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Berliner Zeitung 31.01.2019

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„Du bist mein zweites Ich“ –Liebesbriefe von Eva und Erwin Strittmatter – Feuilleton Seite 23 Heute mit Kulturkalender -2°/1° Nur wenig Sonne Wetter Seite 2 Feinstaub: Der große Streit der Lungenärzte Wissenschaft Seite 17 www.berliner-zeitung.de Neue Grundschulen: So will Berlin bauen Tagesthema Seite 2 Donnerstag,31. Januar 2019 Nr.26HA-75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Spitzenspiel: Union startet gegen Köln die Aufholjagd Sport Seite 20 Karl-Valentin-Orden Das arme Manderl VonHarry Nutt Den Anschein echter Gefühle vermittelt der Mann in Lederhose und muskelbetonenden Unterhemden immer dann, wenn er sein Lied „Amoi seg ma uns wieder“ singt. Das Stück handelt vom Umgang mit familiären Schicksalsschlägen. Andreas Gabaliers Vater hatte sich 2006 das Leben genommen, seine Schwester zwei Jahre später. Der Steiermark-Elvis, als der der Musiker und Sänger oft bezeichnet wird, hatte die tragischen Hintergründe, die ihn zu dem Song gebracht haben, Andreas Gabalier, Volks-Rock-’n’-Roller, erst Jahre später provoziertgern. unter Tränen preisgegeben, unter anderem in der TV-Show„Sing meinen Song“. Da hatte sich das Image vomVolks-Rock-’n’-Roller,als den er sich bezeichnet, schon derart verfestigt, dass die Abzweigung ins Sentimentale als Erweiterung seiner künstlerischen Bandbreite zu verstehen war. Zum Kernprodukt Gabalier gehört indes eine körperliche Robustheit, die er gernauch mit verbaler Eindeutigkeit unterstützt. Einige nennen das rechtspopulistisch, frauenfeindlich und homophob.Sojedenfalls hat es Sabine Rinberger ausgedrückt, die Direktorin des Valentin-Karstadt-Musäums. Sie kritisiertdamit die am Sonnabend in München erfolgende Verleihung des Karl-Valentin-Faschingsordens an den österreichischen Musiker, der schon oft mit kantigen Sprüchen provoziert hat. Gabalier gibt auf der Bühne gernden Vertreter bodenständiger Ideale. Bei der Überreichung des Musikpreises Amadeus 2015 sagte Gabalier:„Es ist nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl heute noch auf ein Weiberl steht.“ Etwas deutlicher wurde er, als die Kontroverse an Fahrt aufnahm. Er sei für Frauenrechte, aber der Gender- Wahnsinn müsse aufhören. In anderen Zusammenhängen kokettierte er wiederholt mit politisch rechten Symbolen, fühlt sich, darauf angesprochen, aber meist völlig missverstanden. Die nun vielfach geäußerte Einschätzung, dass einer wie er nicht zum subtil-volksnahen Humor Karl Valentins passe, kränkt den harten Selbstdarsteller Gabalier aber doch. Man müsse ihn nicht mögen, so Gabalier, erwünsche aber mehr Wertschätzung. VonTheresa Dräbing Zum ersten Malseit dem Fall der Mauer ist die Wanderungsbilanz zwischen Ost und West für die ostdeutschen Flächenländer positiv ausgefallen. Das gab das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Mittwoch bekannt. So seien im Jahr 2017 im Osten rund 4000 Menschen mehr zu- als abgewandert. Berlin ist in der Statistik wegen seiner Sonderstellung als Hauptstadt nicht berücksichtigt worden. Würde man Berlin mit hinzunehmen, ergäbe sich sogar ein Überschuss von 13 000 Menschen. DenGrund sieht das BiBgleich in mehreren Faktoren. So spielen die Mieten eine große Rolle, die im Osten –ausgenommen in Berlin –immer noch unter dem bundesdeutschen Schnitt liegen. „Auch Universitäten sind attraktiver geworden im Osten, die Beschäftigtenzahlen steigen. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder dem Universitätsabschluss besteht nicht mehr zwingend die Notwendigkeit, in den Westen abzuwandern“, sagt Nikola Sander, Forschungsdirektorin am BiB, der Berliner Zeitung. Der Osten zieht wieder an Erstmals seit dem Mauerfall ist die Wanderungsbilanz der neuen Länder positiv. Das hat Gründe Wanderungen zwischen West- und Ostdeutschland ohne Berlin 230 000 von Ost nach West 200 000 170 000 140 000 110 000 80 000 Wanderungsverlust Zwar liegen die größten Wanderungsverluste in den neuen Bundesländern weiterhin in der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren, dieser Trend schwächt sich laut Sander aber mehr und mehr ab. „Das zeigt, dass der Osten anderen Regionen in Sachen Attraktivität nicht nachsteht“, sagt Christian Hirte, CDU, Ostbeauftragter der Bundesregierung, der Berliner Zeitung. Es gebe gute Arbeitsplätze und steigende Löhne. „Insofern setze ich darauf, dass sich dieser Trend auch vonWest nach Ost Wanderungsgewinn von 3997 Menschen 50 000 1991 2000 2010 2017 BLZ/HECHER; QUELLE: STATISTISCHES BUNDESAMT, BIB weiter fortsetzt“, sagt Hirte. „Natürlich gibt es auch weiter Herausforderungen, aber es gibt insgesamt keinen Grund, immer nur in Moll- Tonarten über den Osten zu reden.“ Allerdings ist für den Trend vorallem das Nicht-Abwandern maßgeblich. Steigende Zuzüge nach Sachsen, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommerngab es auch 2017 nicht. Im Gegenteil: Wurden 2017 rund 93 000 Zuzüge gezählt, waren es im Jahr zuvor bereits einmal knapp 100 000. Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer offenbartaußerdem regionale Unterschiede.Soist die Entwicklung nicht in allen ostdeutschen Bundesländerngleich. In Sachsen-Anhalt und Thüringen ist das Wanderungssaldo weiterhin negativ. Maßgeblich weniger Abgänge gab es nur in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Wobei Brandenburg insbesondere von der Umlandwanderung aus Berlin profitiert. „Das ist eine gute Nachricht. Ich freue mich darüber.Aber sie ist nicht ganz neu“, sagt der Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke (SPD), der Berliner Zeitung. So hätte Brandenburg bereits 2014 und 2015 einen positivenWanderungssaldo gegenüber Westdeutschland gehabt. „Entscheidend ist, dass immer weniger Menschen Brandenburg Richtung Westen verlassen, auch weil die Perspektiven in der Heimat Brandenburg immer besser werden. Zugleich erkennen immer mehr Menschen aus Westdeutschland, welch gute Chancen Brandenburgbietet.“ In den 26Jahren nach dem Mauerfall hatten die ostdeutschen Flächenländer insgesamt mehr als 1,2 Millionen Bürger durch Wegzüge in den Westen verloren. BLZ/GALANTY Linke fordert von Brüssel Tempolimit Kipping: Scheuer ist Freund der Drängler und Raser VonRasmusBuchsteiner Linkspartei-Chefin Katja Kipping fordert als Reaktion auf die Absage der Bundesregierung an ein Tempolimit von der EU-Kommission eine europaweite Regelung. „Die EU kann und sollte hier ihreZuständigkeit ausüben und ein rechtlich bindendes EU-weites Tempolimit von maximal 130 Kilometer pro Stunde beschließen“, sagte Kipping der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Die EU- Verkehrsminister müssen der Bundesregierung den Sicherheitsgurt anlegen. Es wirdZeit, dass Verkehrspolitik in Deutschland nicht mehr von der Autolobby gemacht wird, sondern im Interesse von Mensch und Umwelt“, so die Linken-Politikerin, deren Partei für ein Tempolimit von 120 Kilometer pro Stunde eintritt. „Wer entspannter fährt, senkt die Unfallgefahr für sich und andere – Tempolimits retten Menschenleben“, sagte Kipping. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) „argumentiert als Freund der Drängler und Raser derart unsachlich, dass ihm eine Lösung im Sinne der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes nicht zuzutrauen ist“, sagte die Linke-Chefin. Sie bezieht sich mit ihrer Forderung auf die geteilte Zuständigkeit von EUund Mitgliedstaaten in der Verkehrspolitik. Danach dürfen sowohl die EU als auch die Mitgliedstaaten verbindliche Rechtsakte im betreffenden Bereich erlassen. Nicht nur Scheuer, sondern auch Regierungssprecher Steffen Seibert haben einem Tempolimit eine klare Absage erteilt. Es gebe intelligentere Steuerungsmöglichkeiten, sagte SeibertamMontag. Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 41005 Der grüne Treffpunkt JETZT ONLINE 01. - 03. FEBRUAR STATION BERLIN AM GLEISDREIECK MESSETICKETS SICHERN UNTER WWW.GARTENTRAEUME.COM

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