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Berliner Zeitung 30.06.2018

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Berliner Zeitung

Für etliche große Wendungen der Geschichtewird das Klima verantwortlich gemacht. Doch dessen Einfluss auf den Gang derDinge wird überschätzt SEITEN 4/5 Vorsprung durchTechnik:Eine Berliner Schneiderei fertigtKleidung,die Handyssteuert, durch Bewegung leuchtet undKörperdaten speichert SEITE 6 DieMusiker von Jazzanovaüber ihre Karriere, ihre Heimat Berlin, das Clubsterben und ihr erstes Album seit zehn langen Jahren SEITE 7 Angela Merkel, Joachim Löw und die EinigunginEuropa – Seiten 2, 3und 4 Heute mit Service und Immobilien 12°/22° Sonnig,aber frischer Wetter Seite 32 AM WOCHENENDE www.berliner-zeitung.de 30. Juni/1. Juli 2018 Nr.150 HA -74. Jahrgang Auswärts/D**: 1.90 € Berlin/Brandenburg: 1.70 € Im Magazin: MAGAZIN Christ und Welt Zwei Geistliche im politischen Berlin Seiten 2und 3 Himmel und Hölle Wiedas Klima den Gang derWelt verändert Seiten 4und 5 Nähte und Drähte In einer Schneiderei für High-Tech-Kleidung Seite 6 Flüchtlingen zu helfen, ist etwas sehr Konservatives Wenn das „christliche Abendland“ bemüht wird, dann selten im Sinne der Lehren Jesu Christi. Martin Dutzmann und KarlJüsten, Vertreter der christlichen Kirchen im politischen Berlin, haben also einiges zu tun. Ein Gespräch über Glaube, Moral und Heuchelei unserer Volksvertreter SEITEN 2/3 Der Wind DerStoff der Veränderung der Zukunft Das neue Buchvon RobertSeethaler Seite 8 Die Symphonie der Großstadt BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER Anzeige www.fliesen.de Mit Würde durch die K.-o.-Spiele Operation Volksbühne Die DDR sitzt ihm noch im Nacken: Leander Haußmann kehrt mit einer Stasi-Komödie zurück an den Rosa-Luxemburg-Platz. Feuilleton, Seiten 26 und 27 XXXXXXX Wege aus der Kita-Krise Seite 17 Seite 9 Anzeige Entsorgungslösungen für Gewerbe und Industrie kostengünstig und zuverlässig www.bartscherer-recycling.de Wer in Berlin aufs Rad steigt, fährt –fast immer –mit ungutem Gefühl los.Annähernd neun von zehn Radfahrern(84 Prozent) sagen, sie fühlten sich im Straßenverkehr der deutschen Hauptstadt nicht sicher. Die Angst, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, radelt in Berlin also regelmäßig mit. Dies ist eines der Ergebnisse einer exklusiven Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung, die sich –während im Abgeordnetenhaus das bundesweit erste Mobilitätsgesetz mit Schwerpunkt Rad verabschiedet wurde –intensiv mit Fragen subjektiv wahrgenommener Verkehrsgefährdung beschäftigt. Forsa befragte zwischen dem 20. und dem 28. Juni 2018 exakt 1009 repräsentativ ausgewählte Berlinerinnen und Berliner am Telefon. Die statistische Fehlertoleranz beträgt bis zu drei Prozentpunkte plus oder minus. Dass sich die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, in den vergangenen Jahren erhöht hat, glaubt (mit 55 Prozent) gut die Hälfte der Berliner,nur 30 Prozent sind nicht der Ansicht. Dies dürfte vor allem an der Zunahme der Verkehrsdichte, insbesondere inder City, liegen. Seit Beginn des laufenden Jahrzehnts sind Jahr für Jahr knapp 50 000 Einwohner mehr in die Stadt gezogen. Eine erhöhte Gefahr im Straßenverkehr meinen Menschen aller Altersgruppen in etwa gleich häufig zu verspüren. Unter den 45- bis 60-Jährigen sind es sogar fast zwei Drittel. Dabei hat sich die Zahl der Opfer von Verkehrsunfällen in den vergangenen fünf Jahren kaum erhöht. Regelrecht Angst auf der Straße hat dagegen nach eigenen Angaben jeder sechste Berliner (17 Prozent). Weniger große bis keine Angst haben demnach zwar vier von fünf Befragten. Doch es ist kaum ein Zufall, dass große bis sehr große Angst vorUnfällen bei einem Drittel der 30- bis unter 45-Jährigen herrscht –esist das Lebensalter, indem Erwachsene oft mit Kindernunterwegs sind. Sicher mit Busund Bahn Fragt man nach verschiedenen Verkehrsmitteln, sticht der öffentliche Nahverkehr positiv heraus. In U- Bahn, S-Bahn und in BVG-Bussen fühlen sich neun von zehn Hauptstädtern sicher bis sehr sicher vor Unfällen. Fast den gleichen Wert erreicht die Straßenbahn. Doch dann nimmt das Sicherheitsgefühl rapide ab. ImAuto fühlen sich nur noch zwölf Prozent der Menschen in Berlin „sehr sicher“, dafür noch 61 Prozent immerhin „sicher“ –zusammen sind das knapp drei Viertel der Befragten. Umgekehrtaber fährtbei mehr als einem Viertel auch im Auto die Angst vorUnfällen mit. BeiFußgängernhalten sich Ängstliche und Furchtlose in etwa die Waage: Dass sie sich zu Fuß unsicher fühlen, sagen 45 Prozent, während 54 Prozent keine Sorgen haben, in einen Unfall verwickelt zu werden. Umso größer wirkt der Unterschied zu den Berliner Radfahrern: „Sehr sicher“ fühlt sich niemand, „sicher“ nur jeder Sechste, „weniger sicher“ 58 Prozent und „gar nicht sicher“ gut ein Viertel. Das ist ein alarmierendes Signal und zugleich einer der Gründe,warum Umfragen immer wieder ergeben, dass die Berlinerinnen und Berliner mehrheitlich für mehr und bessereRadwege sind. AlsHauptquelle vonGefahren für Leib und Leben im Straßenverkehr Die Angst radelt mit Radfahrer und Fußgänger fühlen sich unsicher im Berliner Straßenverkehr, das ergibt eine exklusive Umfrage für die Berliner Zeitung. Größte Gefahrenquelle: abbiegende Autos VonJan Thomsen identifizieren die Berliner in erster Linie das Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern. Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) nennen diesen Grund für Unfälle,nur knapp jeder Zehnte hält in erster Linie den Zustand und die Ausstattung respektive die Ausrüstung von Straßen, Fahrzeugen und Verkehrsteilnehmernfür problematisch. Differenziertman das erlebte und Angst verursachende Fehlverhalten weiter aus, sosind es laut einer großen Mehrheit von 75Prozent „unachtsam abbiegende Autos“, die in der Hauptstadt als größte Gefahrenquelle angesehen werden. Dass unachtsamabbiegende Lastkraftwagen –bei denen Unfälle meist deutlich schwerere Folgen haben – am gefährlichsten sind, finden 70 Prozent der Berlinerinnen und Berliner. Fast ebenso viele ärgern sich über regelwidriges Verhalten an der Ampel, diesmal unabhängig vom jeweiligen Verkehrsmittel. Zu schnell fahrende Autos fallen 60 Prozent der Befragten als besondere Gefahr ein, mehr als die Hälfte sagt zudem, gefährlich seien insbesondereAutos,deren Türen überraschend aufgerissen werden. „Dooren“ nennt man diese Gefahr verniedlichend, denn nicht selten folgen schwerste Unfälle etwa von Radfahrern, die ungebremst in die Tür hineinfahren und durch die Massivität des Aufpralls auf die Straße geschleudertwerden. Gefährder, nichtnur gefährdet Die Radfahrer werden durchaus auch als Gefährder, nicht nur als gefährdet, im Straßenverkehr gesehen. Radfahrer auf der Überholspur mitten unter Autos oder auch Radler auf dem Gehweg nennt jeweils annähernd die Hälfte aller Befragten als eine der größten vorhandenen Gefahrenquellen (Mehrfachnennungen waren natürlich möglich). Auf die Frage, welche Maßnahmen geeignet wären, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, glauben fast 70 Prozent an die Wirksamkeit höherer Strafen. Zwei Drittel der Berliner wollen mehr Fahrradwege, ebenso viele sprechen sich für elektronische Abbiegeassistenten bei Lkw aus –was auf eine Initiativevon Berlin und anderen Ländern im Bundesrat nun auch im Bundestag als obligatorische Ausstattung beschlossen wurde.Details zur Umsetzung sind aber noch unklar. Unter geeigneten Maßnahmen für mehr Sicherheit werden auch (an Ampeln montierte) „Trixi“-Spiegel für Lkw- Fahrer genannt, fast 40 Prozent plädieren zudem für eine Kennzeichenpflicht für Radfahrer. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind indes unbeliebt: Nur15Prozent schlagensie als Sicherheitsmaßnahme vor. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501702 61026

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