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Berliner Zeitung 29.09.2018

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Waspassiert mit dem Olympiastadion nach Herthas Auszug? – Berlin Seite 11 Anzeige Anzeige Entsorgungslösungen für Gewerbe und Industrie Entsorgungslösungen für Gewerbe und Industrie www.bartscherer-recycling.de www.bartscherer-recycling.de 6°/15° Meist sonnig Wetter Seite 18 AM WOCHENENDE www.berliner-zeitung.de Heute mit Service und Immobilien Sonnabend/Sonntag,29./30. September 2018 Nr.228 HA -74. Jahrgang Auswärts/D**: 1.90 € Berlin/Brandenburg: 1.70 € Im Magazin: Tanz am Abgrund VonGropiusstadt auf die große Leinwand Schauspieler Mišel Maticevic ˇ ´ im Interview Seiten 2und 3 Hinter den Worten DieKunst der Übersetzerin Isabel Bogdan Seite 6 Menschen auf der Flucht Diebewegenden Fotos vonSebastian Wells Seite 7 Anzeige www.fliesen.de Schulrebellen von Tempelhof Berlin Seiten 12 und 13 Rauschhafte Bilder,Menetekel der Katastrophe, Großstadtgeschichte –am Wochenende startet die 20er-Jahre-Serie „Babylon Berlin“ Feuilleton Seite 29, Magazin ARD DEGETO Hertha siegt 2:0 gegen Bayern SportSeite 27 Ertugrul Yigit hat es wirklich gewagt. DerinHamburglebende Fotojournalist zeigte sich am Freitag im Kanzleramt mit einem T-Shirt. Darauf stand: „GazetecilereÖzgürlük –Freiheit für Journalisten in der Türkei“. DieFolge ließ nicht lange auf sich warten. Yigit wurde aus der Pressekonferenz mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Bundeskanzlerin Angela Merkel von Sicherheitsleuten hinausgeführt. Nur einer lächelte dazu: Recep Tayyip Erdogan. Kein Zweifel, der Zwischenfall stand sinnbildlich für den Besuch des Mannes,der mindestens heikel war. Dass Erdogan da ist, merkte man schon allein daran, dass weite Teile des Berliner Regierungsviertels abgeriegelt wurden. Während seines Besuch residierte er im Hotel Adlon am Brandenburger Tor. Hubschrauber kreisten in der Luft. Autos kamen weder vor noch zurück. Derlei Aufwand gibt es bei vielen anderen Staatsgästen nicht, allenfalls wenn der US-Präsident in der Stadt ist. Es galt die höchste Sicherheitsstufe.Die Visite schwankte zwischen dem Versuch, so etwas wie Normalität zu suggerieren –die Türkei ist Immerhin Nato-Partner Deutschlands –, und der Unmöglichkeit, dies zu tun. Normal war, dass Erdogan zu Kanzlerin Angela Merkel in die Regierungszentrale fuhr,umdortmit ihr zu sprechen. Und dass sich dem Gespräch eine Pressekonferenz anschloss, die 30 Minuten später begann als geplant –was bei derartigen Pressekonferenzen wiederum nichts Besonderes ist. Verlängerungen gelten gemeinhin als Zeichen guten Einvernehmens.Das war hier anders. Merkel bemühte sich, die Waage zu halten zwischen Entgegenkommen und Standhaftigkeit. Sie hieß ihren Gast vor den Pressevertretern willkommen und lobte, dass man über Gemeinsames ebenso sprechen könne wie über Strittiges. So gebe es zahlreiche gemeinsame Interessen, etwa angesichts des Syrien- Konflikts oder der Flüchtlingsfrage. Zudem wies die Kanzlerin auf die vielen türkischstämmigen Menschen in Deutschland hin, beklagte Attacken auf Moscheen hierzulande und betonte, dass die Wunden, die die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds geschlagen habe,„alles andereals geheilt“ seien. Merkel sprach aber auch von „tiefgreifenden Differenzen“. Siekritisierte, dass in der Türkei immer noch Deutsche in Haft säßen. Zu den Uneinigkeiten zählten auch alle Fragen der Rechtsstaatlichkeit und der Pressefreiheit in der Türkei. In der Pressekonferenz erwähnt wurde etwa der Fall des in der Türkei wegen angeblicher Spionage und Verrats zu einer Haftstrafe verurteilten und nach Deutschland geflüchteten Journalisten Can Dündar. Erdogan bestand auf einer Auslieferung des Journalisten. „Das ist unser natürliches Recht“, sagte er.Der Fall drohte, zu einem Eklat zu werden. Dündar Wenigstens hört man sich zu Kaum Gemeinsames, viel Trennendes – das ist die Bilanz des Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Berlin VonMarkus Decker Recep Tayyip Erdogan und Angela Merkelinder Pressekonferenz DPA hatte eine Akkreditierung für die Pressekonferenz, nahm dann allerdings nicht daran teil. Zuvor hatte die Türkei gedroht, die Pressekonferenz abzusagen. Eine Überraschung war die Nachricht, dass sich Merkel im Oktober mit den Präsidenten Frankreichs, Russlands und der Türkei zu einer Konferenz über die kritische Lage in Syrien treffen will. Dabei solle die kritische Situation um die letzte RebellenhochburgIdlib im Mittelpunkt stehen, sagte sie bei der Pressekonferenz. Millionen Menschen sind dort eingeschlossen. Bei einer militärischen Eroberung droht eine humanitäreKatastrophe. Erdogan hob ebenfalls die Gemeinsamkeiten hervor. Man habe eine gemeinsame Haltung, was die Wirtschaftssanktionen der USA betreffe und was den Krieg in Syrien angehe.„Ich freue mich über die deutsche Unterstützung“, sagte er. Deutschland habe der Türkei vor allem sehr geholfen, was den Umgang mit mehr als drei Millionen syrischen Flüchtlingen in der Türkei angehe. „Diesen Prozess haben Sie erleichtert.“ Freilich ließ der Autokrat auch klar erkennen, was ihm nicht passt – und was er will. So erwähnte er die kurdische PKK, die in Deutschland stärker bekämpft werden müsse. „Tausende Mitglieder der PKK-Terrororganisation“ hielten sich hier auf, sagte Erdogan. Woraufhin Merkel zurückgab, die PKK sei in Deutschland verboten und entsprechend alle ihreAktivitäten. Dertürkischen Seite ist das Vorgehen der Deutschen allerdings nicht hart genug. Überdies erklärte Erdogan, dass er die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen der PKK gleichgestellt wissen will. Dies lehnte Merkel ab.Dazu benötige man mehr Informationen, sagte sie. Soentfaltete sich vor Kameras ein kleines diplomatisches Tauziehen, bei dem beide Seiten den Schein wahren konnten –und lediglich vier Fragen zugelassen wurden. Der Besuch des Staatspräsidenten wurde in Berlin von mehreren Demonstrationen begleitet. Am Potsdamer Platz fand eine Großdemonstration unter dem Motto „Erdogan not welcome“ statt. Teilnehmer trugen Plakate, die sich unter anderem gegen die Militäraktionen der Türkei in Syrien richteten. Nach den politischen Gesprächen wurde Erdogan am Abend mit seiner Frau Emine vonBundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Staatsbankett im Schloss Bellevue empfangen. Im Vorfeld hatten zahlreiche Politiker,vor allem der Opposition, ihreTeilnahme abgesagt. Am Sonnabend wird Erdogan in Köln erwartet. Dortwirderander Einweihung einer Moschee teilnehmen und eine kurze Ansprache halten. Eine vom Moscheeverband Ditib geplante Versammlung vor dem Gotteshaus sagte die Stadt am Freitagabend aus Sicherheitsgründen ab. PolitikSeite 4, Kommentar Seite10 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499 Leser-blz@dumont.de; Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501702 61039 JETZT endlich auch in BERLIN! DieInfomesse fürdie Zeit nach demAbitur! ABI-ZUKUNFT .de BERLIN 29.September 2018 10 - 16 Uhr PalaisamFunkturm Rund 70 Aussteller

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