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Berliner Zeitung 31.07.2019

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Wo Trump die Ratten wähnt –ein Besuch in Baltimore – Seite 3 Heute mit André Mielkes Kolumne Seite 8 18°/27° Regnerisch Wetter Seite 2 Die Hohenzollern und die Nationalsozialisten Feuilleton Seite 19 www.berliner-zeitung.de Furiose Finals: Zehn Meisterschaften in Berlin Sport Seite 18 Mittwoch, 31. Juli 2019 Nr.175 HA -75. Jahrgang Auswärts/D**: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 € Plötzlich Richtfest: Ein Stückchen BER ist fertig Berlin Seite 11 Neuer Berliner-Bäder-Chef Erfahren und ehrgeizig VonAnnika Leister Esist ein harter Job, den Johannes Kleinsorg ab September übernimmt. Daszeigen auch die drei Monate, die es gebraucht hat, die Stelle zu besetzen. Innensenator Andreas Geisel (SPD) stellte Kleinsorg am Dienstag als neuen Chef der Berliner Bäderbetriebe vor und formulierte die Anforderungen, die der Senat an Kleinsorg hat: Die Rekordzahlen bei den Besuchern halten, eine Rekordzahl vonBädern sanieren, für besseren Service und bei er- Johannes Kleinsorg managt Berlins Bäder. höhter Belastung zugleich für eine super Stimmung unter der Belegschaft sorgen. Beinahe klang Geisel erleichtert, dass er die Aufgabe nicht selbst übernehmen muss: „Berliner lieben ihreBäder,manchmal hadern sie mit ihren Bädern–und zwar beides sehr leidenschaftlich“, sagte er. Da wünsche er Kleinsorgviel Glück. Kleinsorghat jahrzehntelange Erfahrung als Manager im Energiebereich. Der studierte Volkswirt war Geschäftsführer der Frankengas GmbH in Nürnberg, danach Bereichsleiter bei den Stadtwerken Kiel und ab 2014 Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Leipzig. Allerdings scheint seine letzte Position nicht von Erfolg gekrönt: Nach Berichten der Leipziger Volkszeitung wollte Kleinsorg bleiben, sogar an die Konzernspitze vorrücken und soll dafür Branchenkennern zufolge hinter den Kulissen gegen den eigenen Chef gearbeitet haben. Doch die Leipziger Stadtwerke stellten sich an der Spitze ganz neu auf, Kleinsorg verabschiedete sich. Sein Nachfolger ist bereits seit Juli im Dienst, Kleinsorgs Vertragläuft Ende August aus,direkt im Anschluss startet er in Berlin. Ein Abstieg? Nein, versichert er. Leipzig halte sich zwar gelegentlich für das bessere Berlin. Doch: „Ich bin lieber für das Original zuständig.“ Noch ist Johannes Kleinsorgnicht eingearbeitet, inhaltlich hatte er wenig zu verkünden. Berlin kennt er, von 1993 bis 1998 hat er hier gelebt. Begeistert erzählt er, wie seine beiden Söhne in den Berliner Bädern schwimmen gelernt haben und nicht mehr aus dem Wasser rauszubekommen waren. Das ist gefühlig. Aber ab September werden Anekdoten nicht reichen. Berlin Seite 13 VonRasmus Buchsteiner Es ist der Tag, an dem es um Konsequenzen geht. Konsequenzen aus einer schrecklichen Tat. „Wir alle sind noch tief bestürzt von diesem kaltblütigen Mord gesternamFrankfurter Hauptbahnhof“, beginnt Innenminister Horst Seehofer (CSU), als er am Dienstagnachmittag vor die Kameras tritt. „Ein solches Ereignis macht uns alle fassungslos und trifft uns mitten ins Herz.“ Am Montag hatte ein 40-jähriger Mann aus Eritrea einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter voreinen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb noch im Gleisbett. Wenn ein Bundesinnenminister seinen Sommerurlaub unterbricht, um in die Hauptstadt zurückzukehren, hat dies immer auch symbolische Bedeutung: Die Lage ist ernst. Und die Republik ist aufgewühlt nach diesem Verbrechen. „Wir sind da, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten“, sagt er. Zuvorhatte Seehofer sich mit den Chefs der deutschen Sicherheitsbehörden ausgetauscht. Dabei ging es nicht nur um den Fall von Frankfurt am Main, sondern auch um andere Gewaltdelikte. Seehofer beklagt eine allgemeine Verrohung in der Gesellschaft und mahnt zur Behutsamkeit in der öffentlichen Debatte.Esgelte, Ausländerkriminalität nicht zu instrumentalisieren, aber auch nicht zu verharmlosen. Es ist allerdings auch der Tag, an dem es um Fragen zum Täter geht. Laut Bundespolizeipräsident Dieter Romann ist der Täter 1979 in Eritrea geboren worden, war wohnhaft in der Schweiz, nachdem er 2006 illegal eingereist war und dort zwei Jahre später Asyl erhielt. Er ist Vater von drei Kleinkindern. Seehofer fügt hinzu, der Mann habe als „Musterbeispiel gelungener Integration“ gegolten. Seit 2017 arbeitete er laut TodamBahnsteig Neue Zürcher Zeitung nach der Vermittlung durch ein Hilfswerkbei den Verkehrsbetrieben der Stadt. In einer Publikation des Hilfswerks werdeder Mann, der Mitglied einer christlichorthodoxen Glaubensgemeinschaft ist, lobend erwähnt, vor allem seine Sprachkenntnisse.Seit Januar war er Wiesollen wir uns schützen? Beobachtungen am Berliner Hauptbahnhof Seite 2 Isteswichtig und richtig, die Nationalität des Täters zu thematisieren? Die Debatte Seite 8 Fassungslos krankgeschrieben, laut Kantonspolizeiwegen psychischer Probleme. Am Donnerstag sperrte der Tatverdächtige dann seine Ehefrau und die Kinder sowie eine Nachbarin in ihrenWohnungen ein und floh. Zuvor soll er die Nachbarin bedroht haben. Die Ermittlungen ergaben laut Zürcher Polizei, die nach ihm fahndete, keine Hinweise auf eine Radikalisie- Minister Seehofer spricht von einem „kaltblütigen Mord“ am Frankfurter Hauptbahnhof. Der gewaltsame Todeines Jungen erschüttert das Land. Seit Tagen schon wurde der Täter von der Schweizer Polizei gesucht. IMAGO IMAGES rung. Seehofer zufolge reiste der Tatverdächtige dann „offensichtlich legal“ mit der Bahn nach Deutschland ein. Zum tödlichen Geschehen in Frankfurtäußertder Mann sich nicht. Es erging Haftbefehl wegen Mordes und zweifachen Mordversuchs. Der Bundesinnenminister kündigt Konsequenzen an. Geplant seien Maßnahmen, um die Sicherheit an den Bahnhöfen in Deutschland zu verbessern. Für das Sicherheitsgefühl der Menschen seien mehr Polizeipräsenz und Videoüberwachung unverzichtbar. So unklar die Hintergründe in Frankfurtauch sein mögen, so drängend stellt sich die Frage, wie auf Bahnhöfen für mehr Sicherheit gesorgt werden kann. Im Berliner Bahn-Tower hält man Forderungen, Bahnsteige nur noch für Ticketinhaber zu öffnen und an den Zugängen Absperrungen aufzustellen, für kaum praktikabel. Beieiner Andacht vordem Bahnhof in Frankfurterinnerten 400 Menschen an das getötete Kind. „Wir können nicht glauben, dass ein Leben sinnlos abbricht, das gerade erst begonnen hat“, sagte Carsten Baumann, Leiter der Bahnhofsmission. Pfarrerin Jutta Jekel mahnte, jetzt den Opfernbeizustehen. (mit dpa) Golf-Mission: Deutschland unter Druck USA wollen gemeinsamen Militäreinsatz Die USA verschärfen die Forderung an Deutschland, sich an der Sicherung des Handelsverkehrs durch die Straße vonHormus zu beteiligen. „Wir haben Deutschland förmlich gefragt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen und die iranische Aggression zu bekämpfen“, teilte eine Sprecherin der US-Botschaft am Dienstag mit. „Mitglieder der Bundesregierung haben klar gesagt, dass die Freiheit der Seefahrt geschützt werden sollte. Unsere Frage ist: Vonwem?“ Starke Vorbehalte Nach dpa-Informationen wurde die US-Anfrage an Deutschland und andere Verbündete bereits vor mehreren Tagen schriftlich übermittelt. Es wurden auch konkrete militärische Fähigkeiten abgefragt. Eine formelle AntwortDeutschlands gibt es bisher zwar nicht. Das Auswärtige Amt machte am Dienstag aber klar, dass kein deutscher Beitrag zu der geplanten US-Mission mit dem Namen „Sentinel“ (Wache) zu erwarten sei. „Zu einer US-geführten Schutzmission in der Straße von Hormus hat die Bundesregierung bisher keinen Beitrag in Aussicht gestellt“, hieß es aus dem Ministerium. Nach der Festsetzung eines britischen Tankers durch den Iran in der Straße von Hormus hatte der damalige britische Außenminister Jeremy Hunt vor gut einer Woche einen rein europäischen Militäreinsatz als Ergänzung zu der US-Mission vorgeschlagen. Die neue britische Regierung strebt nun einen europäisch geführten Ansatz unterstützt von den USA an. Dagegen gibt es in der Berliner Regierungskoalition starke Vorbehalte,vor allem in der SPD. (dpa) Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499; leser-blz@dumont.de Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97; berlin.anzeigen@dumont.de Postvertriebsstück A6517 Entgelt bezahlt 4 194050 501603 31031 2. und3. November 2019 10 –17Uhr Cafe Moskau Karl-Marx-Allee 34 10178 Berlin Jetzt Stand buchen! Werden SieAussteller Doppelmesse Reise &Gesundheit Kontakt unter: berlin.messen@dumont.de oder (030) 2327 6758 BERLIN MESSEN

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