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Berliner Zeitung 31.05.2019

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Die Clans, die Hisbollah und die schmutzigen Geschäfte – Berlin Seite 11, Kommentar Seite 8 Anzeige Erleben Sie die Faszination der bulthaup Küchenarchitektur. Anzeige Ralph Bosshammer GmbH kma.bulthaup.de 12°/24° Verbreitet Schauer Wetter Seite 2 Habeck und Baerbock: Erfolg ist auch anstrengend Tagesthema Seite 2 www.berliner-zeitung.de So feiert Union den Aufstieg in Köpenick Berlin Seite 9, Sport Seite 20 Die letzte Zigarette: Nichtraucher werden Seite 16 Freitag,31. Mai 2019 Nr.124 HA -75. Jahrgang Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Die „Gorch Fock“ und das Rotlichtmilieu Wirtschaft Seite 7 Sebastian Polter Die Lust am geteilten Glück VonMarkus Lotter Sebastian Polter, Fußballer und Partyschreck Nach einer 48-stündigen Fußballparty, die als die bis dato wildeste in die Geschichte unserer mitunter feierwütigen Stadt eingegangen ist, gilt es noch einen Titel zu vergeben, nämlich den des Partykönigs. Und diejenigen, die dabei waren, als der 1. FC Union über zwei Nächte und Tage hinweg seinen Aufstieg in die Bundesliga zelebrierte, können sich schon denken, an wen die Auszeichnung geht: Sebastian Polter. Der 28 Jahre alte Stürmer kannte trotz der öffentlichen Beachtung keine Hemmungen. Undvielleicht ist es ganz gut, dass er sich –wie er selbst berichtete –anviele Details gar nicht mehr erinnern kann. Aber echt: welche Ausdauer, welche Widerstandsfähigkeit, welche Lust am geteilten Glück, Polter ging und trank sich als Zeremonienmeister der Rot-Weißen dahin, wo es hinterher richtig wehtut.Wobei an dieser Stelle doch gleich noch mal an alle Nachwuchsspieler in der Stadt folgendeWarnung ergeht: Bitte nicht nachmachen! Dass er sich in eine derartige Feierlaune steigern konnte, war alles andere als selbstverständlich. Die Wochen vor dem Aufstiegsfinale waren für den gebürtigen Wilhelmshavener nämlich keine einfachen. Mit Sebastian Andersson war ihm mannschaftsinternein Konkurrent erwachsen, der vonTrainer UrsFischer in der kompletten Rückrunde als erste Option erachtet wurde. Polter, der sich nach einem im März 2018 erlittenen Achillessehnenriss wieder zurückgekämpft, aber zu Beginn dieses Jahres mit einer Verletzung des Mittelfußes zu kämpfen hatte, hingegen war seinen Stammplatz los. Zudem sah sich der Strafraumstürmer Anfang Mai noch mit einer von seiner Ex-Frau Denise angestrengten Klage wegen unterlassener Unterhaltszahlungen konfrontriert. Nun stellt sich die nüchterne Frage,wie es mit dem Feierbiest weitergeht, rein sportlich versteht sich. Grundsätzlich hat er das Zeug für die Bundesliga, aber da ist Andersson und die Gewissheit, dass der Union in der höchsten Spielklasse sehr oft sehr weit weg sein wird von seinem bevorzugten Handlungsort: dem Strafraum. Fahrt zurück ins Leben Beate Flanz wurde im Herbst 2017 auf ihrem Fahrrad von einem Lkw überrollt. Die Berlinerin überlebte schwer verletzt. Jetzt hat sie sich einen Wunsch erfüllt: eine Alpentour auf einem Spezialrad. Wirhaben sie begleitet. Seite3 Rezo fordert die CDU erneut heraus Der YouTuber will einen Kurswechsel in der Klimapolitik –die Parteispitze trifft sich jetzt zur Klausurtagung VonDaniela Vates Ein YouTube-Sturm ist über das politische Berlin gefegt, hat die Klimapolitik mit Wucht auf die Tagesordnung gesetzt und vor allem CDU- Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ins Wanken gebracht. Derjenige, der den Sturm ausgelöst hat, zeigt sich als die Ruhe selbst. „Jo Leute“, twitterte der 26- jährige Rezo nun –eine knappe Woche, nachdem die CDU ihn wegen seines millionenfach geklickten Videos zur „Zerstörung der CDU“ zu einem Gespräch eingeladen hatte. Er habe „sauviele Fragen bekommen“, die er jetzt mal kurz beantworten wolle, erklärte Rezo. Kommunikation in sozialen Medien muss also nicht immer schnell sein, das ist eine Botschaft von Rezo an die CDU, bei der das „Zerstörungs“- Video nicht nur Zögern, sondern auch eine große Verunsicherung ausgelöst hatte. Rezo zeigt sich nun konziliant, allerdings verbunden mit klaren Forderungen. Man müsse die großen Parteien nicht abschaffen. „Sie können sich auch einfach ändern“, schreibt er. „Das wäre doch das Beste für alle.“ Als Bedingung nennt er einen „drastischen Kurswechsel“ in der Klimapolitik. „Die dicke Wahlmacht“ Das Gesprächsangebot von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Generalsekretär Paul Ziemiak hatte Rezo zunächst ausgeschlagen. Sie hätten sich nicht klar zu einem Kurswechsel positioniert. Mit einzelnen CDU-Politikern, die dies getan hätten, sei er allerdings in Kontakt, schreibt Rezo: „Das sind aber nur Personen, die sich nicht respektlos mir gegenüber verhalten haben.“ Die CDU hatte Rezos Video-Forderungen in einer schriftlichen Antwort weitgehend zurückgewiesen. Am Wochenende will die CDU- Spitzeauf einer Klausurtagung einen Kurs in der Klimapolitik festlegen. Anders fällt die Bewertung der SPD-Reaktion aus. Es gebe „eine gute Basis für ein Gespräch“, schreibt Rezo. Generalsekretär Lars Klingbeil und Juso-Chef Kevin Kühnerthatten in einem Video bestätigt, dass eine andere Klimaschutzpolitik nötig sei. Öffentliche Gesprächsrunden lehnte Rezo mit Hinweis auf einen Sprachfehler ab.Ohnehin sei ein Gespräch mit Klimaexperten für die Parteien sinnvoller als mit ihm. Er habe wissenschaftliche Erkenntnisse wiedergegeben und nichts Neues aufgedeckt. „Daher finde ich es nicht so wichtig, dass mit mir gesprochen wird, sondern über dieses Thema.“ Rezo betonte, sein Video sei keine Auftragsarbeit für eine Partei oder Organisation. DerVorwurf, er sei eine Marionette,sei „natürlich falsch“. Rezo warnte die großen Parteien, sein Video als ursächlich für ihr Müller setzt Alternative zu Hartz IV durch Berlin startet Modellprojekt: Hohe Kosten für die Stadt InBerlin startet am 1. Juli ein bundesweit einmaliges Modellprojekt zum Solidarischen Grundeinkommen, das Alternativen zu Hartz IV aufzeigen soll. Dabei wird Arbeitslosen eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit im gemeinnützigen Bereich finanziert. Dierot-rot-grüne Koalition sei sich einig, die nötigen Gelder freizugeben, hieß es aus den Fraktionen von SPD, Linke und Grünen. Bei einer Ausschusssitzung vor zwei Wochen war die Entscheidung noch vertagt worden, weil neben der Opposition auch Vertreter der Koalition noch Fragen sahen. Einige Abgeordnete stießen sich an den Kosten von 31bis 36,6 Millionen Euro pro Jahr. Daraufhin war spekuliert worden, ob das vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) initiierte Projekt womöglich ausgebremst wird. Nach letzten Angaben soll das auf fünf Jahre angelegte Modellvorhaben zunächst mit 250 Arbeitslosen starten und dann schrittweise 1000 Beschäftigte erfassen. Teilnehmen können sollen Menschen, die noch kein Jahr arbeitslos sind, aber absehbar keine Vermittlungschance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Sie werden nach Tarif- oder Mindestlohn bezahlt und zum Beispiel als Hausmeister oder als Unterstützung für Lehrer an Schulen oder Pflegeeinrichtungen arbeiten. Die Arbeitsagentur sucht die Teilnehmer aus. Müller wollte ursprünglich erreichen, dass bis zu 4000 Arbeitslose von dem Berliner Modellversuch profitieren können. Doch der Bund wollte kein Geld dazugeben. Dennoch will das Land weiter versuchen, für das Vorhaben auch Bundesmittel zu bekommen. (dpa) Berlin Seite 12 Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt schlechtes Abschneiden bei der Europawahl am vergangenen Sonntag zu sehen. „Das Wahlergebnis ist genau wie der Erfolg meinerVideos nur Symptom.“ Die Ursache sei, dass die Union und auch die SPD die junge Generation und wichtige Themen wie Klimaschutz und Digitales vernachlässigt hätten. Sie hätten sich stattdessen darauf konzentriert, ältereWähler zufriedenzustellen –„die dicke Wahlmacht“. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz sagte der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk Deutschland), die CDU solle „Kritik als willkommene Rückmeldungen schätzen“. Dagegenhalten sei aber ein Ursprungsinstinkt von Politikern. DerMedienwissenschaftler Bernhard Pörksen analysierte in der FAZ, die Gesellschaft befinde sich in einem Übergang „von der Mediendemokratie alten Typs hin zur Empörungsdemokratie des digitalen Zeitalters“. 4 194050 501603 BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER 51022 Die schönstenStunden erleben Sie an einem Ort, an dem alles stimmt. Mit Formen, die einfach und klar sind. Ralph Bosshammer GmbH Karl-Marx-Allee 77 –79. 10243 Berlin. Tel. 030 42201520. www.dk-bulthaup.berlin

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