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Berliner Zeitung 30.04.2019

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Wiesie die Welt sehen: Das Buch von Greta Thunberg und ihrer Familie – Seite 3 Japans neuer Kaiser Seite 26 5°/19° Sonne und Wolken Wetter Seite 2 Volksfest: 70. Jahrestag Luftbrücke nach Berlin Berlin Seite 10 www.berliner-zeitung.de Verdi-Chef Bsirske über Gewerkschafter in der AfD Tagesthema Seite 2 30. April/1. Mai 2019 Nr.99HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Unsterblich: Vor25Jahren verunglückte Ayrton Senna Sport Seite 17 Union Worte für den Aufstieg, Taten für den Aufstieg VonMarkus Lotter Grundsätzlich kommt das beim Präsidenten, beim Trainer, ja auch bei den meisten Kollegen gar nicht gut an, wenn man dem allgemeinen Gebot der Vorsicht zum Trotz vom ersten Spieltag an vom Aufstieg spricht. Wenn man als Fußballprofi auch in aller Öffentlichkeit ungeniertzum Ausdruck bringt, dass einem die Zweite Liga nicht genug ist. Rafal Gikiewicz, der 31 Jahre alte Torhüter des 1. FC Union, war so frech, sprach schon im Spätsommer vergangenen Jahres von Rafal Gikiewicz, seinem Traum, Union-Torwart, will endlich in die Bundesliga. Bundesliga. Sein also von der Glück, man könnte auch sagen, seine Qualität: Der Pole hat seinen Worten allerlei Taten folgen lassen. Am Sonntag, beim 2:0 gegen den Hamburger SV, das für die Eisernen womöglich der entscheidende Schritt Richtung Erstklassigkeit war, blieb er zum 13. Malindieser Saison ohne Gegentor, bewahrte sein Team mit mitunter halsbrecherisch anmutenden Paraden vor einem Rückstand beziehungsweise dem Ausgleich. Im Nachgang sagte er:„Wenn du mit Angst ins Spiel gehst, verlierst du.“ Undergänzte sogleich: „Wir haben gezeigt, dass wir große Cojones und nicht die Hosen voll haben. Wenn wir immer so spielen, werden wir mindestens Dritter.“ Rafal Gikiewicz, dessen Zwillingsbruder Lukasz nach einer wahren Odyssee durch die Welt des Fußballs seit Januar dieses Jahres für den saudi-arabischen Zweitligisten Hajer FC stürmt, hat im Laufe seiner Karrierefraglos ein ganz gutes Gefühl für die Möglichkeiten, aber eben auch für die Grenzen einer Mannschaft entwickelt. Mit Slask Wroclaw wurde er in der Spielzeit 2011/2012 überraschend polnischer Meister,wechselte 2014 schließlich zum Zweitligisten Eintracht Braunschweig. Mit den Niedersachsen verpasste er aber zweimal hintereinander das Ziel Aufstieg. Es folgten zwei verlorene, weil vorwiegend als Ersatzspieler verlebte Jahre beim SC Freiburg, bevor er im Sommer vergangenen Jahres zu einem Unioner wurde. Zu einem Unioner mit Mutzum offenen Wort,zuall dem, was es braucht, um die Bundesliga endlich nach Köpenick zu bringen. SportSeite 18 Rauchtöpfe und Vermummung: Demonstranten am 1. Mai in Berlin VonElmar Schütze Die Berliner Polizei sieht sich für den 1. Maigerüstet –und das,obwohl sie nicht weiß, welche der angekündigten 15 Veranstaltungen an dem Taginder Stadt tatsächlich stattfinden und wie viele Teilnehmer wo erscheinen werden. Er hoffe auf einen „friedlichen, aber auch politischen 1. Mai“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD), aber die Polizeisei auch „auf alle denkbaren Szenarien“ vorbereitet. Nach Geisels Worten werden am Feiertag 5500 Polizisten auf den Straßen sein. Die Berliner erhalten dabei Hilfe aus Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie von der Bundespolizei. Dennoch hoffe er, dass sich die Tendenz der vergangenen Jahre–weniger Straftaten, weniger Verletzte,weniger Sachschaden –fortsetze. In der über viele Jahre von teils heftigen Krawallen geplagten 1. Mai- Hochburg Kreuzberg werden diesmal weniger Menschen erwartet – begleitet von 1 600 Polizisten, wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte. Das Myfest in der Oranienstraße, einst eingeführt, um die Gesamtsituation im Kiez zu befrieden, Ein bisschen Frieden? Gespannte Erwartung: Die Polizei glaubt, den 1. Mai in Berlin unter Kontrolle zu haben –aber eine bislang nicht angemeldete Demonstration in der Rigaer Straße ist für die Sicherheitskräfte nur schwer berechenbar soll auf Wunsch der genervten Anwohner kleiner werden und bereits um 21 Uhr enden. Sehr zur Freude von Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne), die darüber klagt, dass der ursprüngliche Ansatz „durch die Besuchermassen pervertiert wurde“. Der Görlitzer Park wird diesmal kein Veranstaltungsort. Problematischer könnte ein Aufzug werden, der um 16 UhramSchlesischen Torstartet. DiePolizei spricht voneiner „Zubringer-Demo“, weil sie Demonstranten zum Wismarplatz in Friedrichshain bringen soll. Dort stellt sich die Situation offen und deswegen brenzlig für die Polizei dar,die mit 2000 Kräften präsent sein will. Zwar gibt es keine Anmeldung und deswegen auch keine Route, aber in Netzwerken wird für 18 Uhr amWismarplatz mobilisiert. 18-Uhr-Demos waren in den vergangenen Jahren immer wieder vonGewalt geprägt. Der Zug wird auch durch die Rigaer Straße laufen wollen –vorbei am umstrittenen linksautonomen Hausprojekt Ecke Liebigstraße 34. Einpaar hundertMeter weiter ist die Rigaer Straße durch eine Baustelle „Von den rund 5000 Demonstrationen jedes Jahr in Berlin werden 30 nicht angemeldet. Das heißt aber nicht, dass sie dann nicht stattfinden dürfen.“ Andreas Geisel, Innensenator, zur nichtangemeldeten 18-Uhr-Demo in Friedrichshain unterbrochen. Diese ist vielen im Kiez ein Dorn imAuge, weil teure Wohnungen entstehen sollen. Unklar ist, ob der Zug bis an die Baustelle führen kann. Dasseien Fragen, die „in der Hand des Polizeiführers vor Ort“ lägen, sagte Slowik, abhängig etwa von der Anzahl der Demonstranten oder deren Gewaltpotenzial. Am liebsten wäre esder Polizei, wenn sich am Versammlungsort jemand als Organisator zu erkennen gäbe.„Wir hoffen, dass es da jeman- IMAGO den gibt, mit dem wir uns abstimmen können“, sagte Slowik. Das passt zu Geisels Aussage, man wolle bei „der Strategie der ausgestreckten Hand“ bleiben. Das heißt: Kommunikation mit allen, die zur Kommunikation bereit sind. Und konsequentes und schnelles Vorgehen gegen alle Gewalttäter.Dennoch steht Bezirksbürgermeisterin Herrmann nicht allein, wenn sie mit„keinem Sonntagsspaziergang“ rechnet. Ganz anders schätzt die Polizei die Lage etwa bei der traditionellen DGB-Demonstration am Vormittag oder bei einem AfD-Bürgerfest tagsüber in Pankowein. Unwägbarkeiten gibt es dagegen in Grunewald im tiefen Westen. So weiß Polizeipräsidentin BarbaraSlowik nach eigenen Worten nicht einmal annähernd, wie viele Menschen sich zur Mittagszeit zu dem Aufzug „Miteinander gegen ein Gegeneinander im Grunewald“ am S-Bahnhof imVillenviertel versammeln werden. Voriges Jahr hatte die Polizei mit 200 Teilnehmern gerechnet – gekommen waren rund 3000. Die Polizei will den Aufzug diesmal mit 900 Kräften begleiten und damit auch schützen, wie Geisel sagte. Die Polizei gewährleiste das Recht auf Versammlungsfreiheit. (mit ost.) Kommentar Seite 8, Berlin Seite9 Justiz kassiert bei Clans die Miete Erneuter Schlag gegen kriminelle Großfamilien Die Berliner Justiz lässt in ihrem Kampf gegen Clan-Kriminaltiät nicht locker. Rund neun Monate nach der spektakulären Beschlagnahme von 77 Immobilien haben Berliner Ermittler zu einem weiteren Schlag gegen die Clan-Kriminalität ausgeholt. Am Montag wurden Mieteinnahmen aus den Immobilien sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.Esgehe darum, mutmaßliche kriminelle Gewinne abzuschöpfen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Mona Lorenz. Die Immobilien werden einer arabischstämmigen Berliner Großfamilie zugerechnet. DieStaatsanwaltschaft hatte nach eigenen Angaben 60 Beschlagnahme-Beschlüsse zu 45 Mietobjekten erwirkt. Laut Sprecherin wurde aber kein Bargeld eingezogen. Vielmehr gehe es um Konten von Verdächtigen, auf denen Mieteinnahmen direkt eingingen sowie um Zahlungsansprüche vonTatverdächtigen gegen von ihnen eingesetzte Hausverwaltungen. In einem der größten Verfahren im Bereich der organisierten Kriminalität wirdseit2016 wegen Geldwäsche gegen mehr als ein Dutzend Verdächtiger der Großfamilie oder deren Umfeld ermittelt. Eine Anklage gibt es bislang nicht. Im Sommer des Vorjahres wurden die 77 Immobilien im Wert vonmehrals neun Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. (dpa) Berlin Seite 11 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 IN EIGENER SACHE Liebe Leserinnen, liebe Leser, die nächste Ausgabe der Berliner Zeitung erscheint wieder nach dem Feiertag 1. Mai am Donnerstag,2.Mai. 501603 21018 2. und3. November 2019 10 –17Uhr Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Jetzt Aussteller werden! Diebesten Jahre Doppelmesse Reise &Gesundheit Bis zu 15% Frühbucherrabatt bei Buchung biszum 30. April2019 Anmeldung unter: berlin.messen@dumont.de oder (030) 2327 6758 BERLIN MESSEN

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