 Euro samt Vorstrafe einbrachte. Die größeren Schlagzeilen aber machte Hoeneß: Er saß wegen seiner Steuerhinterziehung 21 Monate in Haft, ehe er 2016 wieder Präsident wurde. Waszwischen 2014 und 2016 galt, steht nach Hoeneß’ kolportiertem Rückzug als Präsident und Aufsichtsratschef für Rummenigge, 63, erneut in Aussicht. Der kühle Kopfmensch dürfte zunehmend zum Big Boss der Bayern werden. Zum einen unter dem Hintergrund-Einfluss des emotionalen Patriarchen Hoeneß, 67, mit dem er stets um die Macht rangelte. Zum anderen unter dem Einfluss der wohl unvermeidlichen Diskussion, ob es wohl nicht angebracht wäre, die Verantwortung als Vorstandsvorsitzender des Klubs nicht erst am 31. Dezember 2021, wie geplant, sondern schon weitaus früher an den designierten Nachfolger Oliver Kahn zu übertragen. In einem Interview mit der Bild am Sonntag wehrte sich Rummenigge nun schon mal gegen derartige Überlegungen, betonte, dass ihm sein Job sehr viel Spaß mache. Moskauer Straßenkampf Die russsiche Regierung geht mit Härte gegen Demonstrationen der Opposition vor.Mehrals tausend Menschen werden festgenommen. Seite 2 Mehrheit für den Mietendeckel Exklusive Forsa-Umfrage der Berliner Zeitung: 60 Prozent der Berliner halten das Instrument für sinnvoll VonMelanie Reinsch Der zunehmende Druck auf dem Wohnungsmarkt in Berlin liefertder rot-rot-grünen Koalition inzwischen fast wöchentlich Zündstoff. Gerade hatte der Senat sich auf einen Mietendeckel geeinigt, der die Mieten für fünf Jahre einfrieren soll. Doch kaum war dieser im Senat verabschiedet, gab es vergangene Woche Krach wegen Lompschers Stadtentwicklungsplan (Step) Wohnen, den der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) stoppte, weil er Nachbesserungen forderte: Neubauziele sollten angepasst und der Mietendeckel mit in den Stadtentwicklungsplan Wohnen aufgenommen werden. Während die Regierung um die richtige Balance zwischen Neubau, mietrechtlichen Maßnahmen und Ankäufen ringt, sind die Berliner mehrheitlich unzufrieden mit den bisherigen Regelungen zur Begrenzung von Mieterhöhungen in der Hauptstadt. Laut der jüngsten exklusiven Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung sind 77 Prozent der befragten Berliner der Ansicht, dass die gesetzlichen Regelungen nicht ausreichend seien und verschärft werden sollten. Nur 18Prozent halten sie dagegen für genügend –über- Mietendeckel in Berlin Es halten den sogenannten Mietendeckel für eine sinnvolle Maßnahme, um für Entlastung auf dem Wohnungsmarkt in Berlin zu sorgen ja 60 % nein 34 % weiß nicht 6% Mieterhöhungen in Deutschland Die bisherigen gesetzlichen Regelungen zur Begrenzung von Mieterhöhungen sind ausreichend ja 18 % weiß nicht 5% nein 77 % BLZ/TIEDGE; QUELLE: FORSA durchschnittliche Zustimmung kommt hier von den Anhängern der CDU, FDP und AfD. Zum Vergleich: 95 Prozent der Anhänger der Linken sind der Meinung, dass die Maßnahmen verstärkt werden sollten. So halten auch die Anhänger der Oppositionsparteien im Abgeordnetenhaus den beschlossenen Mietendeckel mehrheitlich für keine sinnvolle Maßnahme –allerdings folgen sie damit nicht dem Trend. Unter allen befragten Berlinern sind 60 Prozent der Meinung, dass das strittige Instrument den Wohnungsmarkt in Berlin entlasten kann. Dass die Unzufriedenheit mit den bisherigen Maßnahmen kein diffuses Gefühl ist, zeigen auch die weiteren Erkenntnisse aus der Umfrage unter 1001 Berlinern imJuli: Demnach haben 30 Prozent nach eigenen Angaben in diesem Jahr eine Mieterhöhung erhalten. Ob die Mieten direkt nach Beschluss zum Mietendeckel erhöht wurden, wurde nicht gefragt, viele Berliner wurden jedoch im Juni von ihren Vermietern aufgefordert, kurzfristig einer Mieterhöhung zuzustimmen. Und das hat Folgen. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Berliner sorgen sich, dass sie sich in ein paar Jahren das Wohnen in der Stadt durch die Erhöhung vonMiet- und Nebenkosten nicht mehr leisten können. Wie sich das Stimmungsbild hier veränderthat, zeigt dieser Rückblick: Vorvier Jahren sorgten sich 36 Prozent voreinemVerlust derWohnung. So gaben im Juli zwar 44 Prozent der Menschen an, dass sie aktuell ihre Miete ohne weiteres bezahlen können, auch wenn eine Mietsteigerung käme. 42Prozent erklärten aber, dass sie bei einer Mietsteigerung vor finanzielle Probleme gestellt werden würden. Bei den über 60-Jährigen sind es sogar 51 Prozent, also mehr als die Hälfte, die eine weitere Mietsteigerung vor finanzielle Probleme stellen würde. 13 Prozent können schon jetzt ihre Miete nur mit Mühe bezahlen und sind auf eine Mietsenkung angewiesen. Kaum verwunderlich, dass Menschen mit niedrigem Einkommen am stärksten belastet sind. So gab jeder Vierte mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1500 Euro im Monat an, schon jetzt die Miete nicht mehr bezahlen zu können. Zeitgleich sinkt in der Stadt immer weiter die Zustimmung zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen, wie es die Volksinitiative „Deutsche Wohnen &Coenteignen“ fordert und wofür die Initiative Unterschriften sammelt. Seit Januar 2019 erfragt das Meinungsforschungsinstitut Forsa die Stimmung in der Stadt. Hielten Anfang des Jahres noch 44 Prozent der Menschen die Enteignung von Großvermietern grundsätzlich für sinnvoll, teilen jetzt nur noch 37 Prozent der Befragten diese Sicht. MitAbstand am häufigsten ist sie bei den Anhänger der Linken mit 68 Prozent vertreten –die einzige Partei, in der es überhaupt eine Mehrheit zu dem strittigen Instrument gibt. Bei der CDU ist die Zustimmung mit 17 Prozent am geringsten. Während Grüne und Linke im Abgeordnetenhaus der Enteignungs- Kampagne ihreUnterstützung zugesagt haben, hat sich die SPD noch immer nicht auf eine gemeinsame Linie festlegen können. Das soll auf dem kommenden Parteitag im Oktober passieren. Raed Saleh, SPD-Fraktionsvorsitzender, hatte zuletzt im Interview mit der Berliner Zeitung gesagt, dass er nichts von der Maximalforderung der Initiative halte. Ersei aber auch nicht grundsätzlich gegen Enteignungen. „Das Grundgesetz erlaubt dieses Instrument“, betonte Saleh. Kommentar Seite 8 AP Söder fordert billigere Bahntickets Aber ist der Schienenverkehr für mehr Passagiere gerüstet? Klimaanlagen fallen aus, Lokmotoren streiken, Züge sind überfüllt und unpünktlich: Die Hitze der vergangenen Tage hat zu Störungen im Verkehr der Deutschen Bahn geführt. Die Bahn berichtete auch von Weichenstörungen. Eisenbahngewerkschafter beklagten die Arbeitsbedingungen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sprach am Wochenende von „unhaltbaren Zuständen“. „Allen Prognosen und Vorbereitungen zum Trotz hat die DB die Lage nicht im Griff“, sagte der stellvertretende EVG-Vorsitzende, Klaus-Dieter Hommel. EinBahnsprecher sagte: „Wir können die Vorwürfe nicht nachvollziehen.“ Wenn in einzelnen Wagen die Klimaanlagen ausfielen, würden diese verschlossen, damit weder Fahrgäste noch Mitarbeiter der Hitzeausgesetzt seien. “ Linke will Flugpreise verstaatlichen Hintergrund der Debatte um die Bahn ist auch die Frage, ob das Unternehmen auf eine größereRolle in der Verkehrswende gut vorbereitet ist. Fahrten mit der Bahn sind klimafreundlicher als Kurzstreckenflüge. Damit mehr Menschen die Bahn nehmen statt zu fliegen, will CSU- Chef Markus Söder die Steuer aufTickets senken oder ganz streichen. Er wolle dasBahnfahrensoattraktiv machen, dass Reisende dasFlugzeug bei Kurzstrecken nicht mehr benutzen müssten, sagte Bayerns Ministerpräsident der Welt am Sonntag. Bahntickets solltensoweitwie möglich von der Mehrwertsteuer befreit werden, derzeit gebe es dafür nicht einmal den ermäßigten Mehrwertsteuersatz. Daskönne so nicht bleiben. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte schon im April vorgeschlagen, für Fernzugtickets weniger Steuernzunehmen. Linke-Chef Bernd Riexinger forderte angesichts der Klimakrise,den Preiskampf zwischen Fluggesellschaften per Verstaatlichung zu beenden. Fluggesellschaften gehörten wie die Bahn unddie Energieversorgung in staatliche Hand, sagte Riexinger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Was so dramatische gesellschaftliche Folgen haben kann, darf nicht marktwirtschaftlich und unreguliertbleiben.“ (dpa) Leitartikel Seite8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 11031

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