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Berliner Zeitung 29.11.2018

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Ist da wer? Ufos über Rügen und die Suche nach der Wahrheit – Seite 3 Heute mit Kulturkalender -1°/5° Hie und da Regen Wetter Seite 2 Auftritt: Berliner Polizist bei „The Voice of Germany“ Berlin Seite 12 www.berliner-zeitung.de Rätsel: Grippeanfällig trotz Schutzimpfung? Wissenschaft Seite 18 Donnerstag,29. November 2018 Nr.279 HA -74. Jahrgang Auswärts/D*: 1.60 €–Berlin/Brandenburg: 1.50 € Offline: Die Cebit wird eingestellt Wirtschaft Seite 7 Mit Sinn für den Fluss der Musik VonClemens Haustein Wenn heute Abend die litauische Dirigentin MirgaGražinyt-Tyla in der Philharmonie auftritt, als künstlerische Leiterin des City of Birmingham Symphony Orchestra, wird man festhalten können, dass sich die Verhältnisse in der klassischen Musik gewandelt haben. Es mag immer noch selten sein, dass eine Frau jene Arbeit übernimmt, die bislang immer die Männer für sich beanspruchten. Völlig außergewöhnlich ist es nicht mehr. Im September trat in Nürnberg Joana Mallwitz ihr Amt MirgaGražinyt-Tyla leitet das Birmingham SymphonyOrchestra. Dirigentin als Generalmusikdirektorin an, im kommenden Jahr werden in Magdeburg und in Halle an der Saale erstmals Frauen die künstlerische Leitung eines Opernhauses übernehmen, ebenso in Basel. Dort wird Kristiina Poska die Oper künftig führen, einst war sie Kapellmeisterin an der Komischen Oper Berlin. Hinzu kommen Dirigentinnen, die man schon „altgedient“ nennen darf: die Australierin Simone Young etwa, zehn Jahre lang Leiterin der Hamburger Oper, oder Susanna Mälkki, seit drei Jahren Chefin der Philharmoniker in Helsinki. Willkommener Nebeneffekt: Je selbstverständlicher das Auftreten vonDirigentinnen wird, desto klarer richtet sich der Blick auf das rein Künstlerische. Weniger wichtig wird, ob da nun Mann oder Frau am Werk ist. So betrachtet gehört die 32-jährige Mirga Gražinyt-Tyla (mit weichem „sch“ gesprochen: Graschiníte-Tilá) zu den besten Dirigenten weltweit. Männlich wie weiblich. Schon vor einem Jahr konnte man sich in Berlin davon überzeugen, als sie beim Deutschen Symphonie-Orchester debütierte. Ihre Strenge fiel dabei auf, ihreÖkonomie und Präzision, ihr Sinn für den natürlichen Fluss der Musik. Die Litauerin wuchs in einer Musikerfamilie auf, wurde im deutschsprachigen Raum ausgebildet, durchlief erste Stationen an den Opernhäusern in Bern, Heidelberg und Salzburg, seit zwei Jahren leitet sie das Orchester aus Birmingham. Ihre Ernennung war keine geringe Sensation, sie trat in große Fußstapfen. Andris Nelsons,mittlerweile Gewandhauskapellmeister in Leipzig, war ihr direkter Vorgänger,ein anderer, Simon Rattle,hatte das Orchester zuvor 18 Jahrelang geleitet. Nach allem, was man hört, scheint sie sich in England bewährt zu haben. Gastdirigate führen sie zu den großen Orchestern in Europa und Amerika. Etwas wirdgleichwohl anders sein in Zukunft. Gražinyt- Tyla wurde im vergangenen August Mutter.IhreAuftritte nun im November sind die ersten nach einer fünfmonatigen Babypause. VonGabriela Keller und Ulrich Paul Wemgehört der Checkpoint Charlie? Der Senat streitet über die Neubauprojekte am alten Grenzübergang. Die Linke will wissen, woher das Geld des privaten Investors kommt, der dort ein Hotel, Büros und Wohnungen errichten will Der ehemalige Grenzübergang Checkpoint Charlie teilt die Stadt ein zweites Mal. 28 Jahre nach der Wiedervereinigung stehen sich jedoch nicht Ost und West kampfbereit gegenüber.Heute prallen Forderungen nach einer raschen Bebauung durch einen privaten Investor auf Bedenken einer zunehmend selbstbewusster auftretenden Stadtgesellschaft, die vorder Entwicklung des Checkpoint Charlie hin zu „einem reinen Ort des Tourismus“ warnt. Inzwischen hat der Streit die rot-rot-grüne Koalition erreicht. Sie ringt in der Debatte, wie der Ort am besten zu gestalten ist, um eine gemeinsame Linie –und stellt zugleich die Frage, woher eigentlich das Geld des potenziellen Investors kommt. „Wir freuen uns, dass in der öffentlichen Diskussion über den Checkpoint Charlie inzwischen anerkannt wird, dass die Besonderheit dieses Ortes erhalten werden muss“, sagt Linken-Fraktionschefin Carola Bluhm. „Zugleich wissen wir, dass wir es mit einer komplizierten eigentumsrechtlichen Situation zu tun haben, die eine Lösung nicht leicht macht.“ Hintergrund der Debatte sind Pläne des Investors Trockland, der als Bau-Interessent am Checkpoint Charlie auftritt. Trockland will ein Hotel, Büros, Geschäfte und Wohnungen bauen. Außerdem soll ein Museum entstehen, das an die Geschichte des Ortes und den Kalten Krieg erinnert. Für die Museumsfläche soll Berlin später Miete zahlen. Nach dem Mauerfall hatte das Land Berlin die Grundstücke am Checkpoint Charlie verkauft. Statt der geplanten fünf Gebäudeblöcke für ein American Business Center wurden jedoch nur drei realisiert. Die übrigen Grundstücke landeten beim Insolvenzverwalter. Trockland erwarb die auf den Flächen lastenden Grundschulden vonrund90Millionen Euro für knapp 75 Millionen Euro –und ließ sich als Erwerber im Grundbuch vormerken. Das Unternehmen ist also noch nicht im Besitz der Grundstücke. Das Land Berlin hat für die freien Flächen zwar ein Vorkaufsrecht. Das Vorkaufsrecht kommt nach Angaben der Senatsverwaltung für Finanzen jedoch nicht zum Zuge, wenn die „Wir sehen keinen Grund, auf das Vorkaufsrecht des Landes Berlin zu verzichten. Darüber hinaus fordern wir Transparenz in Fragen der Finanzierung durch den privaten Investor.“ Carola Bluhm, Linken-Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus Grundstücke im Insolvenzverfahren versteigert werden sollten. Das stärkste Druckmittel, dass Berlin in der Hand hält, ist, dass es mit einem noch zu erarbeitenden Bebauungsplan die Artder Nutzung und die Gestaltung des Checkpoint Charlie festlegen kann. Im nächsten Jahr soll der Bebauungsplan fertig sein. Innerhalb der Koalition drängt die SPD eher auf eine rasche Bebauung. „Der Checkpoint Charlie ist ein Ort, der wie kaum ein anderer die Geschichte Berlins in der Zeit der Teilung markiert“, sagt Senatssprecherin Claudia Sünder. Auch in Zukunft müsse der Checkpoint Charlie ein Ort für die Erinnerung an diese Zeit sein. Diegegenwärtige Situation erfülle diese Anforderungen jedoch nicht. Eine Anspielung auf Verkaufsbuden und Schauspieler, die sich in Uniformen der früheren Allierten mit Touristen fotografieren lassen. Die Grünen verlangen unterdessen Änderungen an der städtebaulichen Planung und wollen den Bau des Museums in Landes-Regie durchsetzen. Bei einer Anmietung der Museumsflächen vondem Investor würden in 25 Jahren „mehr als 20 Millionen Euro Mieteanfallen“, rechnet die Grünen-Abgeordnete Daniela Billig vor. „Wir hätten nichts davon, es wäre deswegen besser,das Geld in ein eigenes Museum zu investieren“, sagt sie. Für den Bau des Museums könnte das Land ein Grundstück vomInvestor kaufen. „Städtebaulich funktioniert das geplante Hotel auf der Ostseite ohnehin nicht“, sagt Billig. „Es passt besser auf die westliche Seite des Checkpoint Charlie.“ Aus der Linken kommen sogar schon Rufe, die bisherige Planung ganz zu kippen. Ganz so drastische Forderungen erhebt Fraktionschefin Bluhm noch nicht.„Für uns sind drei Dinge klar: Wir möchten die planungsrechtlichen Potenziale ausschöpfen“, sagt sie. Das heißt, die Ziele des Landes Berlin sollten im Bebauungsplan verankert werden. Dazu gehöre, dass der Checkpoint Charlie als authentischer Ortder Geschichte erkennbar bleibe – „gern IMAGO/STEFAN SCHMIDBAUER auch mit einem Museum als Solitär“, sagt Bluhm. „Wir sehen keinen Grund, auf das Vorkaufsrecht des Landes Berlin zu verzichten“, stellt sie zugleich klar. „Darüber hinaus fordern wir Transparenz in Fragen der Finanzierung durch den privaten Investor. Eswäre gut, wenn Trockland selber sagt, woher das Geld für das Projekt kommt“, so Bluhm. Das Unternehmen reagiert auf Fragen nach seinen Geldgebern dünnhäutig. Statt Antworten darauf zu geben, lässt es einen bekannten Rechtsanwalt gegenüber der Berliner Zeitung erklären, er habe seiner „Mandantschaft empfohlen“, die Fragen nicht zu beantworten. Seehofer: Muslime gehören dazu Innenminister eröffnet die Islamkonferenz Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat seine Auffassung bekräftigt, dass Muslime zu Deutschland gehören. ZurEröffnung der vierten Phase der Islamkonferenz sagte Seehofer am Mittwoch in Berlin, Muslime hätten „selbstverständlich die gleichen Rechte und Pflichten wie alle Bürger dieses Landes“. Seehofer wiederholte seine Aussage vonvor einigen Monaten nicht, wonach der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Damithatte der Minister unmittelbar nach seinem Amtsantritt für nachhaltige Irritationen nicht nur bei Muslimen gesorgt. Die Deutsche Islam Konferenz (DIK) solle ein „Forum für kritischen Dialog“ zwischen Staat und Muslimen, aber auch für den Dialog von Muslimen untereinander sein, sagte Seehofer. Der Innenminister warb für einen „ehrlichen, offenen, von Respekt und Toleranz getragenen Dialog“. Eine zentrale Frage sei, wie ein Islam in Deutschland gefördert werden könne,der die Werteder hiesigen Gesellschaft teile.Als wichtiges Thema nannte er unter anderem religionsrechtliche Fragen zur Ausbildung vonImamen. (AFP) Politik Seite 4 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt Berlin Seite 10 4 194050 501504 Vorstadtgärten Aderluch Nördlich von Berlin im Landkreis Oberhavel liegt ineiner grünen, von Wald und Wasser umgebenen Gegend, die Stadt Oranienburg. Hier entstehen Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser. bonava.de/aderluch 0800 670 80 80 täglich 9–19 Uhr, auch sonn- und feiertags 41048

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