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Berliner Zeitung 31.01.2018

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Berliner Zeitung

Charité-Studie: Das Selbstwertgefühl ist im Osten höher – Seite 18 . . Mittwoch, 31. Januar 2018 Nr.26HA-74. Jahrgangwww.berliner-zeitung.de 1.50 € Berlin/Brandenburg -1.60 € Auswärts/D** ................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... Rätsel, Sudoku 17, 27 ................................................................................................................. Reise,Immobilien, Stellen 14, 15, 17 ................................................................................................................. Trauer-, Kleinanzeigen 12, 14, 15, 17 ................................................................................................................. Berliner Verlag GmbH, 10171Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr 10-16 Uhr), Fax–499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27 -50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de ................................................................................................................. 4 Y O U T U B E Gut gemeint, schlecht gelaufen VON JÖRG HUNKE Susan Wojcicki hatte es leicht am Anfang. Sie vermietete Ende der 80er-Jahre ihre Garage und ein paar Zimmer in ihrem Haus im Silicon Valley an Larry Page und Sergey Brin. Die beiden fingen an, in der Garage Programme zu schreiben. Sie wollten das Suchen und Finden im Internet leichter machen. So entstand Google. Susan Wojcicki, 49, profitierte vonden Kontakten, wurde die 16. Mitarbeiterin des Start-ups und seine erste Marketing-Managerin. Inzwischen ist sie Chefin der Google- Tochter Youtube. Eine erfolgreiche Frau, der nun vorgeworfen wird, sich zu wenig für den Erfolg von Frauen in der Tech-Branche eingesetzt zu haben. Sie war eingeladen in eine US-Talkshow. In der Runde ging es auch um Susan Wojcicki, Chefin der Google- Tochter Youtube Postvertriebsstück A6517 /Entgelt bezahlt 194050 5 01504 die Rolle der Frauen in der Tech-Branche, inder 80 Prozent der Mitarbeiter Männer sind. Warum so wenige Frauen in der Zukunftstechnologie dabei sind, wurde Wojcicki gefragt. Die Interviewerin erwähnte auch, worauf sie hinauswollte: Die Frauen verdienen weniger und es dominieren weiße Männer, die nur weiße Männer einstellen. Eine Steilvorlage? Wojcicki antwortete allerdings mit wenigen Worten. Sie sprach davon, dass die Computer-Industrie eben eine„geeky,not very interesting, not social“ Industrie sei. Also zu trottelig, zu wenig interessiert und nicht sozial genug eingestellt, um Frauen gleichberechtigt zu fördern? Also keine böse Absicht dahinter, dass Frauen oft benachteiligt und nicht selten schlecht behandelt werden? Nicht wenige Frauen empfanden die Antwort von Wojcicki als Verrat ihrer Sache, so zumindest die Reaktionen im Netz. Sundar Pichai, der Google-Chef, saß neben ihr in dem Interview,übernahm die weiteren Antworten, die Youtube-Chefin schwieg. Auch das wurde ihr im Netz angelastet. Daraus entstanden ist dann später eine Einerseits-Andererseits-Diskussion, denn Wojcicki erhielt auch Unterstützung, weil sie sich in den vergangenen Jahren für die Förderung der Frauen bei Google starkgemacht hatte,auch die Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg hatte vorher einen verantwortungsvollen Jobbei Google. Und seitdem Wojcicki die Chefin von Youtube ist, ist die Zahl der weiblichen Führungskräfte gestiegen. Google war auch das erste Tech-Unternehmen, das seinen Frauenanteil öffentlich gemacht hat, um Diskussionen zu ermöglichen, die auf Zahlen basierten. Allerdings ist der Anteil der weiblichen Mitarbeiter nach wie vor niedrig. Das zu ändern, möglichst schnell und engagiert, ist am Ende der Auftrag, den Wojcicki erhalten hat. 31005 VON KATRIN BISCHOFF UND LUTZ SCHNEDELBACH War es Mord oder nur fahrlässige Tötung? An diesem Donnerstag muss der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden, ob ein Urteil des Berliner Landgerichts in einem spektakulären Raser-Prozess Bestand hat – und damit, ob Teilnehmer von illegalen Autorennen sich künftig als Mörder zu verantworten haben. Für die Angeklagten liegt der Unterschied zwischen lebenslänglich oder maximal fünf JahreHaft. Das Urteil: Im Februar des vergangenen Jahres hatte das Berliner Landgericht erstmals in der bundesdeutschen Rechtsgeschichte zwei Männer, die sich in der Berliner City ein Autorennen gelieferthatten, bei dem ein Unbeteiligter getötet wurde, überraschend wegen Mordes verurteilt. Gegen dieses Urteil hatten der 28-jährige Hamdi H. und der 25-jährige Marvin N. Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Siewollen, wie andere Todesfahrer vor ihnen auch, eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Der Fall: Hamdi H. und Marvin N. hatten sich in der Nacht zum 1. Februar 2016 mit ihren PS-starken Fahrzeugen ein –wie es in der Szene heißt –Stechen geliefert. Die beiden jungen Männer traten in einem Audi A6 und einem Mercedes AMG CLA 45 gegeneinander an. Das Rennen ging über den Kudamm und die Tauentzienstraße. Sie missachteten, so ergaben die Ermittlungen, zehn rote Ampeln. Bis zur Ecke Nürnberger Straße ging alles gut. Dortwollte ein 69 Jahre alter Mann, der mit seinem Jeep bei grün losfuhr,indie Tauentzienstraße einbiegen. Mit Tempo 160 bis 170 raste der Audi A6von Hamdi H. heran und krachte ungebremst in die Seite des Jeeps, der laut späteren Urteil „auf der Fahrerseite quasi durchstoßen“ wurde. Das Opfer: Der Jeepfahrer, einArztimRuhestand,starb laut Urteil „an stumpfer Gewalteinwirkung mit Schwerpunkt auf der linken Körperseite“: an Schädel- und Hirnverletzungen, einer linksseitigen Rippenserienfraktur, Brüchen des linken Schulterblattes, des linken Schlüsselbeines, des linken Oberschenkels,des linken Oberarmes und der Elle, die linke Lunge wurde verletzt, das Herz, die Leber,die Milz, der Darm. Die Urteilsbegründung: Ralph Ehestädt, der Vorsitzende Richter, folgte in seinem Urteil der Einschätzung der Staatsanwaltschaft: Es war Mord. Beim Mordmerkmal ging die Schwurgerichtskammer vomEinsatz eines gemeingefährlichen Mittels aus: Autoswerdenbei solchen illegalen Rennen zu Tatwerkzeugen. Die Richter glaubten zwar, dass die Angeklagten niemanden töten wollten. Sie sahen aber einen bedingten Tötungsvorsatz. Die Angeklagten hätten „Eine organisierte illegale Rennfahrerszene wie in Köln gibt es in Berlin nicht. Nach unseren Schätzungen werden jährlich rund 100 Rennen im Jahr angezeigt.“ Zivilfahnder im Landeskriminalamt wissen können, dass das Rennen tödlich endet. Doch es sei ihnen wegen des „Gewinnstrebens“ gleichgültig gewesen, hieß es im Urteil. Bei solchen Rennen wird oft um hohe Geldsummen gewettet. Mit der extremen Geschwindigkeit, der Missachtung roter Ampeln, der Blindfahrt – Kreuzungen waren nicht einsehbar –und der Tatsache,dass sich die Angeklagten in der Innenstadt ein Autorennen lieferten, hätten sie dem Jeepfahrer keine Überlebenschance gelassen. Die Revision: Die Richter des für Verkehrsstrafsachen zuständigen 4. Strafsenats des BGH müssen sich vor allem mit dem bedingten Tötungsvorsatz befassen. Und bei der Beurteilung des Falls sind sie sich offenbar nicht einig, sonst gäbe es an diesem Donnerstag nicht die Verhandlung in Karlsruhe.Bei einer Die Mordfrage Bei einem illegalen Autorennen stirbt ein Unbeteiligter.Das Landgericht Berlin fällt ein hartes Urteil. Jetzt soll der Bundesgerichtshof den Fall entscheiden. einstimmigen Entscheidung könnte die Revision per Beschluss abgelehnt oder ihr zugestimmt werden. In nur fünf Prozent der Revisionen in Strafsachen gibt es eine Hauptverhandlung vor dem BGH, die durch Urteil entschieden werde, sagte eine Gerichtssprecherin in Karlsruhe.In der Hauptverhandlung, so die Sprecherin, bekämen die Verteidiger von Hamdi H. und Marvin N. die Möglichkeit, ihre Argumente mündlich vorzutragen. Die Verteidiger der beiden Angeklagten wollen sich vor der BGH-Entscheidung nicht öffentlich äußern. Sie hatten aber nach dem Urteil in Berlin erklärt, dass sie keinen bedingten Tötungsvorsatz sehen. Vielmehr sei HamdiH.durch seine narzistische Selbstüberhöhung – wie es eine Gutachterin genannt hatte –davon ausgegangen, dass er durch seine Fahrweise keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer sein würde. Unklar ist, ob bereits am Donnerstag das Berliner Urteil bestätigt oder zur Neuverhandlung an eine andere Kammer des Landgerichts zurückverwiesen wird. Hamdi H.und Marvin N. sitzen seit März 2016 ununterbrochen in Untersuchungshaft. Zwar ist das Urteil gegen sie noch nicht rechtskräftig, doch wegen der Aussicht auf eine vielleicht lebenslange Freiheitsstrafe besteht bei den Angeklagten Fluchtgefahr. Deswegen kommen sie bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung wohl nicht in Freiheit. Mehr Kontrollen: Seit dem tödlichen Unfall auf der Tauentzienstraße hat die Polizei ihre Kontrollen verstärkt. Die Gesetzesänderung im vergangenen Jahr, nach der illegale Autorennen keine Ordnungswidrigkeit mehr sind sondern Straftaten, ermöglicht der Polizei die Fahrzeuge sowie die Führerscheine soforteinzuziehen, hat für einen Rückgang der Rennen gesorgt. Dennoch gelten der Kurfürstendamm sowie die Frankfurter Allee als beliebte Strecken der Wettfahrer. ISTOCKPHOTO Koppers wird Chefanklägerin in Berlin Die Beschwerde einer Konkurrentin ist abgewiesen V ON ANDREAS KOPIETZ Berlins Vize-Polizeipräsidentin wird künftig die Generalstaatsanwaltschaft der Hauptstadt leiten. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg machte den Weg frei für die 56-jährige Margarete Koppers. Esteilte am Dienstag mit, dass es die Beschwerde einer unterlegenen Konkurrentin zurückgewiesen habe. „Nun haben wir grünes Licht für die Ernennung von Margarete Koppers zur neuen Generalstaatsanwältin“, teilte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) mit. „Sie ist nicht nur die erste, sondern auch die beste Frau für dieses Amt.“ Koppers soll ihr Amt am 1. Märzantreten. Mit dem Gerichtsbeschluss endet ein mehr als zwei Jahre andauerndes juristisches und politisches Gezerre um den Chefposten. Die Stelle war im November 2015 ausgeschrieben worden. Im Herbst 2016 wechselte der neue grüne DPA Justizsenator die Margarete Auswahlkommission aus. Im Koppers Juli 2017 folgte der rot-rot-grüne Senat dem Vorschlag Behrendts, Koppers zur neuen Chefanklägerin zu machen. Dagegen zog die unterlegene Mitbewerberinvor dasVerwaltungsgericht. In zweiter Instanz sah das Oberverwaltungsgericht beim Auswahlverfahren keine Verstöße gegen gesetzliche oder verfassungsrechtliche Vorgaben.Die unterlegeneBewerberin hatte unter anderem den Austausch der Auswahlkommission beanstandet. Sie monierte auch, dass Koppers keine berufliche Erfahrung als Staatsanwältin habe. Bis zu ihrer Ernennung zur Polizei-Vizechefin war Koppers unter anderem Richterin. Die Konkurrentin begründete ihre Beschwerde auch mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Koppers wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt durch Unterlassen: Polizisten sollen auf maroden Schießständen Gesundheitsschäden erlitten haben, ohne das Koppers etwas dagegen unternahm, obwohl sie davon wusste. Das Oberverwaltungsgericht hatte weder am Austausch der Kommission etwas auszusetzen noch an der fehlenden Berufserfahrung. In der Ausschreibung sei das nicht verlangt worden. Zum Ermittlungsverfahren hieß es nur,der Senator habe seinen Entscheidungsspielraum nicht überschritten. Berlin Seite 11 WETTER BERLIN: Viele Wolken und viel Regen. Höchsttemperatur 11 Grad, nachts 2Grad. Seite 2 16. &17. BERLIN MESSEN Februar 2018 Dein Marktfür Ausbildung,Karriere, 9–16Uhr Weiterbildung &Qualifizierung Freier Eintritt Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Interessante Präsentationen Spannende Workshops Attraktive Angebote Weitere Informationen:www.berliner-zeitung.de/berlin-messen|berlin.messen@dumont.de SCHIRMHERRSCHAFT Frau ElkeBreitenbach Senatorin für Integration, Arbeit undSoziales

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