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Berliner Zeitung 29.11.2019

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Hör mal, Cousin! Sven Trump über Donald Trump – Panorama Seite 28 Spielplan der Berliner Bühnen im Dezember Beilage 2°/9° Sonne und Wolken Wetter Seite 2 König von Kreuzberg: Ein Platz für Rio Reiser Berlin Seite 9 www.berliner-zeitung.de Steuerparadies für Firmen: Das Berliner Umland Made in Berlin Seite 12 Freitag,29. November 2019 Nr.278 FA -75. Jahrgang Auswärts/D: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € KitKat und Sage Club: Geht es doch weiter? Berlin Seite 15 Union auf Schalke Wenn nicht jetzt, wann dann? VonPatrick Berger Steven Skrzybski wechselte vonUnion zu Schalke. Der 1. FC Union wird andiesem Freitagabend von 5000 Anhängern nach Gelsenkirchen begleitet. Undsie alle werden, neben ihren eigenen Schützlingen, zuvorderst einen Mann in der Arena feiern, der für den Gegner, den FC Schalke 04, die Fußballschuhe schnürt. Die Rede ist vonSteven Skrzybski, 27, der in Treptow-Köpenick aufwuchs und 19 Jahre lang das rot-weiße Trikot trug. Er ist, da sind sich alle,die es mit den Eisernen halten, einig, ein echter Köpenicker. Sympathisch und bodenständig, dennoch selbstbewusst. Am 26. Mai 2001 war der kleine Stevie als Neunjähriger sogar beim größten Spiel der Unioner Vereinsgeschichte live dabei. Im Olympiastadion verfolgte er das Endspiel zwischen Union und Schalke,das 0:2 endete.Sein Stiefvater Martin, der heute noch mit Mutter Bettina die Konditorei Jaenichen in Mahlsdorfbetreibt, wo Steven früher mit anpackte,nahm ihn mit. „Ich stand damals im Union- Block“, erinnert sich der Angreifer zurück, „und zwar mit blau-weißer S04-Bemalung.“ Steven Skrzybski drückte seinerzeit den Königsblauen um Doppel-Torschütze Jörg Böhme die Daumen. „Natürlich war ich für Schalke. Zuder Zeit hatte ich ja erst ein Jahr für Union gespielt.“ Übel nimmt ihm das bei Union niemand. Nun spielt Skrzybski also für Schalke,den Klub,den er als Kind neben Union schon so sehr liebte und bei dem er im Sommer vergangenen Jahres einen Vertrag bis 2021 unterzeichnet hat. Kein Rot-Weißer hat dem Publikumsliebling den Schritt in den Westen jemals übel genommen. Warjaschließlich sein großer Traum. Der hat allerdings Risse bekommen. In dieser Saison ist Skrzybski noch ohne Bundesliga-Einsatz unter dem neuen Trainer David Wagner. Wenn nicht jetzt, wann dann? SportSeite 19 Tagder Gegensätze: Umweltschützer demonstrieren für das Klima, in den Läden und im Netz wird am „Black Friday“ der Konsum gefeiert. Welche Bewegung ist größer? VonChristine Dankbar Schwarzer Freitag Der Freitag ist mittlerweile ein äußerst strapazierter Wochentag für Themen von internationalem Belang. Wie gegenläufig die globalen Bewegungen dabei sind, zeigt sich besonders an diesem Freitag, an dem zwei Aktionstage auf ein gemeinsames Datum fallen, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Der Klimaprotesttag der Bewegung „Fridays for Future“(FFF) fällt mit dem „Black Friday“ zusammen, dem höchsten Feiertag der Schnäppchen-Jäger. Damit dürfte dieser letzte Freitag im November des Jahres 2019 eine ganz eigene Choreografie bekommen. Denn man wirdsich vermutlich begegnen. DieInnenstädte und U-Bahnen werden voll sein mit Demonstranten auf dem Weg zur Klima-Kundgebung und mit Kaufwilligen, die es in die Geschäfte zieht. DieSmart-Shopper können dabei auf eine längereTradition zurückblicken. Den „Black Friday“ gibt es in den USA seit Jahrzehnten. Dort nützen die Konsumenten den meist arbeitsfreien Freitag nach Thanksgiving traditionell zum Einkaufen – angelockt von Sonderpreisen in Geschäften und Einkaufszentren. Nach Deutschland kam der Trend dann übers Internet, weshalb die ersten Rabattaktionen online stattfanden – und vor allem die Zusteller in die Bredouille brachten. Mittlerweile ist man vorbereitet. Biszuelf Millionen Pakete stellt die Deutsche Post DHL im Schnitt bis Weihnachten zu. Täglich. Der„Black Friday“ gilt dabei als Auftakt und Impulsgeber. Aufruf zum Verzicht Impulsgeber –das will „Fridays for Future“ auch sein, auf eine ganz andereWeise.Die Bewegung ist ebenso neu wie durchschlagend. Sie ruft heute bereits zum 4. Globalen Aktionstag auf, der erste hat im Märzdieses Jahres stattgefunden. In vielen deutschen Städten gibt es Demos, Streikaufrufe und Kundgebungen. In Deutschland richten sich die Proteste vor allem gegen die aus Sicht der Bewegung unzureichenden Maßnahmen der Bundesregierung. Dieses Klimapaket wird ebenfalls an diesem Freitag im Bundesrat beraten und vermutlich erst einmal in den Vermittlungsausschuss geschickt. Die Bundesländer haben noch zu viele Einwände gegen die Regelungen, fürchten vor allem finanzielle Einbußen. Auch das Europaparlament hat sich positioniert. Am Donnerstag hat das Plenum nach heftiger Debatte den „Klimanotstand“ ausgerufen. Mit dem Klimanotstandsbeschluss verbinden sich zunächst noch keine konkreten politischen Maßnahmen. Er ist aber dennoch ein bemerkenswertes Symbol. Erstmals hat ein ganzer Kontinent den Klimawandel als sein dringlichstes Problem anerkannt. DieFrage ist nun aber,wie es weitergeht. Der heutige Freitag ist eine gute Gelegenheit, um fürs Erste einzuschätzen, welche Bewegung die größere ist – Käufer oder Klimaschützer. InFrankfurt amMain wollen die Klimaaktivisten auf der Einkaufsmeile Zeil demonstrieren. Damit will man an die Verantwortung der Konzerne für den Klimawandel erinnern. Der „Black Friday“ sei der Tag, an dem die Konzerne und Firmen den höchsten Profit des Jahres GETTY IMAGES/EYEEM/BERNT OVE MOSS einfahren, hieß es. Auch in Bielefeld riefen FFF-Aktivisten dazu auf, Konsumverzicht zu üben und am Freitag lieber mit ihnen zu demonstrieren. „Wir leben im Wohlstand durch Ausbeutung des Planeten und auf Kosten aller zukünftigen Generationen“, formulierte es ein Sprecher der Umweltschutzbewegung laut Webseite der Tageszeitung Neue Westfälische. InBerlin ist die zentrale Kundgebung am Brandenburger Tor geplant. Dasist nur einen Steinwurfvon den Einkaufszentren am Potsdamer Platz und am Leipziger Platz entfernt. Manche Firmen spenden Es gibt aber auch Händler, die den Einkaufsmarathon am „Black Friday“ kritisch sehen. Die US-Kleidermarke Patagonia hat daher angekündigt, alle Spenden, die zwischen 29. und 31. Dezember auf ihrer Plattform Action Works getätigt werden, zu verdoppeln. DasGeldgehtangemeinnützige Umweltorganisationen. Es gibt allerdings noch einen einfacheren Weg, umweltbewusst zu handeln: Am kommenden Sonnabend ist Kauf-nix-Tag. Wirtschaft Seite 6 Bundestag untersucht Maut-Debakel Linke legt Merkel Scheuers Entlassung nahe VonMarkus Decker Der Vorsitzende der Linkefraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angesichts des am Donnerstag vom Bundestag beschlossenen Maut-Untersuchungsausschusses die Ablösung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nahegelegt. „Der Maut-Untersuchungsausschuss ist überfällig“, sagte er.„Herr Scheuer hat Millionen an Steuergeld verbrannt, mutmaßlich Vergaberecht und Haushaltsrecht missachtet. Das gehört imInteresse der Steuerzahler vollumfänglich aufgeklärt.“ Nurseine CSU-Mitgliedschaft schütze ihn vor der Entlassung. Das Gremium wurde mit den Stimmen von AfD, Grünen, FDP und Linken bei Enthaltung von Union und SPD eingesetzt. Es soll das Verhalten der Bundesregierung und besonders des Verkehrsministeriums beiVorbereitung,Vergabeund Kündigung der Betreiberverträge für die Pkw-Maut aufklären. Scheuer steht unter Druck, weil er die Verträge mit den Betreibern Kapsch und CTS Eventim schon 2018 geschlossen hatte, bevor endgültige Rechtssicherheit bestand. Der Europäische Gerichtshof erklärte die Pkw-Maut Mitte Juni für rechtswidrig. Daraus könnten Forderungen der Firmen in Millionenhöhe resultieren. Kommentar Seite 8 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499; leser-blz@berlinerverlag.com Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@berlinerverlag.com Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501702 51148 SYSTEM KAMERA TAGE 2019 HEUTE +MORGEN: →Alle Neuheiten &Spezialisten der Hersteller vorOrt →Vorträge&Präsentationen →Glühwein &alkoholfreien Punsch 29.+30.11. →SUPERSALE ANGEBOTE www.fotomeyer.de

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