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Berliner Zeitung 31.12.2019

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12 Berliner Zeitung · N ummer 303 · 3 1. Dezember 2019/1. Januar 2020 ························································································································································································································································································· Berlin POLIZEIREPORT NACHRICHTEN Acht Festnahmen. In der Pallasstraße in Schöneberg, hat die Polizei am Wochenende acht Personen wegen verbotener Böller festgenommen. Siewaren beim Zünden vonRaketen erwischt worden. DiePallasstraße gehörtzuden zwei Zonen in denen das Zünden vonFeuerwerk verboten ist. Dazu zählt auch der Alexanderplatz. Mehrere Gruppen hatten sich am Sonnabend und Sonntag an der Kreuzung zur Potsdamer Straße versammelt und auf der Straße Feuerwerk gezündet. Insgesamt überprüften Polizisten 57 Passanten. Eine Feuerwerksbatterie und sechs Fontänen sowie Cannabis und Kokain wurden beschlagnahmt. 80 Beamte waren im Einsatz. Radfahrerin schwer verletzt. In der Edisonstraße in Oberschöneweide ist am Montagmorgen eine Frau vonihrem Fahrrad gestürzt. Sie war gegen die Bordsteinkante gefahren. Beidem Unfall erlitt die 59-Jährige schwereVerletzungen am Kopf und an den Händen. DieFeuerwehr brachte sie in ein Krankenhaus. Transporter angezündet. Unbekannte haben in der Nacht zum Montag in der Dahmestraße in Bohnsdorfeinen DHL-Transporter angezündet. EinZeuge hatte unter dem Fahrzeug Flammen bemerkt und die Polizei und die Feuerwehr alarmiert. DiePolizisten löschten die Flammen, mit dem Feuerlöscher des Transporters,sodass sich der Schaden in Grenzen hält, so die Polizei. DerStaatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Kinder gerettet. Feuerwehrleute haben am Montagmittag zwei Kinder im Alter von12 und acht Jahren in der Gneisenaustraße in Kreuzbergvom Balkon einer brennenden Wohnung gerettet. DieKinder sind unverletzt. DieUrsache für den Brand ist noch nicht geklärt. Fuchs erschossen. An der Wegedornbrücke in Altglienicke hat eine Polizeistreife einen verletzten Fuchs erschossen. DasTier war beim Überqueren der Straße am Montagmorgen voneinem Auto angefahren und schwer verletzt worden. DerAutofahrer informierte die Polizei. Feuer gelegt. Unbekannte haben am Sonntagabend auf einem Parkhaus in der Aronsstraße in Neukölln einen Motorroller sowie einen Skoda angezündet. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. EinAnwohner hatte vomBalkon aus Rauch bemerkt. Er rief die Feuerwehr,die die Flammen löschte.ImKofferraum des Autos entdeckten Feuerwehrleute mehrerePackungen mit Feuerwerk.Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Einbruch in Lagercontainer. Polizisten haben in Marienfelde in der Nacht zum Montag drei Jugendliche und einen Heranwachsenden festgenommen. Fahnder des Abschnitts 47 hatten sie gegen Mitternacht an einem Lagercontainer für Feuerwerkskörper bei Kaufland an der BuckowerChaussee beobachtet. Noch bevor sie überprüft werden konnten, gelang es ihnen, mit einem Opel zu flüchten. Ihre Flucht mit überhöhter Geschwindigkeit endete in einer Sackgasse der Blohmstraße, in der es zu einem Zusammenstoß des Fluchtfahrzeuges und einem Polizeifahrzeug kam. Im Fahrzeug fanden die Beamten mehrereKartons mit Pyrotechnik, die aus dem Lagercontainer des Marktes stammten. Ob ein Zusammenhang mit zwei weiteren Einbrüchen in Lagercontainer für Feuerwerkskörper derselben Einzelhandelskette besteht, wirdermittelt. DieTäter müssen sich nicht nur wegen Einbruchs,sondernauch wegen des Unfalls,wegen verbotenes Kfz-Rennens und wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. (ls.) Diese Weite! Das Tempelhofer Feld ist gewaltig.Jetzt gibt es einen neuen Anlauf, die Ränder zu bebauen. Und ewig lockt das Feld Die FDP will einen neuen Volksentscheid zur Bebauung Tempelhofs starten –und im Senat droht Streit VonElmar Schütze Die Debatte um die Bebauung des Tempelhofer Feldes erhält zum Jahresende neue Dynamik: Die FDP plant einen neuen Volksentscheid über die Randbebauung des Feldes –und gibt damit Bebauungsbefürworterninder regierenden SPD Rückenwind. Gleichzeitig scheint ein neuer Streit im Senat unausweichlich. Die FDP möchte am Rand des Tempelhofer Feldes 12 000 Wohnungen bauen lassen. Das sagten Fraktionschef Sebastian Czaja und Parteichef Christoph Meyerineinem Interview mit dem Tagesspiegel. Damit auf dem rund 300 Hektar großen Areal zwischen Columbiadamm im Norden, dem Neuköllner Schillerkiez imOsten, der Oberlandstraße im Süden und dem Tempelhofer Damm im Westen überhaupt irgendetwas gebaut werden kann, muss das Tempelhof-Gesetz aus dem Jahr 2014 geändert werden. Damals hatte sich ein Volksentscheid für den Status quo ausgesprochen. Nunwill die FDP einen neuen Anlauf starten, das Gesetz zu kippen. Ein neuerVolksentscheid werdevorbereitet. Dendafür nötigen Antrag auf eine amtliche Kostenschätzung hat Czaja Innensenator Andreas Geisel (SPD) Anfang Dezember geschickt. Er rechne „bis spätestens Ende Januar“ mit Antwort. Gleich danach sollen Unterschriften gesammelt werden. Die Idee hat das Zeug zu einem Bebauungsinitiative der FDP Platz der Luftbrücke TEMPEL- HOF TEMPEL- HOF Tempelhofer Damm Tempelhof Bebauungsinitiative der SPD Platz der Luftbrücke Tempelhofer Damm Tempelhof A100 A100 Tempelhofer Feld Tempelhofer Feld Tempelhofer Freiheit Columbiadamm Columbiadamm Oberlandstr. Oberlandstr. Hermannstr. NEUKÖLLN Hermannstr. 200 m NEUKÖLLN 200 m BLZ/HECHER „Berlin ist ein Sehnsuchtsort“ IMAGO IMAGES/JÜRGEN RITTER Spaltpilz in der Regierungskoalition. Während Linke und Grünen strikt gegen eine Bebauung auch nur des Randes sind, gibt es in der SPD eine Mehrheit der Befürworter. Auch Regierungschef Michael Müller und Fraktionschef Raed Saleh sind dafür.ImJuli legten Harald Georgii (Friedrichshain-Kreuzberg) und Lars Rauchfuß (Tempelhof-Schöneberg) zusammen mit dem Abgeordneten Sven Kohlmeier ein Papier vor, das in Westen und Süden insgesamt 5000Wohnungen vorsieht. Seit 2014 habe sich die Situation komplett geändert, der Druck auf den Wohnungsmarkt sei immens, sagen die SPD-Leute. Man glaube an eine Mehrheit„für maßvollen und öffentlichen Wohnungsbau“, so Rauchfuß. Jetztwolle man eine öffentliche Debatte entfachen –für die Zeit der nächsten Legislaturperiode. Das passt zu der FDP-Idee, die den Volksentscheid am Wahltag imSeptember 2021 stattfinden lassen will. Doch es gibt große Unterschiede zwischen FDP-Plan und SPD-Position. DieFDP will die Wohnungen zu je einem Drittel von Genossenschaften, landeseigenenWohnungsbaugesellschaften und Privaten bauen lassen. „Das wird esmit uns nicht geben“, sagte SPD-Mann Rauchfuß der Berliner Zeitung. Stattdessen sollen die Landeseigenen das Gros nutzen dürfen und dafür Wohnungen für maximal 6,50 Euro Nettokaltmiete errichten. Allenfalls einige Flächen blieben für Genossenschaften. Klassische private Bauherren kämen dagegen gar nicht zum Zug. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) blickt in seiner Neujahrsansprache zurück aufs Jahr 2019 VonMelanie Reinsch Als der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) zu Beginn des Jahres ankündigte,Tausende privatisierte Wohnungen aus dem früheren GSW-Bestand zurückkaufen zu wollen, ahnte wohl kaum jemand, wie sehr die stadtpolitische Debatte in diesem Jahr von Thema Wohnen bestimmt werden würde. Und so nahm Müller selbstredend auch in seiner Neujahrsansprache Bezug auf die Unternehmungen des Senats in Sachen Wohnungspolitik. „Wohnungen sind keineWare. Bauen–Kaufen–Deckeln: Das ist unser Programm, um Wohnraum zu sichern und zu schaffen. Und mit dem Mietendeckel gehen wir einen vollkommen neuen Weg, damit Sie eine fünfjährige Atempause von Mieterhöhungen erhalten“, sagte Müller.Zudem wolle man nicht darüber reden, ob man Wohnungen baue, sondern nur „wie“. DerNeubau sei unverzichtbar. Senatschef Michael Müller (SPD) Der Senatschef ging zudem darauf ein, dass in die Stadt investiert werde: Milliarden flössen in mehr Personal und alle Bereiche der Infrastruktur, zum Beispiel in den öffentlichen Nahverkehr. „Denn, wer schnell, sicher und bequem mit Bus und Bahn fährt, wird gerne auf das BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK Auto verzichten“, betonte Müller. Ihmsei wichtig, dass vomErfolg Berlins alle profitierten, daher habe man den Landesmindestlohn auf 12,50 Euro angehoben, das Solidarische Grundeinkommen eingeführt und böte Schulessen, 365-Euro-Azubiticket und Schülerticket kostenfrei an. „UnsereStadt entwickelt sich hervorragend und ist ein Sehnsuchtsort für Menschen in aller Welt. Wir können mit Zuversicht nach vorn sehen“, erklärte der Regierungschef. Seit Jahren wachse die Wirtschaft und die Beschäftigung überdurchschnittlich stark. Traditionelle Unternehmen wie Siemens, Schindler, BMW und Bayer investierten Hunderte Millionen in die Stadt. „Neue wie Tesla oder NTT kommen dazu. Das schafft gute Arbeit und spannende Perspektiven“, sagte Müller. Möglich sei diese Entwicklung durch die Arbeit und den Innovationsgeist der Berlinerinnen und Berliner und durch die hervorragende Wissenschafts- und Forschungslandschaft. „Wir können die Europäische Wissenschafts- und Medizinmetropole werden. Die Exzellenz unserer Hochschulen, kluge Köpfe aus der ganzen Welt und die vielen Investitionsmittel Berlins bieten uns dafür alle Chancen. Ich will Sie nutzen“, so Müller. BSR: 550 Beschäftigte an Neujahr einsatzbereit Mit550 Einsatzkräften und 150 Fahrzeugen plant die Berliner Stadtreinigung (BSR) ihren Neujahrseinsatz in der Hauptstadt. DieReinigungsarbeiten konzentrierten sich am 1. Januar auf Schwerpunkte wie das Umfeld der Partymeile am Brandenburger Tor, die Neujahrslaufstrecke oder den Kurfürstendamm, teilte die BSR am Montag mit. Ab dem 2. Januar soll dann der Silvestermüll in den übrigen Stadtgebieten beseitigt werden. Dabei setzt die BSR laut eigenen Angaben vorallem Kehrmaschinen, Kehrichtsammelfahrzeugeund Ladekran-Lkw ein. Viele Einsatzkräfte seien zudem mit Besen, Schippe und Kehrrichtkarreunterwegs. (dpa) Neue Abteilung für das Verkehrsmanagement DieSenatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wirdam1. Januar eine neue Abteilung erhalten: die Abteilung Verkehrsmanagement. Siewirdkünftig die Aufgaben der Verkehrslenkung Berlin (VLB) und die der obersten Straßenverkehrsbehörde übernehmen. So sollen laut Verwaltung schnellereAbstimmungen mit Bezirken und Polizei möglich sein. Hintergrund für die Umstrukturierungwaren strukturelle Defizite und eine personelle Unterausstattung derStraßenverkehrsbehörden und der VLB.Die Leitung der neuen Abteilung übernimmt Diplom-Verwaltungswirt(FH) Christian Haegele. Der45-Jährige leitete bisher die Berliner Bußgeldstelle. (mre.) Emilia und Noah Die beliebtesten Vornamen in der Hauptstadt Emilia und Noah –das sind die beliebtesten Vornamen für Berliner Babysindiesem Jahr. Emilia führt die Hitliste schon seit einigen Jahren an, Noah ist neu an der Spitze aufgetaucht, wie aus einer am Montag in Ahrensburg (Schleswig-Holstein) veröffentlichten Statistik des Hobby-Namensforschers Knud Bielefeld hervorgeht. Aufden Plätzen zwei und drei folgen bei den Mädchen Emma und Charlotte, bei den Jungs Leon und Emil. Häufiger als in anderen Bundesländern nennen Berliner Eltern ihren Nachwuchs Alexandra, Charlotte, Hailey, Zoe, Adam, Alexander und Theodor, wie der Forscher herausfand. Deutschlandweit sind die Namen Emma und Ben ambeliebtesten. Die Mädchen werden auch gerne Emilia und Hannah/Hanna genannt, Jungs Paul und Finn/Fynn. Einen Greta-Hype gibt es trotz der populären Klimaaktivistin Greta Thunberg nicht. Der Vorname steht wie auch schon in den Vorjahren auf Platz 30 des Rankings. Für die Statistik hat Bielefeld mit seinen Helfern die Babygalerien von Geburtskliniken sowie Amtsblätter verschiedener Orte ausgewertet, insgesamt 592 verschiedene Quellen aus 466 Städten. Für das Jahr 2019 hat er so 177 570 Geburtsmeldungen aus ganz Deutschland erfasst und ausgewertet. Das entspricht etwa 23 Prozent aller im Jahr 2019 geborenen Kinder. 2018 wurden 787 500 Kinder geboren. Die endgültigen Zahlen für2019 liegen nochnichtvor. Bielefeld veröffentlicht die Ranglisten derVornamen seit 2006. Eine ähnliche Statistik gibt auch die Gesellschaft für Deutsche Sprache heraus. (dpa)

Berliner Zeitung · N ummer 303 · 3 1. Dezember 2019/1. Januar 2020 13 ························································································································································································································································································· Berlin Elektrobus fährt weiter an „See-Meile“ Kostenlose BVG-Fahrt bis 2020 verlängert VonMelanie Reinsch Der erste hochautomatisierte Kleinbus im öffentlichen Straßenland fährt seit dem Sommer in Berlin –und er wird esauch weiter tun. Wie die Berliner Zeitung am Montag erfuhr, wird der fünfmonatige Testbetrieb des BVG-Elektrobusses, der täglich kostenlos vom U- Bahnhof Alt-Tegel bis zu den Seeterrassen am Tegeler See und zurück führt, verlängert. Zuvor war angekündigt, dass der Betrieb des Projektes „See-Meile“ Ende des Jahres enden soll. Nun soll er bis zum 16. Februar weiterfahren. „Ich freue mich, dass wir den Berlinerinnen und Berlinern auch 2020 die Gelegenheit geben können, automatisierte und nachhaltige Mobilität im ÖPNV zu erleben. Berlin gibt damit Innovation einen sichtbaren Platz in der Stadt“, sagte BVG-Aufsichtsratsvorsitzende Ramona Pop (Grüne). Ziel sei mehr Mobilität – und weniger Verkehr. Mit neuen autonomen Systemen mache man den öffentlichen Nahverkehr fit für die Zukunft und leiste einen wichtigen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz, so Pop. Der Bus der Firma Easy-Mile hat laut der BVGinden letzten Monaten 14 000 Fahrgäste befördert. Er ist von Montag bis Freitag von 7.30 bis 11 Uhr und von 15bis 18.30 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10.30 bis 17.30 Uhrunterwegs.Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe unterstützt den Fahrzeughersteller in Höhe von200 000 Euro. Der kleine Gelbe in Aktion. Er darf nun erst einmal weiterfahren. IMAGO Arbeiten, wenn andere feiern Nicht alle Berliner können zu Silvester auf das neue Jahr anstoßen. Viele müssen ihren Jobs nachgehen VonNorbertKoch-Klaucke Auf Partys gehen, um Mitternacht mit Sekt oder Champagner anstoßen, mit einem krachenden Feuerwerk das neue Jahr begrüßen: Nicht alle Berliner werden dieses Silvester so erleben können. Es sind Polizisten, Feuerwehrleute oder Krankenschwestern, die zum Jahreswechsel ihrer Arbeit nachgehen müssen, damit andere unbeschwert ins Jahr 2020 hineinfeiernkönnen. Wie viele Menschen an Silvester und vor allem in der Neujahrsnacht ihren Job leisten, kann man nur schätzen. Laut Statistik sollen es bundesweit etwa sechs Millionen Menschen sein, die ständig an Sonnund Feiertagen arbeiten. Allein für die Berliner Feuerwehr werden zum Jahreswechsel 1463 Frauen und Männer im Einsatz sein. Einer von ihnen ist Einsatzleiter und Pressesprecher Thomas Kirstein. „Ab19Uhr trete ich an Silvester den Dienst im Einsatzstab der Leitstelle an, wo insgesamt sechs Leute die Feuerwehreinsätze koordinieren werden“, sagt der 43-Jährige. „Wir sind auf alle Notfälle im gesamten Stadtgebiet vorbereitet.“ Beim Jahreswechsel 2018/2019 hatte die Feuerwehr 1448 Einsätze, davon 446 bei Bränden, 940 mal war der Rettungsdienst unterwegs.36Verletzte mussten versorgt werden, so Kirstein. Seinen Dienst wird eram1.Januar erst gegen Mittag beenden. Denn zuvor muss er noch den Medien über die Silvester-Ereignisse berichten. Bei der Polizei kommen zusätzlich über 2000 Beamte zum Dienst. „Sie werden unter anderem für die Sicherheit der Festmeile am Brandenburger Torsorgen oder die Böllerverbotszonen rings um die Pallasstraße und am Alexanderplatz kontrollieren, in denen das Zünden von Feuerwerkskörpern untersagt ist“, sagt ein Sprecher. Arbeiten statt feiern müssen ebenfalls zahlreiche Krankenschwestern inden Krankenhäusern der Hauptstadt. So wie Stefanie Kuszak, deren Schicht an Silvester um 22 Uhrauf der Intensivstation der Caritas-Klinik Maria Heimsuchung in Pankowbeginnt.„Es ist ganz normal, dass ich auch an solchen Tagen für die Patienten da bin. Mein Mann und mein Sohn kennen das nicht anders,müssen alleine daheim feiern“, sagt die 32-Jährige. Einen kleinen 1463 Berliner Feuerwehrleute sind in der Silvesternacht im Einsatz. IMAGO IMAGES „Es ist ganz normal, dass ich auch in der Silvesternacht für die Patienten auf meiner Station da bin. Mein Mann und mein Sohn kennen das nicht anders, müssen ohne mich daheim feiern.“ Stefanie Kuszak, Krankenschwester auf der Intensivstation der Caritas-Klinik Maria Heimsuchung in Pankow Trost gibt es für sie und ihre Kollegen. „Wenn der Dienst ruhig verlaufen sollte, werden wir um Mitternacht mit alkoholfreiem Sekt anstoßen.“ Im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Marzahn sind zu Silvester vor allem Chirurgen und Pflegepersonal für den Notfall vorbereitet. Elf der 17 OP-Säle sind mit wechselnden Teams besetzt. In der dortigen Rettungsstelle rechnet man mit einem hohen Patientenaufkommen. „Vor allem mit Patienten, die durch Knaller schwer verletzt wurden“, sagt Sprecherin Angela Kijewski. In der Vergangenheit wurden zum Jahreswechsel im Durchschnitt 50 Menschen eingeliefert, die Verletzungen durch Feuerwerkskörper erlitten hatten.„Darunter sind meist acht bis zehn Fälle mit schwersten Amputationsverletzungen beziehungsweise Brandwunden“, sagt Kijewski. Im Einsatz ist ebenfalls das Schlaganfall-Mobil des UKB,von denen es in Berlin insgesamt zwei Fahrzeuge gibt. Mit dem speziellen Rettungswagen wird Neurologe Artur Adamuszek unterwegs sein. „Ein Schlaganfall kennt keinen Jahreswechsel“, sagt er. „Deswegen sind wir auch in der Silvesternacht im Dienst, um Leben zu retten.“ Ein Großaufgebot an Arbeitskräften schickt auch der öffentliche Nahverkehr ins Rennen. Allein bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) sind es in der Silvesternacht über 4200 Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass die feiernden Berliner mit der U-, Straßenbahn und dem Bus nach der Party sicher nach Hause kommen können. Denn alle BVG-Linien fahren in der Nacht durchgehend – außer auf der U-Bahnlinie U55. Die Tram-Linien M2, M4, M6 und M10 sind in engen Taktzeiten unterwegs. Wenn andere feiern, wird sogar im Tierpark und im Zoo gearbeitet. Selbst Chef Andreas Knieriem ist im Einsatz. „Gemeinsam mit den vielen Mitarbeitern, die auf dem Zoogelände wohnen, halte auch ich die Augen offen und wir werden in dieser Nacht ganz besonders gut auf unsere Tiere achten“, sagt er. Denn der Zoo in der City-West ist vom lauten Krachen der Böller starkbetroffen, unter dem Tiere durchaus leiden können. „Wie jeden Abend werde ich mit meinem Hund eine Überwachungsrunde durch den Zoo machen, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist“, sagt Knieriem. Streit um die neue Zettelwirtschaft Ab 1. Januar müssen alle Händler Bons ausgeben VonElmar Schütze Lästig und unökologisch? Oder doch notwendig und auch gar nicht so kompliziert, wie ein Blick in die Nachbarstaaten beweist? Die Bonpflicht, die ab 1. Januar jeden Händler mit Registrierkasse –zum Beispiel also auch Bäcker, Kioskbetreiber oder Friseure – dazu verpflichtet, jeden Bezahlvorgang mit einem Bonzuquittieren, sorgt schon vorder Einführung für Streit. Hintergrund ist, dass dem Staat durch nicht belegten Bargeldverkehr eine riesige Geldsumme vorenthalten wird. Nach Schätzungen vermeiden Händler bundesweit jährlich rund 10 Milliarden Euro an Mehrwertsteuer.Entsprechend sind es die Finanzverwaltungen, die die Einführung der Bonpflicht vorantreiben – und auch gegen Kritik verteidigen. VordreiWochen polterte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), sein Finanzkollege Olaf Scholz (SPD) solle die Bonpflicht streichen. Diese führe „zu einem erheblichen Mehraufwand an Bürokratie“. Zudem werde die Umwelt stark belastet, da die Bons auf schädlichem Thermopapier gedruckt und zu Milliarden„direkt im Müll“ landeten. Bei seinem Vorpreschen war es dem Wirtschaftsminister offenbar auch ganz egal, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bonpflicht verteidigt. „Wir können nicht sehenden Auges akzeptieren, dass dem Staat Milliarden-Beträge vorenthalten werden“, sagte Merkel im Bundestag, nur wenige Tage nachdem der Wirtschaftsminister so außergewöhnlich offen Partei für seine Klientel ergriffen hatte. Und auch im Land Berlin gibt es einen Bon-Streit, beteiligt sind die gleichen Ressorts. Solässt sich Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) damit zitieren, die Pflicht beweise, „dass noch viel zu tun ist, damit Deutschland endlich im digitalen Zeitalter ankommt. DerPapierbon gehörtsicher nicht dazu und ist kein Zukunftsmodell“. Die Antwort aus der Finanzverwaltung kommt prompt. „Wir rücken von der Bonpflicht nicht ab“, sagt Sprecherin Eva Henkel. „Priorität hat die Bekämpfung des Betrugs.“ BERLINER ADRESSEN Das istgenau ! Jetzt1€günstiger! renov. preisw. v. A–Z,eig. 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